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10-Cent-Prepaidtarif von congstar im Test

Mit einem neuen Discount-Tarif auf Prepaidbasis ist seit Anfang Dezember die Billigmarke der Deutschen Telekom, congstar, in Deutschland aktiv. onlinekosten.de hat sich das Angebot, das ohne Grundgebühr und Mindestumsatz nutzbar ist, genauer angeschaut.

Smartphone© goodluz / Fotolia.com
Mit einer Prepaidkarte zu telefonieren, galt lange als Privileg zweiter Klasse. Der Ruf teurer Minutenpreise, umständlicher Aufladeprozedere des Guthabens und von wenig Service eilte den im Voraus zu bezahlenden Guthabenkarten vorweg. In den zurückliegenden Monaten hat sich daran einiges geändert. Mobilfunk-Discounter haben für einen wahren Preisrutsch bei den Prepaid-Tarifen gesorgt. Heutzutage gewinnen auch die führenden Mobilfunk-Netzbetreiber pro Quartal mehr Prepaid- als Vertragskunden.

Discount-Angebot von der Telekom

Dazu zählt auch die Deutsche Telekom, die nicht nur mit ihrer Tochtermarke T-Mobile am Markt agiert, sondern auch mit der Billigmarke congstar. War bei der Zweitmarke zum Start zunächst nur ein Vertragstarif angeboten worden, der mit verschiedenen Flatrates kombiniert werden konnte, wurde das Angebot Anfang Dezember um einen Prepaidtarif ergänzt. Unsere Redaktion hat sich dieses Angebot genauer angeschaut und einem umfangreichen Test unterzogen.

Zunächst die Fakten: der Prepaidtarif von congstar ist für alle Normal- und Wenig-Telefonierer interessant, die nationale Telefonate führen oder SMS verschicken möchten. Jede Gesprächsminute und jede verschickte SMS zu einem deutschen Standard-Anschluss in einem Fest- oder Mobilfunknetz wird mit zehn Cent pro Minute abgerechnet. Das ist einfach zu merken und demnach als kundenfreundlich zu bewerten. Der Versand einer MMS ist für 39 Cent möglich. Genutzt wird die gut ausgebaute Netz-Infrastruktur von T-Mobile.
Ohne Mindestumsatz, Grundgebühr und Vertragslaufzeit

Weniger erfreulich ist, dass alle Telefonate im eher ungünstigen Minutentakt abgerechnet werden. Das heißt, es wird jede Gesprächsminute voll berechnet. Eine Praxis, die aus dem Call-by-Call-Geschäft im Festnetz bereits bekannt ist. Dafür ist das Abrufen der eigenen Mailbox von jedem Punkt in Deutschland generell kostenlos möglich. Und das Wichtigste: Mindestumsatz, Grundgebühr oder Vertragslaufzeit gibt es bei congstar Prepaid nicht. Ein Nachteil ist, dass Gesprächs ins Ausland mit 1,99 Euro pro Minute sehr teuer sind. Wer sich für den Prepaid-Tarif von congstar entschieden hat, hat zwei Möglichkeiten, an die gewünschte SIM-Karte für das Handy zu gelangen. Wahlweise ist der Gang zum nächsten Extra- oder Real-Markt möglich oder es wird ganz einfach unter www.congstar.de eine Bestellung aufgegeben. Kostenpunkt: 9,99 Euro inklusive fünf Euro Startguthaben. Wenige Tage später erhält der künftige congstar-Kunde sein Prepaid-Startpaket versandkostenfrei nach Hause geschickt.

Ein Blick in das Startpaket

Das Startpaket, das schon auf der Außenseite über die neue, künftige Mobilfunknummer informiert, beinhaltet neben einer schlichten, weißen SIM-Karte eine Schnellstart-Anleitung mit Infos zur Freischaltung der SIM-Karte beziehungsweise zum Aufladeprozess des Guthabens. Ferner liegt ein "Erste-Schritte-Guide" bei, der alle wichtigen Funktionen erklärt, die von congstar angeboten werden. Nicht fehlen dürfen darüber hinaus die aktuellen AGB sowie PIN und PUK für die Nutzung der Handykarte. Wichtig: das Formular mit PIN und PUK ist freizurubbeln und nicht die Klebefolie abzuziehen.
SIM-Karte freischalten dauert

Bevor mit der Karte telefoniert werden kann, ist es notwendig, eine Freischaltung zu veranlassen. Dies ist telefonisch (01805/232527 für 14 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz) oder über das Internet unter www.congstar.de/freischalten möglich. Für diesen Test wurde eine Online-Freischaltung gewählt, da sie mit keinen Extra-Kosten verbunden ist.

Nach Eingabe von Mobilfunkrufnummer und PUK werden die Zugangsdaten für den persönlichen Zugangsbereich festgelegt, der über die Startseite der congstar-Homepage zu erreichen ist. Sind alle Daten eingetragen, wird die Karte zur Freischaltung freigegeben. Die dauert allerdings erstaunlich lange. Gut zwei Stunden mussten vergehen, bis im Display der Schriftzug "congstar" erschien und das erste Telefonat geführt werden konnte.

Nach erfolgter Freischaltung ist es faktisch möglich, das Guthaben nach Angabe einer Bankverbindung online aufzuladen. Praktisch kam es aber bei unserem Test zu weiteren Verzögerungen. "Aufladungen sind aktuell nicht möglich! Ihr Vertrag ist noch nicht vollständig aktiviert. Bitte versuchen Sie es später erneut.", hieß es für rund 15 Minuten im persönlichen Bereich auf der congstar-Homepage. Ist schließlich auch die Direkt-Aufladung freigeschaltet (der Kunde wird hierüber per E-Mail informiert) muss zunächst von dem Konto eine Überweisung in Höhe von 15 Euro an congstar getätigt werden, von dem der Provider künftig das Geld bei weiteren Online-Aufladungen einziehen darf. Dann sind Aufladungen in Höhe von 15, 30 oder 50 Euro möglich.

Alternative Auflademöglichkeiten

Guthabenkarten im Wert von 15 und 30 Euro sind alternativ in Real- und Extra-Märkten sowie künftig auch in Kiosken und an Tankstellen mit congstar-Sticker an der Tür zu haben. Alternativ ist eine Aufladung per SMS und Telefon möglich. Eltern können ihren Kindern zudem zu jedem 1. oder 15. eines jeden Monats ein festgelegte Budget aufladen, das vertelefoniert werden kann. Der aktuelle Guthabenstand lässt sich jederzeit über die kostenlose Kurzwahl 9577 oder durch Eingabe der Tastenkombination *100# abrufen. Sinkt das Guthaben unter zwei Euro wird der congstar-Nutzer darüber per SMS informiert.

Standardmäßig eingerichtet ist die eigene Mailbox, die mit der congstar-SIM-Karte deutschlandweit kostenlos abgehört werden kann. Sie ist über die Kurzwahl 4712 zu erreichen. Beim ersten eigenen Anruf kann ein persönlicher Text beziehungsweise der eigene Name aufgesprochen werden, mit dem Anrufer bei ausgeschaltetem Handy begrüßt werden. Der persönliche Anrufbeantworter speichert bis zu 99 Nachrichten à fünf Minuten Länge bis zu 21 Tage lang. Bereits abgehörte Nachrichten werden weitere sieben Tage gespeichert. Auf der Mailbox eingegangene Anrufe werden über eine SMS kommuniziert.

Roaming-Gebühren im Blick

Selbstverständlich ist es auch möglich, mit der congstar-Prepaidkarte im Ausland zu telefonieren. Innerhalb der EU gilt der Euro-Tarif, außerhalb der EU werden für ankommende Gespräche bis zu 1,79 Euro pro Minute fällig, abgehende Gespräche kosten mit bis zu 2,99 Euro pro Minute sogar noch mehr. Dieser teure Minutenpreis gilt auch, wenn im Ausland die eigene Mailbox abgerufen wird. Daher ist es ratsam, vor einem Urlaub die Mailbox zu deaktivieren und im außereuropäischen Ausland vielleicht besser eine SMS zu verschicken. Eine Kurzmitteilung kostet im Ausland einheitlich 49 Cent.

Vergleichsweise teuer ist der MMS-Versand im Ausland. Je nach Aufenthaltsort und Größe werden zwischen 89 Cent und 1,99 Euro pro Foto-Botschaft fällig. Tunlichst vermeiden sollte man im Ausland den Internetzugriff über das congstar-Handy. Während in Deutschland pro übertragenem Megabyte 49 Cent fällig werden, wird es im Ausland so richtig teuer. Je nach Aufenthaltsort werden zwischen 99 Cent und 1,69 Euro pro 50-Kilobyte-Blöcken berechnet. Hinzu kommt ein Tagesnutzungsentgelt in Höhe von 49 Cent.
Rufnummernmitnahme zu congstar noch nicht möglich

Teuer wird es auch, wenn die SIM-Karte verloren gegangen ist. Eine Sperre kostet in diesem Fall 4,99 Euro und eine Ersatz-Karte weitere 19,99 Euro. Da macht es schon fast mehr Sinn, ein komplett neues Startpaket zu bestellen. Allerdings wäre damit dann eine neue Handynummer verbunden. Ein großer Nachteil ist aktuell noch, dass eine Mitnahme der alten Rufnummer in den congstar-Prepaidtarif nicht möglich ist. Nach eigenen Angaben will congstar diesen Service aber in Zukunft auch seinen Prepaidkunden anbieten. Für die Rufnummernmitnahme zu einem anderen Anbieter berechnet die Telekom-Billigmarke einmalig 24,95 Euro.

Fazit: Nur Standard-Gespräche günstig

Wer eine Mobilfunk-Karte sucht, mit der günstig zu deutschen Standardanschlüssen telefoniert werden kann und preiswert SMS verschickt werden können, macht mit der Prepaid-Karte von congstar nichts falsch. Ärgerlich ist aber, dass eine Rufnummernportierung zu congstar nicht möglich ist und bei einer Online-Bestellung keine Wunschrufnummer ausgewählt werden kann. Negativ sind darüber hinaus die vergleichsweise teuren Datentarife im In- und Ausland und die langsame Freischaltung zu bewerten. Trotzdem: für Normal- und Wenig-Telefonierer stellt der 10-Cent-Tarif eine sinnvolle Alternative zu vielen Vertragsangeboten dar.

(Hayo Lücke)

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