Spam-Statistik

Web.de und GMX: Spam-Aufkommen hat sich 2015 mehr als verdoppelt

Die E-Mail-Anbieter Web.de und GMX haben 2015 im Schnitt 105,9 Millionen Spam-Mails pro Tag verzeichnet. Das sei mehr als eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr. Ein Grund ist die rasant gestiegene Zahl der Endgeräte, die zu Zielen für Spam-Attacken werden können. Bei Beherzigung einiger Tipps, lässt sich das Spam-Aufkommen aber reduzieren.

SpamSpam-Mails sind in Deutschland auf dem Vormarsch.© Marjan Veljanoski / Fotolia.com

Karlsruhe – Eine gewaltige Menge an unerwünschten Spam-Mails fluten die Postfächer deutscher Internetnutzer. Vertreten sind sowohl die "Klassiker" Viagra-Werbung und vermeintliche Erbschaften als auch Angebote zu Diäten und Krankenversicherungswechsel oder aber Dating- und Karriere-Spam. Über die Hälfte der weltweit versandten E-Mails waren 2015 laut dem Sicherheitsexperten Symantec Spam-Mails.

2015: Durchschnittlich 105,9 Millionen Spam-Mails täglich

Die E-Mail-Anbieter Web.de und GMX haben am Montag aktuelle Zahlen für den deutschen Markt vorgelegt. Demnach haben die Sicherheitsexperten der beiden Anbieter 2015 täglich im Schnitt 105,9 Millionen Spam-Mails verzeichnet. Das entspricht nach Unternehmensangaben mehr als einer Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr (50 Millionen). Stark erhöht habe sich zudem die Zahl schädlicher Links in den Spam-Mails. Im vergangenen Jahr identifizierten Web.de und GMX 31 Millionen solcher Links, 2014 waren es lediglich sechs Millionen.

Viele potentielle Spam-Ziele: Zahl an Endgeräten stark gestiegen

Doch warum steigt das Spam-Aufkommen in Deutschland so rasant an? Die Experten liefern gleich mehrere Gründe. Zum einen seien die Online-Kriminellen professioneller geworden, zum anderen habe die Anzahl an Endgeräten erheblich zugenommen. Pro Haushalt nutzt inzwischen oft jedes Familienmitglied mehrere Geräte wie Smartphone, Tablet und Notebook. Diese seien häufig permanent online. Es gibt also mehr potentielle Ziele für den Spam-Versand.

Trend zur Wegwerf-Domain

Kriminelle Hacker setzen zudem wegen der verbesserten Spam-Filter der E-Mail-Anbieter immer häufiger auf Wegwerf-Domains, die oft nur für eine Spam-Attacke verwendet werden. Beliebt bei Spammern sei auch die Verwendung von verkürzten URLs, um die eigentliche Zieladresse zu verschleiern. Zur Verdeckung der Herkunft setzen Online-Kriminelle verstärkt Botnetze ein, also eine große Anzahl mit einem Virus infizierter Computer, die von den Hackern kontrolliert werden.

Die Internet-Spezialisten von Web.de und GMX müssen die Spam-Filter mit Hilfe von komplexen Algorithmen und Logiken auf aktuellem Stand halten. Reagiert werden müsse auch auf tagesaktuelle Geschehnisse. "Es reicht heutzutage nicht mehr aus, lediglich Schadsoftware zu enttarnen. Vielmehr müssen wir den Modus Operandi der Hacker herausfinden und Maßnahmen ergreifen, um die Nutzer vor großen Angriffswellen zu schützen, bevor sie bei uns eintreffen", so Sebastian Koye, Leiter E-Mail-Sicherheit bei Web.de und GMX. Die Internetnutzer selber bemerken den Spam-Anstieg meist nicht, da solche Mails gezielt aussortiert und in die Spam-Ordner verschoben werden.

Tipps zum Schutz vor Spam

Vor übermäßigem Spam können sich die Internetnutzer aber mit Hilfe einiger Tipps selbst schützen. Spam-Nachrichten, die trotz aktiviertem Spam-Filter nicht erkannt wurden, sollten nicht direkt gelöscht, sondern als Spam markiert werden. Die persönlichen Spam-Filter würden permanent weiterlernen und verfeinert. Im Internet sollte sparsam mit der Angabe von Mail-Adressen umgegangen werden. Empfehlenswert sei die Nutzung mehrerer E-Mail-Adressen für verschiedene Anwendungen. Auf Spam-Nachrichten sollte zudem niemals geantwortet werden, erst recht kein Link in solchen Mails angeklickt werden. Vorsicht ist auch angesagt bei angeblichen Rechnungen. Anhänge in solchen Mails sollten nicht geöffnet werden.

Jörg Schamberg

Kommentieren Forum
Weitere Infos zum Thema
Zum Seitenanfang