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Yahoo-Übergangschef Levinsohn geht

Nach dem Rausschmiss von Yahoo-Chef Thompson führte Ross Levinsohn den US-Konzern kommissarisch seit Mitte Mai. Nun verlässt Levinsohn das Unternehmen: "Meine Zeit bei Yahoo ist zu Ende".

Internet© Victoria / Fotolia.com

Der problembeladene Internetkonzern Yahoo verliert eine seiner wichtigstigen Führungsfiguren. Der für das Mediengeschäft zuständige Manager und zeitweilige Chef Ross Levinsohn hat das Unternehmen am Dienstag verlassen. Damit stellt sich die Frage: Wer unterstützt die frisch angetretene Yahoo-Chefin Marissa Mayer, wenn sie im Oktober ihr erstes Kind bekommt?

"Meine Zeit bei Yahoo ist zu Ende"

Dieser Abgang bei Yahoo war absehbar: Nachdem die Internetfirma in der Google-Managerin Marissa Mayer die neue Yahoo-Chefin gefunden hat, verlässt Interimschef Ross Levinsohn das Unternehmen. Er war vor zwei Jahren zu Yahoo gekommen und war selbst als Kandidat für die dauerhafte Besetzung des Postens gehandelt worden.

"Meine Zeit bei Yahoo ist zu Ende", erklärte Levinson in einer E-Mail an Freunde und Kollegen, aus der die "New York Times" und das "Wall Street Journal" am späten Montag (Ortszeit) zitierten. Yahoo sei eine klasse Marke, betonte er. "Dieses Unternehmen zu führen, gehört zu den besten Erfahrungen in meiner Karriere. Aber es ist an der Zeit für mich, eine neue Herausforderung zu suchen."


Levinsohn: Yahoo-Übergangschef für wenige Wochen

An diesem Dienstag (31. Juli) ist Levinsohns letzter Arbeitstag, wie Yahoo mitteilte. Levinsohn ist seit knapp zwei Jahren im Unternehmen und leitete das wichtige Mediengeschäft. Mitte Mai hatte er die Konzernleitung kommissarisch übernommen, nachdem der bisherige Chef Scott Thompson wegen eines geschönten Lebenslaufs Hals über Kopf gehen musste.

Levinsohn legte in seiner kurzen Amtszeit nicht nur einen Patentstreit von Yahoo mit Facebook bei, den sein Vorgänger vom Zaun gebrochen hatte. Stattdessen band Levinsohn die beiden Internetfirmen durch eine erweiterte Partnerschaft enger aneinander. Er besiegelte auch den Verkauf von Anteilen an der chinesischen Internetplattform Alibaba, wodurch Yahoo 7,1 Milliarden Dollar zuflossen.

Marissa Mayer dankte Levinsohn in einer E-Mail an die Mitarbeiter, die über das Technologieblog "All Things Digital" den Weg an die Öffentlichkeit fand: Er habe einen "fantastischen Job" als Übergangschef gemacht. "Er hat wirklich dabei geholfen, dass das Unternehmen vorwärts kommt. Er hat wichtige Deals abgeschlossen. Und er hat ein sehr talentiertes Team versammelt."

Jahresgehalt & Yahoo-Aktien zum Abschied

Wo Levinsohn nun hingeht, blieb zunächst offen. Fest steht nur: Er kann auch eine Weile ohne Job gut überleben. Er bekommt zu seinem Abschied neben Yahoo-Aktien unter anderem ein volles Jahresgehalt samt Barbonus. Alleine sein Grundgehalt lag im vergangenen Jahr bei 700.000 Dollar. Insgesamt bekam er 2011 ein Gehaltspaket im Volumen von 12 Millionen Dollar.

Erst vor zwei Wochen war Marissa Mayer zur Chefin von Yahoo berufen worden. Sie war zuvor eines der bekanntesten Gesichter von Google. Die 37-Jährige muss nun den lahmenden Internet-Pionier wieder in Schwung bringen. Yahoo hat im wichtigen Werbegeschäft Boden gegen Google und Facebook verloren. Deswegen läuft unter anderem ein Sparprogramm, dem 2.000 der vormals 14.000 Yahoo-Mitarbeiter zum Opfer fallen.

Zwar hat Mayer bereits angekündigt, trotz ihrer Schwangerschaft praktisch durcharbeiten zu wollen. Selbst wenn das Kind da ist, will sie nur wenige Wochen aussetzen und in dieser Zeit das Geschehen bei Yahoo im Blick behalten. Doch bräuchte sie wohl eine rechte Hand in der Firmenzentrale. Levinsohn wäre ein naheliegender Kandidat gewesen. Er gilt als gut vernetzt in der digitalen Medienwelt und hatte sich während seiner Zeit als Chef einige Lorbeeren erworben.

(Jörg Schamberg)

Quelle: DPA

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