Testbericht

499-Euro-Notebook von Toshiba im Test

Nicht jeder Nutzer benötigt schnellste Dual-Core-Prozessoren, eine dedizierte Grafikkarte oder ein Blu-ray-Laufwerk. Die Redaktion hat ein Einsteiger-Modell getestet: das Satellite L300-13X von Toshiba.

Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com
Wer über das nötige Kleingeld verfügt, kann für ein Notebook gut und gerne weit über 1000 Euro ausgeben. Doch nicht jeder Nutzer ist auf schnellste Dual-Core-Prozessoren, eine leistungsstarke Grafikkarte und zusätzliche Features wie ein Blu-ray-Laufwerk angewiesen. Wenn es nur ein Gerät zum Surfen und Schreiben sein soll, genügt auch ein Einsteiger-Modell. Die Redaktion von onlinekosten.de hat einen entsprechenden Rechner getestet: den Satellite L300-13X von Toshiba, der schon für 499 Euro zu haben ist.

Schlicht und einfach

Das Notebook hinterlässt mit seinem silbergrauen Gehäuse und den schwarzen Details einen extrem schlichten, aber schönen, ersten Eindruck. Allerdings gibt der Deckel bei Druck leicht nach. Geöffnet wird es per Riegel-Schalter und gewährt dann einen Blick auf das schwarz umrahmte Display und die schwarze Tastatur, der umliegende Bereich ist wieder silbergrau. Ein stylisches Design mit Schnickschnack wie leuchtenden LEDs oder Logos in 3D-Optik darf der Anwender bei einem Gerät aus dieser Preisklasse natürlich nicht erwarten. Dennoch hat der Hersteller alles stimmig gestaltet und auch Verarbeitungsmängel ließen sich nicht feststellen.

Die technischen Zutaten

Für den Antrieb sorgt bei diesem Laptop noch eine Single-Core-CPU: ein Intel Celeron Mobilprozessor 550 mit 2,0 Gigahertz, dem zwei Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher Gesellschaft leisten. Für einen flüssigen Betrieb von Windows Vista, das hier nur in der Basic-Variante installiert ist, ist dies auch erforderlich, zumal Intels Onboard-Grafik X3100 noch bis zu 358 Megabyte für sich beansprucht. Der Chip steckt zum Beispiel auch im Tecra A9 und eignet sich nur für ältere Spiele. Mit an Bord sind zudem ein DVD-Brenner und eine 120 GB speichernde Festplatte, was für die meisten Anfänger sicherlich ausreichen dürfte. Leider wird sich diese Benutzergruppe beim ersten Start nicht sonderlich über das Picasa Webalbum, die Google Toolbar und – noch schlimmer – die Google Desktop-Suche freuen, die sich gleich aufdrängen.
Das Display bezeichnet Toshiba als "Hochhelligkeitsbildschirm", was auch zutrifft: Es ist gut ausgeleuchtet und lässt sich besonders hell einstellen. Die Größe von 15,4 Zoll bei einer Auflösung von 1280x800 Pixel stellt dabei einen guten Kompromiss aus großer Fläche und Mobilität dar – auch das Gewicht von rund 2,5 Kilogramm erlaubt gelegentliches Umhertragen. Was man eigentlich eher von Multimedia- und Gaming-Notebooks kennt, ist auch hier vorhanden: eine spiegelnde Oberfläche. Diese sieht zwar hübsch aus, kann jedoch je nach Lichteinfall auch nerven. Wer häufig zu zweit vor dem Bildschirm sitzt, wird sich für die Blickwinkel interessieren. Diese könnten etwas größer ausfallen: Bei seitlichem Einblick wird das Bild recht schnell zu dunkel. Hierfür entschädigen die beiden Lautsprecher, die nicht nur laut genug sind, sondern auch eine ordentliche Qualität abliefern.

Tippen wie am Desktop

Die Tastatur lässt sich rundherum als positiv bewerten. Die Tasten lassen sich leicht, aber dennoch mit einem guten Druckpunkt bedienen und die Geräusche sind angenehm. Auch die Größe – sie hat immerhin die Ausmaße eines Standard-Exemplars – trägt zum hohen Bedienkomfort bei. Ein kleiner Kritikpunkt ist die Beschriftung der FN-Tasten, die sich mit ihren mittelgrauen, schmalen Buchstaben kaum vom schwarzen Untergrund abhebt und somit schwer zu erkennen ist. Touchpad und Klicktasten funktionieren einwandfrei, lediglich das recht laute Geräusch der Tasten kann bei häufiger Verwendung als störend empfunden werden.

Nur die nötigsten Anschlüsse

Nun zu den Anschlüssen. Die linke Seite bietet zwei übereinanderliegende USB-Ports, den LAN-Eingang und einen ExpressCard-Steckplatz. Darüber hinaus lässt sich hier ein externer Monitor mit D-Sub-Stecker (VGA) anschließen. Gegenüberliegend befindet sich noch eine dritte USB-Schnittstelle, während die Modembuchse auf der Rückseite liegt. Vorne sitzt neben den Eingängen für Mikrofon und Kopfhörer noch ein WLAN-Schalter, mit dem sich die Verbindung manuell abschalten lässt. Das Modul unterstützt die Funkstandards 802.11 b/g. Auch das obligatorische Rädchen zum Verstellen der Lautstärke ist wieder dabei.
Eine Erwärmung ist nach ein paar Stunden spürbar – im Bereich von Touchpad und Klicktasten. Insgesamt ist das Notebook ein Leisetreter. Im Office-Betrieb hört der Anwender fast nichts und auch bei höherer Prozessorauslastung verhält es sich ruhig. Weniger berauschend ist die Akkulaufzeit. Die kürzeste Laufzeit lag im Test mit der Software Battery Eater bei etwa 80 Minuten, wobei das Display permanent eingeschaltet und mit mittlerer Helligkeit eingestellt war. Somit ist nicht unbedingt gewährleistet, dass der Nutzer unterwegs einen kompletten Film anschauen kann. Auch der Lesetest mit der Anzeige eines Textdokuments fiel nur unwesentlich besser aus. Als längste Laufzeit wurden hier eine Stunde und 55 Minuten ermittelt – ohne WLAN-Empfang.

Fazit:

Das Satellite L300-13X ist eindeutig ein Einsteigergerät und kann mit einem günstigen Preis und einer hochwertigen Verarbeitung punkten. Wer etwas höhere Ansprüche stellt, wird eine Zwei-Kern-CPU vermissen, die bei anderen Modellen in dieser Preisklasse schon zu finden ist. Extras wie eine Webcam oder ein Kartenleser sowie zusätzliche Schnittstellen wie Firewire oder Bluetooth fehlen ebenfalls. Insgesamt eignet sich der Rechner daher für alltägliche Aufgaben wie Surfen, Office-Anwendungen oder zur Filmwiedergabe – leider ist die Akkulaufzeit aber recht knapp.

Name: Satellite L300-13X
Hersteller: Toshiba
Internet: www.toshiba.de
Preis: UVP 499 Euro
Technische Daten
Prozessor: Intel Celeron 550 mit 2,0 GHz
Grafikkarte: Intel GMA X3100 Onboard
Bildschirm: 15,4 Zoll WXGA (1280x800 Pixel)
Batterie: Lithium-Ion-Akku: Laufzeit: 80 Minuten unter Vollast / 115 Minuten maximal (WLAN aus)
Speicher: 2 GB (2 x 1 GB DDR2)
Festplatte: 1x 120 GB
Laufwerk: DVD-SuperMulti
Soundkarte: Realtek High Definition Audio
Kommunikation: LAN, WLAN (802.11b/g), Modem
Betriebssystem: Windows Vista Home Basic
Abmessungen: BxTxH in cm: 36,2x26,7x3,3 (Vorderseite) / 3,8 (Rückseite), ca. 2,5 Kilogramm
Anschlüsse: 3x USB, VGA-Out, Mikrofon, Kopfhörer, ExpressCard
Benchmarks: Vista Leistungsindex: CPU: 4,2 / RAM: 4,5 / 2D: 3,2 / 3D: 3,3 / HDD: 5,2
3DMark03: 1344
PCMark05: 2438
Garantie: ein Jahr
Pro & Contra
geringes Gewicht
gutes, helles Display
geräumige Tastatur
zu kurze Akkulaufzeit
keine Extras, wenige Anschlüsse
Bewertung:
Geschwindigkeit (25%): befriedigend
Ausstattung (25%): befriedigend
Ergonomie (20%): gut
Akkulaufzeit (20%): ausreichend
Verarbeitung (10%): gut
Gesamt: befriedigend (2,9)
Preis-Leistung: befriedigend

(Saskia Brintrup)

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