ISDN-Anschluss
Telefonanschluss© Tobif82 / Fotolia.com

Der ISDN-Anschluss - telefonieren und surfen gleichzeitig

ISDN ist die Abkürzung für "Integrated Services Digital Network". Der wesentliche Vorteil von ISDN gegenüber analogen Telefonanschlüssen ist die digitale Datenübertragung. Dank zweier Kanäle kann auch ohne DSL gleichzeitig gesurft und telefoniert werden.

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In Deutschland existieren ISDN-Anschlüsse seit 1989, aber erst 1995 wurde ISDN flächendeckend verfügbar. Die Sprachqualität ist bei einem ISDN-Anschluss deutlich besser als bei einem analogen Telefonanschluss. Zudem stellt die Technik mindestens zwei Kanäle zur Verfügung, die gleichzeitig genutzt werden können. So kann ohne DSL gleichzeitig telefoniert und im Internet gesurft werden. Die Kanäle lassen sich bündeln, sodass die Downloadgeschwindigkeit beim Surfen verdoppelt werden kann. Ein Kanal überträgt maximal 64 Kbit/s. Den größten Verbreitungsgrad erreichten ISDN-Anschlüsse am Ende des 20. Jahrhunderts.

Welche Funktionen bietet ein ISDN-Anschluss?

Durch die digitale Übertragung der Signale stehen mindestens zwei separate Kanäle mit je 64 Kbit/s zur Verfügung, die zum Telefonieren, Faxen oder Surfen verwendet werden können. Für die Steuerung der Kanäle wird ein separater Kanal genutzt, der maximal 16 Kbit/s Übertragungsgeschwindigkeit bereit stellt. An einen normalen ISDN-Anschluss können bis zu zehn Endgeräte mit einer jeweils eigenen Telefonnummer angeschlossen werden. Es lassen sich aber nicht mehr als zwei gleichzeitig nutzen. Geht ein dritter Anruf ein, erhält der Anrufer ein Besetztzeichen, bis wieder einer der Kanäle frei ist. Die meisten ISDN-Telefonanlagen verfügen über einen oder mehrere analoge Anschlüsse, mit denen sich auch analoge Endgeräte an einem ISDN-Anschluss nutzen lassen.

Heutige Verbreitung und zukünftige Entwicklung

Der ISDN-Anschluss wird noch in vielen Haushalten genutzt. Die Technik wird aber nicht mehr weiterentwickelt. Die Anbieter setzen bei den meisten Neuanschlüssen auf eine IP-basierte Technik, die im Vergleich zum ISDN-Anschluss vor allem Kostenvorteile besitzt. Die Deutsche Telekom etwa will die ISDN-Technik Ende 2018 einstellen, andere Anbieter wie Vodafone wollen ISDN noch bis Ende 2022 unterstützen. Dennoch wird die Technik über kurz oder lang vom Markt verschwinden.

Sowohl die Telekom als auch viele andere Telekommunikationsanbieter vertreiben sogenannte "unechte" ISDN-Anschlüsse, die auf IP-Technologie basieren. Der ISDN-Anschluss wird dabei emuliert und stellt nur einen Teil der Funktionen eines echten ISDN-Anschlusses zur Verfügung. In der Regel werden nur Telefoniefunktionen unterstützt und es gibt keine Möglichkeit zur Kanalbündelung. Während bei einem echten ISDN-Anschluss bei einem Stromausfall immer eine Notstromversorgung besteht, die das Telefonieren ermöglicht, gibt es bei IP-basierten Anschlüssen keine Stromversorgung.

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