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Festnetzanschluss kündigen – sinnvoll oder nicht?

In Zeiten von Smartphone, Tablet und mobilem Internet dürfte ich schon manch einer gefragt haben, ob sich ein Festnetzanschluss überhaupt noch lohnt. Welche Vor- und Nachteile hat die Kündigung des Festnetz-Anschlusses und woran muss man denken?

Telefonanschluss© Tobif82 / Fotolia.com

Wer nach seiner Telefonnummer gefragt wird, nennt oft ohnehin die Handynummer. So ist man auch unterwegs jederzeit erreichbar. Das Festnetztelefon verstaubt bei vielen in der Ecke oder ist schon gar nicht mehr angeschlossen. Braucht man dann überhaupt noch einen Festnetzanschluss? Das hängt in den meisten Fällen nicht etwa von Telefonieverhalten, sondern viel eher vom Internetanschluss ab. Dieser wird nämlich häufig ebenfalls über das Festnetz realisiert.

Festnetzanschluss analog oder digital

Ganz klassisch bietet der Festnetzanschluss natürlich eine Telefonleitung zur Außenwelt – aber auch viele Internetanschlüsse werden über die Festnetzleitung realisiert. Bei den Festnetzanschlüssen unterscheidet man zwischen Analog-, digitalem ISDN-Anschluss sowie der IP-Verbindung. Immer häufiger erfolgt der Telefonanschluss über die Datenleitung, sodass man übers Internet auch telefoniert. Allerdings ist IP-Telefonie, anders als analoges Telefonieren, vom Strom abhängig. Bei einem Stromausfall und auch bei einem Internetausfall bleibt die Leitung tot.

Wer sollte seinen Festnetzanschluss nicht kündigen?

Wer braucht nun einen Festnetzanschluss? Den Anschluss sollte man selbstverständlich nicht kündigen, wenn man gerne zu Hause telefoniert. Trotz des guten Netzausbaues ist es oft für beide Gesprächsseiten angenehmer, übers Festnetztelefon zu telefonieren – keiner ist unterwegs und fährt gerade durch ein Funkloch oder ähnliches. Wer sich zu Hause mit dem Telefon auf die Couch setzt, hat Zeit und die Gespräche werden häufig länger als mit dem Smartphone.

Auch wer hin und wieder mal ins Ausland telefoniert, kommt mit einem Festnetzanschluss und Call-by-Call oder Callthrough deutlich günstiger weg. Auslandsanrufe mit dem Handy können schnell mal um ein Vielfaches teurer sein.

Am Festnetz hängt oft auch das Internet

Für viele das überzeugendste Argument wird jedoch sein, dass der heimische Internetanschluss häufig mit dem Festnetzanschluss verbunden ist. DSL ist die meistgenutzte Internettechnologie für zu Hause und für den DSL-Anschluss ist das Handy oder auch Tablet eben nicht unbedingt eine Alternative. Die meisten Tarife sind sogenannte Kombi-Angebote, bei welchen DSL und Telefon enthalten sind – selbst wer eigentlich nicht telefonieren möchte, bekommt häufig einen Festnetzanschluss mit eingerichtet und sogar eine Flatrate ins deutsche Festnetz.

Wirklich lohnenswert ist die Kündigung des Festnetzanschlusses häufig nur, wenn man zu Hause weder Telefon noch Internet nutzen möchte und beide Dienste über das Mobilfunknetz realisiert. Rechnen dürfte sich diese Konstellation häufig nur für Internet-Wenignutzer. Mobile Internettarife sind im Highspeed-Volumen immer begrenzt, bei Überschreitung wird die Internetgeschwindigkeit gedrosselt. Besonders Freunde von Streaming-Diensten setzen doch besser auf den Internetanschluss zu Hause.

Alternativen zum Festnetzanschluss

Immer beliebter wird die Festnetzalternative des Kabelanschlusses, ebenfalls eine sogenannte terrestrische Lösung. Hier werden sowohl Telefon als auch Internet und Fernsehen übers TV-Kabel geliefert. Ähnlich dem Festnetzanschluss über die Telefonleitung ist diese Übertragungsweise stabil und häufig sogar etwas schneller. Möchte man seinen Kabelanschluss kündigen, sollte man daran denken, dass in einem solchen Fall nicht nur Internet und Festnetztelefon, sondern auch der TV-Anschluss gekündigt werden, befinden sich alle drei Optionen doch in einem Vertrag. Weitere Alternativen sind Satelliten-Internet und natürlich LTE. Die letztere Lösung hat aber wie alle Mobilfunk-Tarife den Nachteil des eingeschränkten Datenvolumens.

Wie kündigt man den Festnetzanschluss?

Grundsätzlich schließt man Tarife mit einer Mindestlaufzeit ab, die sich anschließend automatisch immer wieder verlängern. Möchte man seinen Festnetzanschluss kündigen, läuft dies wie auch bei anderen Kündigungen: Eine fristgerechte Kündigung sollte mit genügend Vorlaufzeit beim Anbieter eingehen, um eine Verlängerung zu verhindern und den Vertrag auslaufen zu lassen. Das Kündigungsschreiben senden Sie am besten per Einschreiben an den Anbieter. Manche Provider bieten außerdem die Möglichkeit zu Online-Kündigung.

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