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ZDF-Zuschauer streamen 12.000 Terabyte an Daten

Immer häufiger werden Inhalte aus ZDF-Sendungen über das Internet abgerufen. Insbesondere Jugendliche setzen zunehmend darauf, Inhalte dann abzurufen, wann sie es wollen.

Datenübertragung© envfx / Fotolia.com
Jugendliche im Alter zwischen 14 und 19 Jahren waren im Jahr 2008 intensiver im Internet unterwegs als dass sie vor dem Fernseher gesessen haben. Das gab ZDF-Produktionsdirekter Andreas Bereczky am Mittwoch auf der Handelsblatt Jahrestagung "Telekommarkt Europa 2009" in Düsseldorf bekannt. Laut Onlinestudie 2008 seien von Jugendlichen neben Standard-Diensten wie Suchmaschinen-Nutzung (88 Prozent) und E-Mail-Verwaltung (75 Prozent) im vergangenen Jahr insbesondere Instant Messenger (85 Prozent), Online-Communities (63 Prozent) und Videoportale (60 Prozent) genutzt worden.

Live-Fernsehen bisher wenig gefragt

Weit weniger stark verbreitet ist der Abruf von zeitversetzten TV-Inhalten. Immerhin nutzen Jugendliche diese Web-Inhalte aber deutlich häufiger (16 Prozent) als die Gesamtbevölkerung ab 14 Jahren (fünf Prozent). Live-Fernsehen wird deutschlandweit von drei Prozent aller Internetnutzer in Anspruch genommen, bei den 14- bis 19-Jährigen sind es immerhin schon acht Prozent. Das klassische Fernsehen über einen großen Fernseher im Wohnzimmer dominiert nach Angaben von Bereczky weiterhin die tägliche Mediennutzung. Zunehmend würden größere Displays jenseits von 100 Zentimetern Bilddiagonale gekauft, die immer häufiger auch IP-fähig werden.

Zur Überraschung der ZDF-Verantwortlichen habe sich aber auch gezeigt, dass die Mediathek des Senders deutlich langsamer wächst, als zunächst kalkuliert wurde. Dennoch sei der Trend zu erkennen, dass Jugendliche immer stärker dem Prinzip der Zeitsouveränität folgen, und TV-Inhalte dann über das Internet abrufen, wenn sie es möchten. Schon allein aus diesem Grund seien die Internet-Portale der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten unverzichtbar, sagte Bereczky mit kritischem Unterton in Bezug auf den 12. Rundfunkänderungsvertrag, der öffentlich-rechtlichen Sendern starke Einschränkungen bei der Online-Verbreitung ihrer Inhalte aufzwingt. So hatte das ZDF zum Beispiel bekannt gegeben rund 100.000 Internetseiten einzustampfen.

Streaming-Kosten legen deutlich zu

Zu denken gibt dem ZDF auch die Entwicklung des Streaming-Aufkommens, das über das ZDF-Internetportal zu verzeichnen ist. Bereczky mahnte, dass sich das Datenvolumen stetig erhöhe und auch dafür die GEZ-Gebühr verwendet werden müsse. Im vergangenen Jahr lag das Datenaufkommen bei etwa 9.000 Terabyte, dieses Jahr wird mit etwa 12.000 Terabyte gerechnet, 2010 schon mit etwa 16.000 Terabyte. Insbesondere bei großen Sport-Events wie olympischen Spielen oder bedeutenden Fußballwettbewerben sei ein signifikanter Anstieg des Datenaufkommens zu verzeichnen.

(Hayo Lücke)

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