Patentklage

Wegen Android: Oracle verlangt 9,3 Milliarden Dollar Schadensersatz von Google

Oracle verlangt laut "PC World" offenbar 9,3 Milliarden Dollar Schadensersatz von Google für die Nutzung von Java bei der Entwicklung von Android.

Android© Google

San Francisco - Der bereits seit sechs Jahren andauernde Patentstreit mit Oracle könnte für Google teuer werden. Im Januar wurde im Rahmen des 2012 vor Gericht gebrachten Streits bekannt, dass Google bislang angeblich rund 22 Milliarden Dollar Gewinn mit Android erzielt habe. Die hohen Summen würden durch Werbung und Apps eingespielt. Oracle beschuldigt Google, die Software Java für die Entwicklung von Android genutzt zu haben, ohne dafür entsprechende Zahlungen an Oracle geleistet zu haben. Wie das Magazin "PC World" berichtet, gehe nun aus Gerichtsunterlagen hervor, dass Oracle offenbar 9,3 Milliarden Dollar Schadensersatz von dem Internetkonzern fordert.

Weitere Android-Versionen wurden bei Schadensersatzforderung berücksichtigt

Am 9. Mai startet ein neuer Prozess, als Zeugen werden unter anderem Larry Ellison von Oracle sowie Eric Schmidt von Google erwartet. Die enorme Schadensersatzsumme sei laut "PC World" das Zehnfache der Forderung, die Oracle bei dem letzten Prozess im Jahre 2012 vorgelegt hatte. Die Entwicklung von Android ist seitdem weiter vorangeschritten, daher seien bei der Berechnung des Schadensersatzes sechs weitere Android-Versionen bis hin zu Android Lollipop berücksichtigt worden.

Allerdings dürfte ein Weltkonzern wie Google durch eine solche Milliardenforderung nicht sonderlich gefährdet sein. Die Muttergesellschaft Alphabet hatte alleine für das vergangene Quartal einen Gewinn von 4,9 Milliarden Dollar gemeldet. Bis zum Gerichtstermin dürften Googles Anwälte aber dennoch unter Hochdruck damit beschäftigt sein, die geforderte Summe erheblich zu drücken.

Google betont unterdessen, dass die Nutzung von Java rechtlich abgedeckt sei. Die faire Nutzung erlaube auch das Kopieren in begrenzten Fällen. Am 27. April treffen sich beide Seiten noch vor dem Start des neuen Prozesses zu einer Anhörung bei dem Richter.

Jörg Schamberg

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