Testbericht

Alienware M11x mit SSD & Nvidia Optimus im Test

Kürzlich hat Dell die Konfigurationsmöglichkeiten für sein Gaming-Subnotebook Alienware M11x erweitert und uns eins der 2-kg-Leichtgewichte mit Intel Core i5, Wechselgrafik und Lightshow zum Test geschickt.

Kürzlich hat Dell die Konfigurationsmöglichkeiten für sein Gaming-Subnotebook Alienware M11x erweitert und uns eins der 2-kg-Leichtgewichte mit Intel Core i5, Wechselgrafik und Lightshow zum Test geschickt.

Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Schon die Verpackung des Alienware M11x ist eine Augenweide – aber ein nur 32x36 Zentimeter (cm) großer Karton für ein Gaming-Notebook? Kein Problem, wenn die tragbare Spielemaschine auf die Größe eines Subnotebooks geschrumpft ist. Mit seinem 11,6-Zoll-Display ist das M11x der kleinste Gamer der zu Dell gehörenden Hardware-Schmiede Alienware, protzt aber seit dem kürzlich erfolgten Konfigurations-Update trotzdem mit Core i5- und i7-Prozessoren mit Turbo Boost und der Nvidia Optimus Wechselgrafik. Aber: Macht Spielen auf einem Gerät, das nur minimal größer als ein Netbook ist, überhaupt richtig Spaß? Wir haben es ausprobiert.

Alienware M11x im Test

  1. Außen: Design, Maße und Anschlüsse
  2. Innen: Konfigurationsmöglichkeiten, Testgerät & Preise, Leistung
  3. Spiegel-Display, Tastatur, Akku, Stromverbrauch und Fazit

Oberfläche: Matt und samtig

Wie üblich zieht der Hersteller das Alien-Thema komplett durch: Von der äußeren Verpackung über das Notebook-Gehäuse und die Tastatur bis hin zum Karton mit dem Zubehör, der außerirdische Schriftzeichen trägt. Das rund 29x23 cm kleine und 2 Kilogramm leichte Alienware M11x sorgt definitiv für neugierige Blicke. Zugeklappt wirkt die Vorderseite wie die Front eines tiefergelegten, getunten Autos - mit knapp 3,3 cm auch etwas bullig für ein Subnotebook. Um die Maschine zu starten, zuckt der Finger in Richtung Alienkopf oberhalb der Tastatur. Dann springt auch die Beleuchtung an, die die vorderen, länglichen Lampen wie Frontleuchten aussehen lässt. Außen ist das kleine Notebook schwarz und komplett mattiert, alternativ gibt es das M11x auch noch in einem hellen Grau. Der Deckel ist wieder ausgeformt und mit einem Alien verziert, weist aber eine andere Form auf als das des Alienware m15x (Test). Die neue Gehäuseoberfläche fühlt sich in der schwarzen Variante Soft Touch – Stealth Black an wie eine weiche Gummioberfläche, was wesentlich angenehmer ist als das glatte Glanzgehäuse des m15x.

Die Handballenauflage zeigt eine andere Beschaffenheit als die Außenhaut des Aliens und verfügt über eine leicht körnige Struktur, die sich auf die Klicktasten unter dem Touchpad ausdehnt. Das ist bei der Nutzung zwar ganz angenehm, optisch aber nicht gerade ein Knaller. Der Mausersatz ist durch eine Perforation angeraut, die Tastatur ist wiederum glatt, aber ebenso matt. Zusätzlich zum Start-Button, dem Alienware-Schriftzug unter dem nahtlos abgedecktem, glänzendem Display und den bereits erwähnten Frontleuchten ist auch die gesamte Tastatur von unten und die Tasten per Rahmen beleuchtet. Ab Werk scheint alles in blau, mit der AlienFX-Software kann sich der Nutzer aber bezüglich Farbe, Farbwechsel und Takt nach Belieben auslassen und alles nach seinen Wünschen anpassen. Da die Lightshow auch am Akku zerrt, lässt sie sich über eine eigene Taste ein- und ausschalten. Der Akku befindet sich übrigens unter einer Abdeckung, die mit Schrauben gesichert ist. Ohne Schraubenzieher gestaltet sich ein Wechsel des Energiespenders als schwierig.

Anschlüsse

Die Tour rund um das Gehäuse beginnt an der linken Seite mit einer Vorrichtung für ein Kensington-Schloss, rechts daneben finden sich eine DisplayPort-Schnittstelle und HDMI, gefolgt von einem USB-Port, dem Netzwerkanschluss, einem Kartenleser für vier Speicherkarten-Formate und FireWire. Nach der blanken Front geht es auf die rechte Seite hinüber, die zwei Audioausgänge, einen Mikrofonanschluss und zwei weitere USB-Schnittstellen liefert. Die Rückseite ermöglicht nur die Verbindung mit dem flachen Netzteil und dient ansonsten zum Abtransport der warmen Luft aus dem Gehäuse. Oberhalb des Displays findet sich eine Webcam, die sich zusammen mit der Gesichtserkennungs-Software auch zum Login nutzen lässt. Die Lautsprecher ziert keine prominente Kennzeichnung. Ihr Klang ist ganz gut, aber nicht herausragend.

Preislich geht es bei 799 Euro mit einem Intel Pentium und ab 999 Euro mit einem Intel Core i7-640UM oder einem i5-520UM mit zwei Kernen und 1,2 beziehungsweise 1,06 Gigahertz los. Taktrate und der Zusatz UM deuten schon die Stromsparabsichten der Prozessoren an: Die maximale TDP (Thermal Design Power) der Dual-Cores liegt bei 18 Watt. Wer das i5-Modell für 999 Euro bestellt, bekommt den Mini-Gamer mit zwei Gigabyte (GB) DDR3-Arbeitsspeicher und einer 250-GB-Festplatte. Unser Testgerät hat einen Wert von 1.633 Euro und hat sich den i5 einverleibt, spendiert vier GB DDR3-RAM und eine flotte Solid State Disk (SSD) mit 256 GB. Bluetooth kostet ebenfalls extra und komplettiert bei unserem Test-Alien die Kontaktmöglichkeiten zur Außenwelt wie LAN und WLAN 802.11 b/g/n.

Alienware M11x im Test

  1. Außen: Design, Maße und Anschlüsse
  2. Innen: Konfigurationsmöglichkeiten, Testgerät & Preise, Leistung
  3. Spiegel-Display, Tastatur, Akku, Stromverbrauch und Fazit

Kein Laufwerk

Das Grafik-Büro ist von zwei Kollegen besetzt. Um leichtere Aufgaben und Videos kümmert sich der auf dem Prozessor angebrachte Intel HD Chip, der während seiner Arbeitszeit wenig Energie verbraucht. Hungriger ist der Mitarbeiter Nvidia GT 335M, der zwar noch keinen DirectX-11-Lehrgang besucht hat, aber deutlich schneller arbeitet als der Onboardchip. Wer wann was bearbeitet, entscheidet Nvidia Optimus selbst. Wo wir gerade bei der Grafik sind – wie installiert man normalerweise ein Spiel? Klar, die DVD einlegen und... So weit kommt man beim Alienware m11x erst gar nicht, da kein Laufwerk integriert ist. Dell/Alienware bietet lediglich einen externen DVD-Brenner für 72 Euro an. Geht man also davon aus, kein Laufwerk zu bestellen und bedenkt man, dass sich ein Spiel heutzutage aufgrund des Kopierschutzes nicht mal eben auf einen USB-Stick verfrachten lässt, ist es nur logisch, dass Dell das Steam Portal als Applikation mitliefert.

Leistung: CPU, SSD und Grafik

Nach den ganzen Beschreibungen wollen wir uns nun der Leistung widmen. Der stromsparende Core i5-520UM (1,06 GHz) erreichte den Benchmarks nach zu urteilen etwas mehr als die Hälfte der Power eines Core i5-M520 (2,4 GHz), der zum Beispiel im Dell Studio 15 sitzt, oder zwei Drittel der Power eines Intel Core i3-330M (2,13 GHz), wie im Sony Vaio EA oder Toshiba A660-151. Beim Zippen von Bildern benötigte er rund 67 Prozent mehr Zeit. Nicht schlecht, die herkömmlichen Core i-Modelle sind mit 35 Watt Thermal Design Power schließlich doppelt so hungrig.

Schneller ist die SSD, die verglichen mit einer herkömmlichen HDD durch hohe Schreib- und Leseraten auffiel. Die GeForce GT 335M ähnelte bezüglich der Leistung der GT 330M (Toshiba A660). Sie kann außerdem High Definition Filme in 1080p abspielen. Um etwas davon zu haben, müsste das Video aber schon an einen Monitor oder Fernseher mit entsprechender Auflösung weitergereicht werden, das 11,6-Zoll-Display zeigt mit 1.366x768 Bildpunkten nämlich "nur" 720p an. Echte Filmfans würden aufgrund des kleinen Bildschirms und des fehlenden Laufwerks aber ohnehin sicher nicht zu diesem Mini-Gamer greifen.

Designtechnisch macht das Display aufgrund der übergangslosen Abdeckung viel her, auch die Schärfe der Schrift ist klasse. Allerdings haben wir schon Bildschirme gesehen, die uns mehr vom Hocker gehauen haben. Insgesamt könnte das Display noch etwas mehr Farbe und/oder Kontrast vertragen. Vielleicht liegt die getrübte Optik aber auch einfach an dem extremen Glanz. Wer schon immer liebend gern über Hochglanz-Displays gemeckert hat, wird hier einen neuen Auslöser zum Aufregen finden. Der Bildschirm spiegelt stark, scheint die Sonne, wird es unerträglich. Am besten sieht man frontal vor dem Notebook sitzend, die Blickwinkel sind nicht sonderlich groß. Insgesamt erhält das Display aufgrund der Spiegelungen die Note "befriedigend".

Alienware M11x im Test

  1. Außen: Design, Maße und Anschlüsse
  2. Innen: Konfigurationsmöglichkeiten, Testgerät & Preise, Leistung
  3. Spiegel-Display, Tastatur, Akku, Stromverbrauch und Fazit

Für einen separaten Nummernblock ist bei einem 11-Zöller kein Platz und die WASD-Tasten sind erst auf dem zweiten Blick gekennzeichnet: Mit außerirdischer Schrift. Sollten sich die Gamer-Finger aber auch auf die anderen Tasten verirren, ist jedenfalls für ein angenehmes Tippen gesorgt. Wir empfanden die übrige Tastatur als ausreichend groß, lediglich bei den Pfeiltasten hat Alienware Platz gespart, was im Test aber nicht störte. Auch Touchpad und Klicktasten sind angenehm, sie lassen sich sehr gut bedienen und sind perfekt gedämpft.

Zum Schluss wollen wir noch ein paar Worte über die Akkulaufzeit und die Wärmeentwicklung verlieren. Nach einigen Stunden fordernden Betriebs wird das Notebook auf der Unterseite deutlich zu warm für den Schoß, auch die linke Seite der Handballenauflage erwärmt sich. Reizt man die Leistung bis zum Anschlag aus, hält der Kleine 2 Stunden durch, bei minimaler Last sogar 6 - gut!

Fazit: Extrem mobiler und guter Gamer mit Display-Schwäche

Das M11x ist der jüngste und kleinste Gamer aus der mobilen Ecke von Alienware und hat sich bei seinen großen Brüdern einiges abgeschaut und auf seine kleinen Maße hin optimiert. Zwar kann es das M11x bezüglich der Leistung auch nach dem neuen Komponenten-Update nicht mit den großen Aliens aufnehmen, ist aber sparsamer, wesentlich mobiler und nicht zuletzt auch günstiger in der Anschaffung. Auch der Lärmpegel fällt geringer aus. Lässt man den kleinen Laptop bis zum Anschlag und bei sommerlichen Temperaturen eine Weile arbeiten, relativiert sich die anfängliche Ruhe, es röhrt aber nicht so laut wie andere Spiele-Notebooks. Apropos Spielen: Es ist machbar auf 11,6 Zoll, aber trotzdem bestimmt nicht Jedermanns Sache. Für passionierte Gamer, die die allerneuesten Spiele nutzen möchten, wäre die Grafikkarte auch nicht stark genug.

Die Verarbeitung und die Optik sind beim Alienware M11x größtenteils top, herummäkeln kann man an der weniger hübschen Handballenauflage und der Zierleiste oberhalb der Tastatur, die bei unserem Testgerät schon minimale Ablösung aufwies. Tastatur und Touchpad haben uns gut gefallen. Aber niemand ist perfekt, auch das Alienware M11x nicht. Das aber bezieht sich bei dem Gaming-Leichtgewicht ganz klar auf das zu stark spiegelnde und nicht ganz überzeugende Display. Das Preis-/Leistungsverhältnis lässt nur ein sehr gut zu - eine ähnliche Bestückung zum fast gleichen Preis gibt es zwar beim Asus PL30JT, es ist mit 13,3 Zoll aber größer und aufgrund der Nvidia GeForce G310M spielerisch schwächer.

Weitere Testberichte, Netbooks im Vergleich, einen Ratgeber zur Frage Notebook oder Netbook und weitere Tipps sowie Hinweise zum Notebook-Kauf liefert unser Hintergrundbereich.

Name: Alienware M11x
Hersteller: Dell
Internet: www.dell.de
Preis: UVP: ab 999 Euro mit Core i5/i7, Bestückung wie Testgerät: 1.633 Euro
Technische Daten
Chipsatz/Prozessor: Intel QS57 und Intel Core i5-520UM mit 1,06 GHz
Grafikkarte: Intel HD + Nvidia GeForce GT 335M mit CUDA und 1 GB VRAM
Bildschirm: 11,6 Zoll (1.366x768 Pixel), LED-Hintergrundbeleuchtung, hochglänzend
Batterie: Lithium-Ionen-Akku mit 8 Zellen: Laufzeit: 120 Minuten unter Vollast / 350 Minuten Lesetest (WLAN und Bluetooth aus) / 125 Minuten Dauerspielen mit vollem Einsatz (Lautstärke + Display 50%)
Speicher: 4 GB DDR3 mit 800 MHz (2x2), max. 8 GB
Festplatte: SSD mit 256 GB
Laufwerk: kein Laufwerk integriert
Soundkarte: Onboard: Realtek High Definition Audio (5.1)
Kommunikation: LAN, WLAN 802.11 b/g/n
Betriebssystem: Windows 7 Home Premium 64-bit
Abmessungen: BxTxH: 285,7 x 233,3 x 32,7 Millimeter; ab 1,99 Kilogramm
Anschlüsse: HDMI, DisplayPort, 3x USB, FireWire, Kartenleser (SD, MMC, MS/MS Pro), Mikrofon, Kopfhörer
Sonstiges: 1,3-Megapixel-Webcam
Benchmarks/Zahlen: Windows Leistungsindex: CPU: 4,9 / RAM: 5,3 / 2D: 3,2/ 3D: 6,2 / HDD: 7,3

7-Zip: 164 JPG-Fotos (400 MB) ins .zip-Format: 30 Sek.
CPU-Benchmark von PC Wizard: 77.271
CPU-Benchmark Cinebench: 4.198

Grafikkarte:
Frames pro Sekunde (fps) im Durchschnitt:
DirectX-10-Benchmark Devil May Cry: bei 1.366x768 Pixeln, Details & Auflösung hoch: 72 fps; Details & Auflösung extrem hoch und 2x MSAA: 56 fps
Crysis: bei 1.366x768 Pixeln 25 bis 30 fps; Details mittel FurMark: erkennt nur Intel HD Grafik
OpenGL-Benchmark Cinebench 64Bit: 2.902

HDD-Benchmark von PC Wizard: Sequentielles Schreiben/Lesen: 131/164 MB/s; gepuffertes Schreiben/Lesen: 180/191 MB/s; zufälliges Lesen: 48 MB/s
Stromverbrauch: Ausgeschaltet am Netz: ca. 0,4 Watt
Eingeschaltet im Energiesparmodus: ca. 20 Watt
Videowiedergabe im Energiesparmodus: ca. 26 Watt
Benchmark-Test unter Höchstleistung (Displayhelligkeit 100%, WLAN ein): ca. 43 Watt
Garantie: je nach Paket ein bis drei Jahre Dell Service
Pro & Contra
klein und handlich
außergewöhnliches, stimmiges Design
innen und außen matt, angenehme Haptik
gute, große Tastatur
relativ starke Hardware
schnelle SSD
gute Akkuwerte
Beleuchtung
spiegelndes Display
kein Laufwerk
Bewertung:
Geschwindigkeit (20%): gut
Ausstattung (20%): gut
Display (20%): befriedigend
Ergonomie (15%): gut
Akkulaufzeit (15%): gut
Verarbeitung (10%): gut
Gesamt: gut (2,2)
Preis-Leistung: sehr gut

(Saskia Brintrup)

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