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Acer Aspire One 522 im Test: AMD schlägt Intel

Von einem technischen K.o. der Intel-Atom-Netbooks kann man zwar nicht sprechen, das Aspire One 522 für rund 300 Euro setzt den Mini-Laptops bei gleicher Größe mit AMD Fusion APU, HDMI und HD-Display aber ordentlich zu.

Von einem technischen K.o. der Intel-Atom-Netbooks kann man zwar nicht sprechen, das Aspire One 522 für rund 300 Euro setzt den Mini-Laptops bei gleicher Größe mit AMD Fusion APU, HDMI und HD-Display aber ordentlich zu.

Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Die Intel-Atom-Netbooks haben vor einiger Zeit Konkurrenz von Mini-Laptops mit AMD-Hardware bekommen. Die integrierte Grafik der Fusion APUs ist stärker und beschert dem Nutzer – je nach Modell – bei gleicher Gerätegröße zwei Features, die bei Netbooks eher Mangelware sind: einen HDMI-Ausgang und eine höhere Bildschirmauflösung. Das Acer Aspire One 522 hat für rund 300 Euro beides im Gepäck; der 10,1-Zöller bringt es auf 1.280x720 Bildpunkte und setzt den Atom-Netbooks ordentlich zu.

Acer Aspire One 522 Test – Inhalt

  • Seite 1: Design, Akkulaufzeit und Eingabegeräte
  • Seite 2: Schnittstellen, Hardware und Leistung
  • Seite 3: Display, Fazit und Info-Tabelle

Aufgrund der Ausstattung hatten wir über den Mini-Rechner bereits im Artikel über Subnotebooks für unter 700 Euro berichtet, in dem auch das sehr ähnlich bestückte Toshiba NB550D (Test) Erwähnung findet. Acers Aspire One 522 ist bei identisch großem Display minimal kompakter, was aber zu Lasten der Akkukapazität und somit der Laufzeit geht. Mit den 6 bis 13 Stunden des japanischen Minis kann das Subnotebook aus Taiwan nicht ganz mithalten. Das Aspire One 522 bringt es unter Vollast auf knapp 3,5 Stunden. Wenn es nur Textdokumente anzeigen muss und den Energiespargang einlegen darf, lässt sich die mobile Zeit auf etwas mehr als 7,5 Stunden strecken. Im Videobetrieb sind 5 Stunden möglich.

Innen matt, außen glänzend

259x185x26 Millimeter misst das rund 1,3 Kilogramm leichte Mini-Notebook, das mit schwarzem oder grünem Gehäuse zu haben ist. Der Deckel sowie der recht breite Rahmen um den Bildschirm sind hochglänzend – mit allen bekannten Vorzügen und Nachteilen. So macht die Gestaltung zwar einen schicken Eindruck, sieht durch die sich ausbreitenden Fingerabdrücke aber nur richtig schön aus, wenn zwischendurch zum Putztuch gegriffen wird. An den häufigsten Berührungspunkten, im Innenraum, geht es matt zu. Sowohl die Tastatur mit einzeln eingesetzten Tasten als auch die Handballenauflage, das Touchpad und die durchgehende Klicktaste sind angenehm glanzfrei.

Größtmögliche Tasten und Multi-Touchpad

Davon profitiert die Handhabung. Weil Acer die Tastenzwischenräume auf ein Minimum reduziert hat, dehnen sich alle Buchstabentasten auf die gleiche Größe aus, was dem Schreibfluss sehr zugute kommt. Schmaler sind lediglich die spitzen Klammern, die Raute und das Plus. Am Touchpad gibt es sehr wenig zu meckern; der einzige Kritikpunkt ist, dass es durch die fast nahtlose Einarbeitung ohne hinzuschauen schwer fällt, den Rand zum Scrollen zu treffen. Da aber Mehrfingergesten verstanden werden, sind zwei Finger in der Pad-Mitte eine gute Alternative.

Bezüglich der Schnittstellen ist das Aspire One 522 einem Standard-Netbook überlegen. Neben drei USB-Ports, Anschlüssen für einen Kopfhörer und ein Mikrofon, einem Kartenleser und einem analogen D-Sub-Port (VGA) für Beamer oder Monitore lässt sich auch ein HDMI-Ausgang entdecken, der HD-Filme zum Flachbildfernseher rüberschicken kann. Windows 7 ist in der Starter Edition installiert, eine erweiterte Anzeige auf zwei Displays ist daher nicht möglich, sondern nur der Klonmodus und das Entweder-Oder. Um Videos in hoher Auflösung abzuspielen, ist die Hardware stark genug; da das Display über eine ausreichend hohe Pixelzahl verfügt, lassen sich die Filme alternativ auch direkt am Gerät ansehen. Ein Laufwerk ist nicht vorhanden.

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Full-HD-Videos von der Platte, HD-Clips bei YouTube

Die Hauptrolle bei den technischen Daten spielt der Ontario-Prozessor C50 der AMD Brazos-Plattform für kleine und leichte Notebooks. Das Dual-Core-Modell mit 1,0 Gigahertz (GHz) Taktfrequenz integriert einen AMD Radeon HD 6250M Grafikchip, der sich mit am 1 Gigabyte (GB) großen DDR3-Arbeitsspeicher bedient. 2 GB einzubauen, wäre daher auch keine schlechte Idee gewesen. Gemeinsam benötigt das Fusion-Duo lediglich 9 Watt und liegt damit auf Intel-Atom-Niveau (N550 Dual-Core). Die Leistung übersteigt aber das, was man von einem Netbook gewohnt ist. Für die CPU gilt das nur eingeschränkt, der C50 zippte Dateien im Test nicht schneller als ein Intel Pentium SU2700 Single-Core mit 1,3 GHz und ist nur etwa ein Drittel flotter als ein Atom-Einkerner, bei der Grafikleistung muss sich ein vergleichbares Modell mit Intel GMA aber geschlagen geben.

Der HD 6250M Chip macht weder vor 720p- noch vor 1080p-Videos Halt und sogar ein älteres DirectX-10-3D-Spiel zuckelt mit niedrigen Details bei nativer Auflösung noch gerade flüssig über den Bildschirm. Soll es schneller gehen, müsste auf die HD-Auflösung verzichtet werden. Insgesamt zeigt sich die AMD Fusion APU etwas schwächer als Nvidia Ion 2 (zum Beispiel im Asus Eee PC 1201PN Test). An seine Grenzen stößt das Aspire One 522, wenn Full-HD-Videos mit dem Flash-Plugin auf youtube.com abgespielt werden sollen. Im Test geriet die Wiedergabe deutlich ins Stocken und die CPU war mit 99 Prozent bis zum Anschlag ausgelastet. 720p-Clips sind wiederum kein Problem und lassen dem Innenleben noch etwa ein Drittel Reserven.

Das HD-Display ist nicht entspiegelt, weshalb sich das Aspire One 522 nur bedingt für den Außeneinsatz eignet. Um die Spiegeleffekte abzufedern, kann die Displayhelligkeit erhöht werden, die sich ausreichend hoch einstellen lässt. Die hohe Auflösung fällt nicht nur bei Videos, sondern auch im Alltagsbetrieb positiv auf. Verglichen mit der im Netbook-Bereich üblichen 1.024x600-Auflösung werden Websites wie am Desktop-PC angezeigt und Flash-Inhalte fester Größe, die bei zu kleinen Auflösungen abgeschnitten werden, lassen sich in Gänze betrachten. Zwar ist die Schrift kleiner, im Gegenzug macht aber das Handling mit zwei parallelen Fenstern in Windows mehr Spaß. Der horizontale Blickwinkel ist groß genug, sodass auch zwei Personen zusammen einen Film ansehen können. Der vertikale ist knapper. Beim Sound wirkt das Aspire One ausnahmsweise wie ein Netbook, der Klang der Lautsprecher bereitet wenig Freude – was in dieser Größenklasse aber eigentlich Standard ist.

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Fazit: Starke Alternative zum Atom-Netbook

Mit dem Aspire One 522 hat Acer ein Mini-Notebook im Angebot, das dem klassischen Netbook in vielen Belangen deutlich überlegen ist. Insbesondere die starke Grafik und der hochauflösende Bildschirm dürften für viele potentielle Käufer sehr reizvoll sein. Die Verarbeitung ist gut, lediglich der Displayrahmen lässt sich bei unserem Testgerät im oberen Bereich leicht eindrücken. Beim Surfen und im Office-Betrieb ist der Laptop schön leise, werden HD-Videos oder andere fordernde Anwendungen angeworfen, macht sich der Lüfter bemerkbar. Im direkten Vergleich mit dem technisch verwandten Konkurrenzmodell Toshiba NB550D gewinnt Acers Fusion-Netbook bei der Displayauflösung, beim Preis und knapp bei der Tastatur, verliert aber bei der Akkulaufzeit und haushoch beim Sound.

Weitere Testberichte, einen Netbook Vergleich und eine Kaufberatung zum Thema Notebook oder Netbook liefert unser Hintergrundbereich. Mehr Acer Netbook-Modelle gibt es auf der Netbook-Seite.

Name: Aspire One 522
Hersteller: Acer
Internet: www.acer.de
Preis: UVP: 299 Euro
Technische Daten
Prozessor: AMD C50 Prozessor mit 1,0 GHz
Grafikkarte: AMD Radeon HD 6250M Onboard
Bildschirm: 10,1 Zoll (1.280x720 Pixel), glänzend
Batterie: Lithium-Ionen-Akku, Laufzeit: 200 Minuten unter Vollast / 500 Minuten Lesetest (WLAN aus) / ca. 300 Minuten Videobetrieb (Lautstärke + Display 50%)
Speicher: 1 GB DDR3
Festplatte: 250 GB
Laufwerk: -
Soundkarte: Onboard
Kommunikation: LAN, WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth 3.0
Betriebssystem: Windows 7 Starter
Abmessungen: BxTxH: 259 x 185 x 26 Millimeter; 1,3 Kilogramm
Anschlüsse: HDMI, 3x USB 2.0, Kartenleser (SD, MMC, MS, MS Pro, xD), Mikrofon, Kopfhörer
Sonstiges: 1,3-Megapixel-Webcam
Lieferumfang: Notebook, Akku, Netzteil, Netzkabel, Kurzanleitung
Benchmarks/Zahlen: Windows Leistungsindex: CPU: 2,8 / RAM: 3,9 / 2D: 4,1 / 3D: 5,5 / HDD: 5,5

7-Zip: 164 JPG-Fotos (400 MB) ins .zip-Format: 65 Sek.
CPU-Benchmark: Cinebench 11.5: 0.4

Grafikkarte:
Grafik-Benchmark FurMark: 90 (1.280x720)
OpenGL-Benchmark Cinebench 11.5: 5,06 BpS:

Frames pro Sekunde (fps) im Durchschnitt:
DirectX-10-Benchmark Devil May Cry: bei 1.280x720 Pixeln, Details niedrig, Schattenqualität aus: 25 fps
Stromverbrauch: Ausgeschaltet am Netz: ca. 0,3 Watt
Ein / Energiesparmodus: ca. 7 Watt
Video / Energiesparmodus: ca. 13 Watt
Benchmark-Test / Höchstleistung (Displayhelligkeit 100%, WLAN ein): ca. 19 Watt
Garantie: ein Jahr Acer Garantie (Pick up & Return)
Pro & Contra
kompaktes Gerät
schlichtes, schönes Design
HDMI und Bluetooth 3.0
Display mit HD-Auflösung
stark genug für HD-Videos
gute Tastatur, große Tasten
im Office-Betrieb sehr leise
spiegelndes Display
Gehäuse anfällig für
Fingerabdrücke
Akku könnte stärker sein
Bewertung:
Geschwindigkeit: 7/10
Ausstattung: 7/10
Display: 13/15
Bedienung/Komfort: 8/10
Gewicht: 19/20
Akkulaufzeit: 22/25
Verarbeitung: 8/10
Gesamt: 84/100 --- So testen wir Notebooks
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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