Testbericht

1,3-kg-PC im Test: Asus Eee Box B202

Für Nutzer, die die Vorzüge des Eee PCs auf ihren Schreibtisch übertragen wollen, hat Asus die Eee Box anzubieten. Die Redaktion hat den wuchtigen Desktop gegen das kleine, sparsame Leichtgewicht mit Express Gate getauscht.

Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com
Fällt der Herstellername Asus, schnellt wohl vielen sofort der kleine Eee PC in den Kopf, mit dem das taiwanische Unternehmen Ende 2007 die Mini-Notebooks populär machte. Das handliche Netbook war aber erst der Anfang einer ganzen Eee Familie, die mittlerweile nicht nur kleine Laptops, sondern auch All-in-One-Rechner und PCs umfasst. Der Desktop-Computer nennt sich Eee Box und hat mit seinen mobilen Geschwistern neben der Hardware auch die kompakten Maße gemeinsam. Die Redaktion von onlinekosten.de hat den wuchtigen Desktop einmal gegen den sparsamen Mini-PC getauscht.

Inhalt:

1. Design und Lieferumfang
2. Ausstattung, Leistung und Express Gate
3. Eingabegeräte, Anschlüsse und Fazit

Typisch Eee: Klein und leicht

Zugegeben, das erlebt man – vor allem aber Frau – selten: Einen kompletten Rechner, der sich inklusive Zubehör ohne die geringste Anstrengung aus der Verpackung wuchten lässt. Dies kann der Nutzer bei der Eee Box erfahren, die gerade einmal 1,3 Kilogramm wiegt. Nach dem Auspacken zeigt sich ein rund 22x18x2,7 Zentimeter kleines Gerät, das optisch an einen Router erinnert. Die Oberfläche ist glänzend und mit einem Muster versehen, bei der Farbe kann zwischen weiß und schwarz gewählt werden. In der Verpackung befindet sich ein Standfuss, der unter die Box geschraubt wird. Getreu dem Eee-Motto, dass alles möglichst einfach sein soll, ist dies ohne Schraubenzieher mit einer Münze möglich. Anschließend steht der PC leicht schräg und bei der weißen Variante drängt sich daher eine Ähnlichkeit zu Nintendos Verkaufsknüller Wii auf.

Huckepack am Monitor

Trotz des hübschen Designs möchte der eine oder andere den Computer vielleicht nicht dauernd im Blickfeld haben. Die Eee Box lässt sich mit der beiliegenden VESA-Halterung auch an die Rückseite eines TFT-Monitors schrauben. Zusätzlich sind im Lieferumfang ein gedrucktes Handbuch, eine WLAN-Antenne, ein DVI-auf-D-Sub-Adapter für ältere Monitore und eine Recovery-CD des Betriebssystems, Suns Büro-Software StarOffice 8 und Microsoft Works 9 enthalten. Damit der hübsche PC nicht mit den alten Eingabegeräten verbunden werden muss, hat Asus außerdem noch eine Tastatur und eine Maus springen lassen – beides farblich auf die Box abgestimmt. Das Netzteil ist wie bei einem Notebook nicht integriert, sondern separat anzuschließen.
Das Eee Box-Modell heißt B202 und ist wahlweise mit Windows XP und einem Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher oder Linux und zwei GB RAM bestückt. Die übrige Ausstattung ist bei beiden Ausführungen identisch. Das Testgerät kommt mit XP und basiert – wie die meisten Netbooks auf dem Intel Atom Prozessor N270. Die Performance des 1,6-Gigahertz-Exemplars (GHz) konnten wir bereits beim Packard Bell Dot, Medion akoya Mini und dem Acer Aspire One austesten. Im Benchmark PCMark05 erreicht er 1.520 Punkte, zum Vergleich: Das Toshiba Satellite L300-13X mit Intel Celeron Single-Core 550 Prozessor mit 2,0 GHz brachte es auf 2.438 Punkte, verbraucht aber mehr Strom. Ein "ausgewachsener" Desktop-PC mit einem drei Gigahertz Athlon 64 X2 kommt auf 7.000 Punkte.

Netbook-Hardware neu verpackt

Gängige Anwendungen wie Surfen oder Textverarbeitung sind somit kein Problem, wer häufig hochauflösende Bilder bearbeitet, wird aber Geduld mitbringen müssen. Asus hat das Leichtgewicht daher auch als Alltagsgerät für den Einsatz im Arbeits- oder Wohnzimmer präsentiert. Bei Filmfans mit großer Videosammlung würde die 160-GB-Festplatte schnell an ihre Grenzen kommen, für die Zielgruppe reicht dies aber aus. Die Grafik ist auf dem 945GSE Express Chipsatz integriert und basiert laut Intel auf dem GMA 950. Im Test spielte die Eee Box sogar ein 1.080p-Video im WMV-Format ruckelfrei ab. Eine weitere Gemeinsamkeit zu den Ein-Kilo-Laptops: Es ist kein Laufwerk vorhanden.

Schnell online dank Express Gate

Regulär ist XP binnen rund 50 Sekunden hochgefahren. Wer es eilig hat, nutzt stattdessen Express Gate, das ohnehin automatisch beim Einschalten aktiviert wird: Wie das Sony Vaio P, integriert der Asus Computer ein zusätzliches Mini-Betriebssystem, das einen schnellen Zugriff auf das Internet mit dem Splashtop-Browser, die gespeicherten Fotos, die VoIP-Software Skype und den Instant Messenger ermöglicht. Der Hersteller verspricht einen Start innerhalb von sieben Sekunden, was der Test bestätigte.

Zunächst ließ sich Express Gate nur kabelgebunden nutzen, in Internetforen berichten einige Nutzer von ähnlichen Problemen. Die Eee Box unterstützt drahtlose Internetverbindungen über die WLAN-Standards 802.11 b/g/n, das Linux-System konnte jedoch zuerst kein Netzwerk finden und wies auch darauf hin, dass die Funktion noch nicht unterstütz werde. Die Lösung: Sowohl für das BIOS als auch für Express Gate selbst hat Asus ein Update bereitgestellt. Zusätzlich muss darauf geachtet werden, dass die SSID des Routers keine Leerzeichen enthält. Nach einer Änderung des Namens und den Aktualisierungen funkte die Box auch im Linux-Betrieb.

Was im Test noch auffiel: Das Betriebssystem unterstützte noch keine WPA2-Verschlüsselung. Dies lässt sich durch ein XP-Update von Microsoft beheben. Die mitgelieferten Eingabegeräte sind kabelgebunden und werden per USB angeschlossen. Die Tastatur ist flach, aber recht komfortabel, nur etwas laut beim Tippen. Die Maus hingegen sieht eher nach einem Notebook-Nager aus und ist für den Dauereinsatz zu klein geraten. Wer aber nur ab und zu am PC sitzt und keine allzu großen Hände hat, kommt damit aus.

Anschluss-Versteck

Sind die beiden Geräte angeschlossen, sind auf der Vorderseite noch zwei weitere USB-Steckplätze frei. Diese sitzen hinter einer Abdeckung, die ruhig etwas hochwertiger ausfallen könnte und ansonsten noch die Eingänge für Mikrofon und Kopfhörer sowie einen Kartenleser verdeckt, der verschiedene Speicherkarten-Formate akzeptiert. Auf der Rückseite sind der DVI-Port und der Gigabit-LAN-Anschluss zu finden. Zu guter Letzt ist noch ein SPDIF-Ausgang vorhanden, um die Stereoanlage anzuschließen.

Fazit: Gelungenes Produkt

Die Eee Box ist die Desktop-Version eines Netbooks. Sie ist genauso klein und leicht, relativ günstig in der Anschaffung und integriert die gleiche Hardware. Darüber hinaus läuft sie sehr leise und verbraucht viel weniger Strom als ein herkömmlicher Computer, laut Asus rund 20 Watt. Dem gegenüber steht natürlich die Tatsache, dass die Eee Box kein Ersatz für einen schnellen Rechner ist – genau wie die Mini-Notebooks keinen klassischen Laptop ersetzen. Stattdessen eignet sich das hübsche Gerät für Alltagsanwendungen und für Neulinge, die anhand des bebilderten Handbuchs mit Schritt-für-Schritt-Anweisungen einen guten Einstieg in die PC-Nutzung finden.

Name: Eee Box B202 (Windows XP-Version)
Hersteller: Asus
Internet: www.asus.de
Preis: UVP 319 Euro
Technische Daten
Prozessor: Intel Atom N270 mit 1,6 GHz
Grafikkarte: Onboard auf dem 945GSE Express Chipsatz mit bis zu 128 MB
Speicher: 1 GB DDR2 (2 x 512 MB)
Festplatte: 160 GB S-ATA (5400 U/min, 2,5 Zoll)
Laufwerk: -
Soundkarte: Realtek High Definition Audio
Netzteil: 65 Watt
Betriebssystem: Windows XP
Anschlüsse: 4 x USB, LAN, DVI, Kopfhörer, Mikrofon, SPDIF, Kartenleser (SD, SDHC, MS, MS-Pro, MMC)
Benchmarks: 3DMark03: 713
PCMark05: 1.520
Maße und Gewicht: 222 x 178 x 27,4 mm (mit Standfuß),
1,3 Kilogramm
Garantie: zwei Jahre
Sonstiges: WLAN 802.11 b/g/n, Express Gate, inklusive Maus und Tastatur
Pro & Contra
sehr kompakt und leicht
leise im Betrieb
sparsamer als ein herkömmlicher PC
hübsches Design
lässt sich an einen Monitor schrauben
Eingabegeräte sind dabei
gutes Handbuch für Einsteiger
schwer aufzurüsten
kein Laufwerk
Bewertung:
Geschwindigkeit (35%): befriedigend
Ausstattung (30%): befriedigend
Handhabung/Service (15%): gut
Verarbeitung (10%): gut
Geräuschentwicklung (10%): sehr gut
Gesamt: befriedigend (2,55)
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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