Testbericht

Aldi-Netbook akoya Mini im Test: Klein und gut

Klein, aber günstig und für Internet und Office absolut ausreichend. Das neue Netbook von Medion hat am ersten Verkaufstag bei Aldi reißenden Absatz gefunden. Ein Kritikpunkt ist der schwache Akku.

Klein, aber günstig und für Internet und Office absolut ausreichend. Das neue Netbook von Medion hat am ersten Verkaufstag bei Aldi reißenden Absatz gefunden. Ein Kritikpunkt ist der schwache Akku.

Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com
Klein, leicht und günstig. Einer der Trends im Jahr 2008 sind die mobilen Netbooks, die vor allem auf die Nutzung des Internets und von Office-Programmen ausgelegt sind. Dafür sparen sie bei der technischen Ausstattung, ein DVD-Laufwerk etwa hat keines der Modelle vorzuweisen. Immer mehr Hersteller kündigen kleine Rechner im Stile des Eee PC an. Bisher blieb es jedoch meist bei Ankündigungen, etliche Geräte kommen erst in den nächsten Wochen und Monaten auf den Markt. Dies trifft auch auf den Wind PC von MSI mit Intel Atom Prozessor zu, dessen Vertrieb in Deutschland im August starten soll. Discounter Aldi hat dagegen offenbar wieder einmal einen guten Riecher für die Nachfrage am Markt gehabt. Bei seinem Technologiepartner Medion orderte der Lebensmittel-Händler größere Stückzahlen von Medions neuem 10-Zoll-Netbook akoya Mini E1210, das nahezu baugleich mit dem MSI Wind ist. Laut verschiedenen Medienberichten war das Netbook, das Aldi für 399 Euro angeboten hat, in etlichen Regionen Deutschlands bereits nach kurzer Zeit ausverkauft. Die Redaktion von onlinekosten.de hat den tragbaren Aldi-Rechner getestet.

Klein und kompakt

Bereits die relativ kleine Verpackung des akoya Mini vermittelt den Eindruck, dass es sich hier um einen mobilen Rechner mit nur geringen Ausmaßen handeln muss. Das abgespeckte Notebook bringt es auf Abmessungen von 260x38x180 Millimetern und wiegt inklusive Akku lediglich 1,2 Kilogramm. Im Lieferumfang ist ein nicht sonderlich leistungsstarker 3-Zellen-Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 2200 mAh enthalten. Ebenfalls dabei sind ein Netzadapter zum Aufladen des Akkus sowie eine stabile, genau auf die Größe des Netbooks zugeschnittene, weiße oder schwarze Tasche. Weiter finden sich ein Handbuch plus Kurzanleitung sowie zwei CDs mit Anwendungen und Treibern. Windows XP Home inklusive Service Pack 3 ist als Betriebssystem bereits vorinstalliert. Eine Recovery-CD zur Systemwiederherstellung liegt bei.

Schwacher Akku schmälert den Spaß

Vor dem ersten Einsatz sollte der Akku vollständig aufgeladen sein, da sich das Akoya Mini im Test sonst weigerte, zu starten. Der Akku lässt sich an der Gehäuserückseite einstecken und wird ohne Schrauben mit einem Schiebeschalter gesichert. Die durchschnittliche Betriebszeit soll laut Medion bei rund 2,5 Stunden liegen. Im Test in der Redaktion schaffte der Akoya Mini eine geringfügig längere Laufzeit, die aber immer noch unter drei Stunden lag. Um diese Betriebszeit zu erreichen, wurden allerdings auch die Energieeinstellungen optimiert und auf einen möglichst geringen Verbrauch eingestellt. Nach längeren Ruhepausen schaltete das Netbook dadurch automatisch in den Standby-Zustand, um Energie zu sparen. Das Laden des Akkus hat in eingeschaltetem Zustand rund zwei Stunden gedauert. Das Netzteil ist ein wenig groß geraten, gerade wenn es mitgenommen werden soll. In der Tasche ist hierfür kaum Platz.

Leistungsfähigerer Akku für 99 Euro erhältlich

Im Medion-Shop ist bereits unter der Rubrik Notebookzubehör ein leistungsstärkerer 6-Zellen-Lithium-Ionen Akku mit einer Kapazität von 5200 mAh bestellbar. Der Preis von 99 Euro ist allerdings nicht sonderlich günstig. Als weiteres Zubehör für den akoya Mini bietet Medion dort auch einen Car-Adapter für 49 Euro, ein externes DVD-RW-Laufwerk für 69,90 Euro sowie einen USB Bluetooth 2.0 Dongle für 19 Euro an.


Der akoya Mini überzeugt mit seinen geringen Abmessungen.
Zum Vergrößern anklicken. Fotos: onlinekosten.de
Beim ersten Start des Netbooks wird der Nutzer aufgefordert noch einige individuelle Konfigurationen wie Ländereinstellungen und Sprache vorzunehmen. Nach gut drei Minuten kann Windows XP dann laden. Der Bootvorgang selbst vom Einschalten des Netbooks bis zum völligen Hochfahren von Windows XP hat in unserem Test rund 45 Sekunden benötigt – eine noch akzeptable Zeit.

Fast ausgewachsene Tastatur

Das laut Aldi-Prospekt "stylische" Netbook ist in schwarzem, silbernen oder bei Aldi-Nord auch in weißem Gehäuse erhältlich. Es verfügt über eine fast normal große Tastatur, die nahezu die gesagte Breite des Gehäuses einnimmt. Dennoch ist auch wegen der im Vergleich zu Standardtasturen vereinzelt veränderten Tastenbelegung und der näher zusammenliegenden Tasten eine kurze Eingewöhnungszeit erforderlich. Auch längere Texte lassen sich aber damit hin und wieder erfassen. Die Tasten sind leichtgängig, die Bedienung per Touchpad problemlos. Die Maustaste arbeitet präzise, erfordert aber einen etwas stärkeren Druck.

Geräuschfreies Arbeiten mit genügend Speicherplatz

Der Mini-Rechner arbeitet vollkommen leise. Aus den Lüftungsschlitzen auf der linken Gehäuseseite dringen keine störenden Geräusche, auch die verbaute 80 Gigabyte (GB) SATA-Festplatte verrichtet lautlos ihre Arbeit. Die Festplatte ist bereits in zwei Partitionen unterteilt, eine etwa acht GB große Partition dient als Recovery-Bereich für die Systemwiederherstellung. Insgesamt werden noch rund 60 GB freier Speicher angezeigt, mehr als genug für den mobilen Einsatz. Festplattenplatz beanspruchen die bereits vorinstallierten Software-Anwendungen wie Word Perfect Office X3, Ulead Photoimpact 12 oder WISO Mein Geld 2008. Die Anti-Virus-Software BullGuard schützt das Netbook bei ersten Internetausflügen, lässt sich jedoch nur für 90 Tage lang kostenlos updaten.

Mobiler Internet- und Officerechner

Die inneren Werte des Netbooks sind ausreichend stark, um verschiedene Standardanwendungen zu betreiben. Das Internet lässt sich flüssig sowohl per LAN-Verbindung oder per WLAN mit Draft-n-Standard nutzen. Die notwendige Power liefert der neu eingeführte Intel Atom Prozessor N270 mit 1,6 Gigahertz, der eigens für energiesparendes Arbeiten mit kleinen, mobilen Rechnern konzipiert wurde. Der Intel Onboard-Grafikchip GMA 950 zwackt Speicher vom Hauptspeicher ab – Medion hat das Netbook mit einem GB Arbeitsspeicher bestückt. Als Spielerechner ist der akoya Mini nicht ausgelegt. Das 10 Zoll LC-Display im Widescreen-Format ermöglicht eine maximale Auflösung von 1.024x600 Bildpunkten. Die Darstellung ist klar und gut lesbar, die Bildschirmhelligkeit lässt sich über zwei Funktionstasten regeln. Oberhalb des Displays wurden eine 0,3 Megapixel VGA-Webcam und ein integriertes Mikrofon verbaut. Der Sound wird von zwei Stereolautsprechern ausgegeben, die sich an der Unterseite des Netbooks befinden und etwas blechern, aber dennoch passabel klingen. Damit das akoya Mini mit anderer Peripherie verbunden werden kann, hat Medion an der linken und rechten Gehäuseseite ausreichend Anschlüsse vorgesehen. Doch teilweise wurde auch gespart.

Bluetooth nicht vorhanden

Mit drei USB 2.0-Ports, einem Multi-Kartenleser für SD, MMC und MS, jeweils einem Anschluss für Mikrofon und Kopfhörer, einer Öffnung für ein Kensingtonschloss, einem VGA-Ausgang für einen externen Monitor sowie einem LAN-Anschluss enthält das akoya Mini die notwendigsten Schnittstellen. Verzichtet hat Medion allerdings auf die Ausstattung mit Bluetooth. Auch der Zugriff auf das Internet per UMTS muss etwa mit einem gesonderten USB-UMTS-Stick erfolgen. Acht LEDs am Rande unterhalb der Tastatur geben unter anderem Auskunft über den Betriebsstatus von Webcam und WLAN sowie über die Aktivität der Festplatte.


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Komfortable Ausstattung ohne Bluetooth und UMTS-Unterstützung.
Zum Vergrößern anklicken. Fotos: onlinekosten.de


Fazit: Ein Kauf lohnt sich

Die ersten Arbeitsstunden mit dem akoya Mini stimmen positiv. Internetsurfen und Officeanwendungen erledigt der Mini-Rechner problemlos, zu diesem Zweck wurde er auch hauptsächlich konzipiert. Die Verarbeitung ist gelungen. Zudem bringt der akoya Mini als einer der ersten seiner Geräteklasse ein brauchbares 10-Zoll-Display mit ausreichender Hintergrundbeleuchtung mit. Teils wird in verschiedenen Internetforen von Problemen mit dem Display berichtet, im Test lief bei unserem Modell alles problemlos. Größter Negativposten ist aber der mitgelieferte schwache Akku. Insgesamt gesehen kann das Aldi-Netbook von Medion überzeugen. Wer ein Netbook bei Aldi ergattern konnte, kann sich also glücklich schätzen. Im Internet wird nach dem großen Verkaufserfolg bereits über eine zweite Lieferung von Netbooks durch Medion spekuliert. Auch über den Online-Shop des Herstellers soll das Netbook demnächst erhältlich sein. Spätestens im August will dann auch MSI den baugleichen Wind PC liefern.

Update: Medion stellt erstes Bios-Update bereit

Bereits kurz nach dem Verkaufsstart stellt Medion auf seiner Homepage bereits ein Bios-Update für das Aldi-Netbook bereit. Nutzer hatten über Probleme beim Einschalten des akoya Mini berichtet. Wird die Power-Taste zu lange gedrückt, so schaltet sich das Netbook nach ein paar Sekunden wieder ab. Dies konnte auch beim Test in der Redaktion nachvollzogen werden. Das Bios-Update soll dieses Problem beheben und das Netbook auch nach längerem Drücken der Einschalttaste starten lassen.

Name: Medion akoya Mini E1210
Hersteller: Medion
Internet: www.medion.de
Preis: UVP 399 Euro
Technische Daten
Prozessor: Intel Atom Prozessor N270 mit 1,6 GHz, 512 Kb L2-Cache
Grafikkarte: Onboard: Intel GMA 950 shared
Bildschirm: 10 Zoll WSVGA (1024x600) TFT-LCD
Batterie: 3-Zellen-Lithium-Ionen Akku: Laufzeit: circa 2,5 Stunden
Speicher: 1.024 MB DDR2
Festplatte: 1x 80 GB SATA
Laufwerk: -
Soundkarte: Onboard
Kommunikation: LAN, WLAN (802.11b/g/n)
Betriebssystem: Windows XP Home Edition
Abmessungen: (H x B x T): 3,8 cm x 26,0 cm x 18,0; 1.200 g
Anschlüsse: 3x USB, VGA-Out, Mikrofon, Kopfhörer, Multi-Kartenleser, Kensington-Schloss
Garantie: drei Jahre
Pro & Contra
10-Zoll LCD-Display (1.024x600)
kompakt und leicht
gute Bildqualität
Festplatte mit 80 GB
relativ große Tastatur
Webcam
mit 399 Euro noch günstig
Akku-Betriebslaufzeit 2,5 Stunden
kein Bluetooth
keine integrierte UMTS-Unterstützung
relativ teurer Zusatzakku
Bewertung:
Geschwindigkeit (25%): gut
Ausstattung (25%): gut
Ergonomie (20%): gut
Akkulaufzeit (20%): ausreichend
Verarbeitung (10%): gut
Gesamt: gut (2,4)
Preis-Leistung: gut

(Jörg Schamberg)

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