Testbericht

Amazon Kindle im Test: Kompakter E-Book-Reader

Der Online-Händler Amazon bewirbt derzeit intensiv seinen für 99 Euro erhältlichen E-Book-Reader Kindle. Onlinekosten.de hat getestet, ob sich das digitale Lesegerät in der Praxis bewährt.

Der Online-Händler Amazon bewirbt derzeit intensiv seinen für 99 Euro erhältlichen E-Book-Reader Kindle. Onlinekosten.de hat getestet, ob sich das digitale Lesegerät in der Praxis bewährt.

Amazon Kindle© Amazon

Eine jederzeit verfügbare, komplette Bibliothek für die Hosentasche erhalten lesebegeisterte Bücherwürmer mit einem E-Book-Reader. Auf dem deutschen Markt werden die digitalen Lesegeräte mittlerweile von verschiedenen Anbietern vermarktet, der Absatz von E-Books gewinnt langsam an Fahrt. Der Online-Händler Amazon verkauft in den USA bereits mehr E-Books als gedruckte Bücher, sein unter dem Namen Kindle vermarkteter Reader schafft es dort regelmäßig, sich ganz oben in den jährlichen Verkaufscharts des US-Konzerns zu platzieren. Amazon bietet in Deutschland seit Mitte Oktober bereits die vierte Generation des Kindle an, das Gerät ist erstmals für knapp unter 100 Euro Euro erhältlich. Der Online-Versender pusht sein eigenes Produkt in der Vorweihnachtszeit intensiv - mit Erfolg. Beim diesjährigen Cybermonday am 12. Dezember war der Kindle das meistbestellte Produkt, zudem wurden niemals zuvor bei Amazon.de so viele E-Book-Reader an einem Tag verkauft. Im Gegensatz zum weiterhin verfügbaren Vorgänger, dem nun Kindle Keyboard getauften Reader, präsentiert sich das aktuelle Amazon Lesegerät kompakt ohne Tastatur und Lautsprecher, aber weiterhin mit 6 Zoll großem Display. Die Verbindung ins Internet erfolgt ausschließlich per WLAN. Wie sich der neue Kindle in der Praxis bewährt, hat unsere Redaktion getestet.

Kompaktes Gehäuse und ansprechendes Design

Der Kindle wird von Amazon in einer speziell für den E-Book-Reader maßgeschneiderten Verpackung versendet. Der Lieferumfang ist leider recht überschaubar. Neben dem Kindle finden sich nur ein USB-Ladekabel sowie eine Kurzanleitung in dem Paket. Eine Schutzhülle und ein USB-Netzadapter sind nur als kostenpflichtiges Zubehör erhältlich. Ein ausführliches Benutzerhandbuch sowie ein deutsches und englisches Wörterbuch sind bereits auf dem Lesegerät vorinstalliert. Ein Set-up-Assistent begleitet den Nutzer beim ersten Start und ermöglicht die Wahl der Gerätesprache und die Einrichtung des WLAN-Netzwerkes. Der neue Kindle bietet erstmals eine deutsche Menüführung, daneben steht in den Einstellungen wahlweise auch Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch und Portugiesisch zur Verfügung.

Das in China hergestellte Lesegerät bringt nur 170 Gramm auf die Waage und ist damit leichter als ein durchschnittliches Taschenbuch. Mit Abmessungen von 166 x 114 x 8,7 Millimetern entspricht der Kindle etwa der Größe einer Postkarte und liegt gut in der Hand. Einem längeren Lesevergnügen steht damit nichts im Wege. Die kompakten Ausmaße erreichte Amazon durch Verzicht auf eine physische Tastatur, der neue Kindle hat lediglich eine virtuelle Tastatur an Bord.

Speicherplatz für rund 1.400 Bücher

Um einen Verkaufspreis von 99 Euro zu erreichen, hat Amazon auch beim Speicherplatz abgespeckt. Während der Kindle Keyboard 4 Gigabyte (GB) internen Speicher mitbringt, ist der Speicher beim neuen Kindle auf 2 Gigabyte (GB) begrenzt und nicht erweiterbar. Zur freien Nutzung stehen rund 1,25 GB zur Verfügung. Das entspricht rund 1.400 digitalen Büchern und sollte auch Vielleser zufriedenstellen. Wird der Platz dennoch knapp, lassen sich einzelne Bücher vom Kindle löschen. Verloren sind sie jedoch nicht, da Amazon alle gekauften Inhalte zentral in der Cloud speichert und archiviert, so dass sie sich bei Bedarf wieder auf den Reader herunterladen lassen. Audiofähigkeiten wie sie noch der Kindle Keyboard zum Abspielen von Hörbüchern oder MP3s bot, beherrscht das aktuelle Lesegerät nicht. Der neue Kindle ist ganz auf das Lesen von digitalen Inhalten ausgerichtet.

Der E-Book-Reader präsentiert sich in anthrazit-silberfarbenem, gut verarbeiteten Kunststoffgehäuse, das einen wertigen Eindruck vermittelt. Seitlich finden sich sowohl links als auch rechts jeweils zwei Tasten zum vor- und zurückblättern im digitalen Lesestoff. Damit ist der Kindle für Links- und Rechtshänder geeignet. Unterhalb des Displays hat Amazon vier Bedientasten und ein Cursorpad platziert, über die sich unter anderem die virtuelle Tastatur, das Menü und die Startseite aufrufen lassen.

Die Navigation innerhalb von Menüs, auf dem Startbildschirm, auf Webseiten im Kindle-Internetbrowser sowie das Markieren von Textstellen erfolgt über das leicht bedienbare Cursorpad. Ein- und Ausschalten lässt sich der Kindle über einen an der Unterseite platzierten Schalter. Hier befindet sich auch die Micro-USB-Schnittstelle zum Laden des E-Book-Readers über einen Computer mit Hilfe des mitgelieferten USB-Kabels. Optional bietet Amazon für 9,99 Euro einen USB-Netzadapter an, der sich an jede herkömmliche Steckdose anschließen lässt.

Display und Akku-Laufzeit

Das 6 Zoll große Display des Kindle kommt ohne Touchscreen daher, eine Touchscreen-Version des Readers wird bislang nur in den USA angeboten. Wer ein Smartphone besitzt, wird aus Gewohnheit anfangs sicher den Bildschirm des E-Book-Readers berühren und vergebens auf eine Reaktion warten. Das Display schafft eine Auflösung von 600x800 Bildpunkten, bietet allerdings nur 16 Graustufen. Beim Lesen von Büchern oder Zeitungen ist dies jedoch kein Nachteil, da der Großteil der Texte ohnehin in schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund gedruckt ist. Bei der Anzeige von Fotos wären dagegen mehr Farben wünschenswert.

Gutes Display und gestochen scharfe Schrift

Der erste Blick auf den Bildschirm überrascht: Die vom Kindle verwendete E-Ink-Technologie stellt die Schrift sehr kontrastreich und scharf dar und kommt an die Qualität eines gedruckten Buchs heran. Die Schriftgröße lässt sich bei Bedarf in acht Stufen anpassen, außerdem stehen drei Schriftarten zur Wahl. Die Bildschirmanzeige lässt sich im Menü manuell von Hochformat auf Querformat umstellen. Zu beachten ist, dass der Bildschirm des Kindles keine Hintergrundbeleuchtung bietet. Damit unterscheidet sich der Kindle beispielsweise von Lesegeräten wie dem Weltbild E-Book-Reader, der für knapp 60 Euro ein TFT-Farbdisplay bietet. Im Gegensatz zu diesem spart der Kindle nicht nur Energie, sondern schont auch die Augen und ist beim Lesen weniger ermüdend. Voraussetzung zur Nutzung des Kindle ist daher wie bei einem klassischen Buch eine ausreichende Beleuchtung.

Als Zubehör bietet Amazon für seine Lesegeräte eine Lederschutzhülle mit integrierter kleiner Leseleuchte an, der Preis von über 50 Euro ist allerdings recht hoch und entspricht rund der Hälfte des Kindle-Kaufpreises. Eine speziell auf den Kindle zugeschnittene Lederhülle ohne Leuchte kostet immerhin noch 34,95 Euro, es gibt aber auch günstigere Alternativen von Drittanbietern. Ein Vorteil des E-Book-Readers gegenüber Smartphones und Notebooks: Auch bei strahlendem Sonnenschein soll sich auf dem Kindle ohne störende Spiegeleffekte lesen lassen. Je nach Lichtquelle und Halteposition ist dennoch eine leichte Spiegelung feststellbar, der Text bleibt jedoch lesbar. Das Umblättern von Seiten erfolgt fließend, das dabei kurz auftretende Flackern beim Aktualisieren der E-Ink-Anzeige fällt nach kurzer Eingewöhnungszeit kaum mehr auf.

Akku-Laufzeit von bis zu einem Monat

Strom verbraucht der Kindle bei deaktiviertem WLAN quasi nur beim Umblättern, also dem Anzeigen neuer Seiten. Der Vorteil von E-Ink ist, dass die Darstellung des Textes selbst keine zusätzliche Energie benötigt. Bei rund zehn Minuten Inaktivität schaltet sich automatisch ein Bildschirmschoner ein. Amazon gibt die Akkulaufzeit mit bis zu einem Monat an. Im Kleingedruckten finden sich jedoch Einschränkungen. Ein vollgeladener Akku lässt sich nur dann rund einen Monat lang verwenden, wenn die WLAN-Funktion deaktiviert ist und täglich nicht mehr als bis zu einer halben Stunde gelesen wird.

In unserem Test haben wir das Kindle intensiver genutzt und kamen mit zeitweise eingeschaltetem WLAN, Surfen im Kindle-Shop, täglichem Lesen von digitalen, für das Kindle aufbereiteten Zeitungen sowie von zwei zusammen mehr als 1.000 Seiten starken Büchern auf eine Akkulaufzeit von 18 Tagen. Um Energie zu sparen, sollte die WLAN-Funktion bei Nichtgebrauch wieder deaktiviert werden. Insgesamt sollte die Laufzeit auch für eine längere Urlaubsreise reichen. Der Kindle lässt sich zudem relativ schnell innerhalb von rund drei Stunden per USB-Kabel wieder aufladen. Aufgrund des geringen Energieverbrauchs wird das Lesegerät nicht warm und lässt sich auch mehrere Stunden problemlos in der Hand halten. Amazon gibt für den Kindle eine Herstellergarantie von einem Jahr.

Über das eigene Amazon-Konto im Bereich "Mein Kindle" lassen sich insgesamt bis zu sechs Kindle sowie die digitalen Inhalte verwalten. Bei einem Online-Kauf des Kindle ist das Lesegerät bereits auf den Käufer registriert und nach Einrichtung des WLAN-Netzwerkes direkt einsatzbereit. Amazon bietet im deutschen Kindle Shop derzeit bereits über eine Million E-Books an, über 53.000 davon in deutscher Sprache. Zudem stehen aktuell zwölf Zeitungen wie "FAZ", "Süddeutsche", "Welt" und "Die Zeit" sowie acht Zeitschriften zur Verfügung. Als Neuzugang im Dezember ist nun auch das Nachrichtenmagazin "Focus" in einer Kindle-Version erhältlich.

Virtuelle Tastatur & Zeitungs-Abonnements

Doch wie gestaltet sich nun das Leserlebnis mit dem Kindle? Erstaunlicherweise gewöhnt man sich recht schnell an das digitale Lesegerät. Das Umblättern per Tastendruck stoppt den Lesefluss weniger stark als das entsprechende Blättern in einem gedruckten Buch. Als praktisch erweist sich, dass die zuletzt gelesene Seite eines E-Books bei der nächsten Nutzung des Kindle direkt wieder angezeigt wird.

Virtuelle Tastatur & Komfortfunktionen

Ungewohnt: Seitenzahlen werden in der Regel nicht angegeben, dagegen findet sich unten am Bildschirm ein Fortschrittsbalken, der anzeigt wieviel Prozent des Buches schon gelesen wurde. Amazons Lesegerät bietet auch eine Suchfunktion innerhalb eines Buches. Mit der Möglichkeit des Setzens von Lesezeichen sowie dem Einfügen von Anmerkungen und Markierungen von Textpassagen liefert der Kindle außerdem Komfortfunktionen. Markierungen werden auf der Startseite unter "Meine Clippings" gesammelt. Auch das Teilen von Markierungen über soziale Netzwerke wie Facebook sind möglich, auch wenn diese Funktionen sicherlich nicht von jedem Nutzer benötigt werden.

Das Verfassen längerer Anmerkungen mit Hilfe der virtuellen Tastatur erweist sich als zu zeitintensiv. Vielschreiber sollten daher eventuell den Kauf des Vorgängers Kindle Keyboard mit physischer Tastatur erwägen, der für 119 Euro angeboten wird. Für eine kurze Suche im Kindle-Shop oder innerhalb eines Buches reicht die virtuelle Tastatur des Kindle 4 aber absolut aus.

Zeitungen- und Zeitschriften-Abonnements 14 Tage gratis testen

Zeitungen und Zeitschriften lassen sich sowohl als Einzelausgabe bestellen als auch mit monatlicher Kündigungsmöglichkeit abonnieren. Lobenswert: Vor dem regulären Abonnement bietet Amazon jeweils eine 14-tägige kostenlose Testphase, in der die Kindle-Edition der Zeitung oder Zeitschrift ausgiebig getestet werden kann. Das Lesen von Zeitungen auf dem Kindle ist allerdings gewöhnungsbedürftig. Mit Ausnahme des Anzeigenteils und der Werbung sind zwar alle Artikel der jeweiligen Zeitung enthalten, die Übersicht über die einzelnen Ressorts geht jedoch schnell verloren. Ein Artikel reiht sich an den nächsten oder beginnt teils schon mitten auf einer Seite. Immerhin lässt sich ein Inhaltsverzeichnis mit allen Artikeln über das Cursorpad aufrufen und von dort zu jedem beliebigen Artikel springen. Um dem Leser einen Überblick über die Länge des Artikels zu geben, wird die Anzahl der Wörter der Meldung angezeigt, zudem gibt ein Balken unten am Bildschirm den Fortschritt innerhalb des Artikels an. Bilder sind je nach Zeitung recht spärlich zu finden.

Die Abonnements lassen sich mit Hilfe des noch als "experimentell" eingestuften Kindle-Webbrowsers über den Amazon-Account verwalten. Bequemer ist das Handling von "Mein Kindle" per Computer. Abonnements lassen sich online auf Wunsch einfach wieder stornieren. Bei aktiviertem WLAN-Zugang finden die jeweils aktuellen Ausgaben der abonnierten Zeitungen automatisch ihren Weg auf den Kindle. Nach Bestellung eines Buches oder anderer Inhalte in Amazons Kindle Shop werden diese in weniger als einer Minute per WLAN auf das Lesegerät geladen. Den Kindle Shop erreichen Nutzer über die Menü-Schaltfläche des E-Book-Readers. Vor dem Kauf eines E-Books lässt sich eine kostenlose Leseprobe abrufen. In der Regel steht das komplette erste Kapitel eines Buches zur Verfügung.

Das funktioniert gut, ist aber auch verführerisch: Nie war es einfacher, schnell an neue Bücher heranzukommen. Kindle E-Books sind in der Regel zwar etwas preiswerter als die klassische Papierausgabe eines Buches, aber damit immer noch nicht unbedingt günstig. Zudem ist abseits der Bestsellerlisten nicht jedes Buch auch als Kindle-Ausgabe bestellbar. Um die Verlage hier zu stärkerem Engagement zu drängen, gibt Amazon Kunden über eine Schaltfläche die Möglichkeit den Verlag zu informieren: "Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen".

Weiter auf Seite 4: Formatunterstützung, Fazit & Testtabelle

Gratis hält Amazon alternativ tausende Klassiker in deutscher oder englischer Sprache zum Download bereit. Zudem liefern im Internet Archive wie das Gutenberg Projekt weiteres kostenloses Lesematerial, das teils auch mit dem Kindle nutzbar ist.

Bislang noch keine ePub-Unterstützung

Der Online-Händler bindet Kindle-Nutzer eng an seinen Shop. Das Lesegerät unterstützt digitale Inhalte im Amazon eigenen AZW-Format sowie ungeschützte MOBI-Texte. Zudem zeigt der E-Book-Reader TXT-Dateien, PDF und PRC nativ an. Die Anzeige von PDF-Dokumenten ist jedoch noch verbesserungswürdig. Nach Konvertierung lassen sich auch eigene Dokumente in den Formaten HTML, DOC, DOCX sowie Fotos als JPEG, GIF, PNG und BMP auf dem Kindle anzeigen. Eine per Cursorpad aufrufbare Zoom-Funktion hilft, Bilder besser zu erkennen.

Das weit verbreitete ePub unterstützt Amazon nicht, allerdings lassen sich Inhalte ohne DRM-Kopierschutz mit Hilfe der kostenlosen Software Calibre in ein Kindle-kompatibles Format umwandeln. Ein anderer Weg ist die Konvertierung von Amazon vornehmen zu lassen. Jeder Kindle verfügt über eine eigene E-Mail-Adresse nach dem Muster name@kindle.com. An diese Adresse mit dem Betreff "Convert" per WLAN verschickte TXT- und PDF-Dateien optimiert der Online-Händler für die Ansicht auf dem elektronischen Lesegerät kostenlos. Wird der Kindle per USB-Kabel mit einem Computer verbunden, fungiert er als externes Laufwerk. Eigene Dokumente lassen sich per Plug & Play direkt vom Computer auf den Reader ziehen und dort in dem Ordner "documents" platzieren.

Digitale Inhalte lassen sich nicht nur auf dem Kindle selbst lesen. Amazon stellt auch Kindle Lese-Apps für das iPhone, das iPad, PC, Mac sowie Smartphones und Tablets mit Android-Betriebssystem bereit. Dank Amazons Synchronisierungs-Technologie Whispersync werden jeweils die zuletzt gelesene Seite, die Lesezeichen und Anmerkungen gespeichert und auf allen Geräten synchronisiert.

Fazit: Kompakter E-Book-Reader zum günstigen Preis

Amazon präsentiert mit dem neuen Kindle einen gut verarbeiteten E-Book-Reader. Gegenüber der Version mit Tastatur kann der neue Kindle mit kompakten Abmessungen und deutscher Menüführung punkten. Das Display überzeugt zudem mit gestochen scharfer Darstellung, wobei das Lesegerät dank E-Ink-Technologie nur wenig Energie benötigt. Die Akkulaufzeit von bis zu einem Monat sollte auch für begeisterte Bücherwürmer ausreichend dimensioniert sein. Ebenfalls positiv: Die Bedienung ist intuitiv und das leichte Gewicht des Kindle ermöglicht eine längere Nutzung. Darüber hinaus umfasst Amazons E-Book-Angebot bereits über eine Million Titel, rund 53.000 davon in deutscher Sprache. Als Minuspunkt gilt aber die fehlende Unterstützung des populären ePub-Formats. Mit einem Verkaufspreis von 99 Euro ist der Kindle 4 der bislang günstigste E-Book-Reader des US-Konzerns. Allerdings müssen Nutzer auf Features wie erweiterbaren Speicher und Audiofunktionen verzichten. Wer das Lesegerät vor allem zum Lesen von E-Books nutzen möchte, kann jedoch ruhigen Gewissens zum neuen Kindle greifen.

Name: Amazon Kindle
Hersteller: Amazon
Internet: www.amazon.de
Preis: 99 Euro (kostenloser Versand)
Technische Daten:
Gewicht: 170 Gramm
Abmessungen: 166 x 114 x 8,7 Millimeter
Speicherkapazität: 2 Gigabyte, davon 1,25 GB zur freien Nutzung (rund 1.400 Bücher)
Auflösung :
800x600 Bildpunkte, 16 Graustufen
Formatunterstützung :
Text: AZW, MOBI, TXT, PDF und PRC nativ; HTML, DOC, DOCX nach Konvertierung; Bild: JPEG, GIF, PNG und BMP
Schnittstellen :
Micro-USB
Internetzugang: ausschließlich per WLAN nach b/g/n-Standard
Akku:
Lithium-Polymer-Akku, reicht laut Amazon je nach Nutzung bis zu einem Monat
Lieferumfang:
Kindle, USB-Kabel, Kurzanleitung
Optionales Zubehör: USB-Netzadapter, Schutzhüllen
Garantie:
1 Jahr Herstellergarantie
Pro & Contra:
breites Angebot (950.000 E-Books)
leichte Bedienung für Links- und Rechtshänder
gute Verarbeitung und ansprechendes Design
Schrift wird dank E-Ink scharf und klar dargestellt
Speicherplatz für rund 1.400 Bücher
Kostenlose Leseprobe und Probe-Abonnements
Einfache Bestellung von Inhalten im Kindle-Shop
eigene Dokumente abrufbar
geringer Energieverbrauch (Akkulaufzeit bis zu 1 Monat)
Darstellung von Zeitungen und PDF noch nicht optimal
experimenteller Browser
nur 16 Graustufen
bescheidener Lieferumfang: USB-Netzadapter und Schutzhülle nur als kostenpflichtiges Zubehör
virtuelle Tastatur nicht für längere Texte geeignet
ePub-Format wird nicht unterstützt

Bewertung:
Lesbarkeit/Display (30%): sehr gut
Bedienung (20%): gut
Maße/Gewicht (15%): sehr gut
Formatunterstützung (15%): befriedigend
Akkulaufzeit (10%): gut
Verarbeitung (10%): sehr gut
Gesamtnote gut (1,6)

(Jörg Schamberg)

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