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VZBV warnt vor illegalem Arzneihandel

Testeinkäufe des Zentrallabors der Apotheker hätten gezeigt, dass das verschreibungspflichtige Grippemittel Tamiflu ohne Rezept erhältlich ist und zudem zahlreiche Medikamentenfälschungen angeboten werden.

Internet© Gina Sanders / Fotolia.com
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und das Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker warnen vor dem illegalen Handel mit Medikamenten und mahnen zur Vorsicht bei Bestellung des Grippemittels Tamiflu.

Zahlreiche Fälschungen

Testeinkäufe des Zentrallaboratoriums hätten gezeigt, dass Tamiflu problemlos ohne Rezept im Internet erworben werden könne. Auch andere verschreibungspflichtige Arzneimittel wie hochwirksame Schlaf- und Schmerzmittel mit hohem Suchtpotenzial oder Viagra würden offensiv im illegalen Internethandel angeboten.

Dabei werde die aktuelle Besorgnis der Bevölkerung in Bezug auf die Schweinegrippe skrupellos von Geschäftemachern ausgenutzt. Das Zentrallabor warnt eindringlich vor einer Selbstmedikation mit Tamiflu, da eine Resistenzentwicklung bei unsachgemäßer Einnahme groß sei: "Wer eine normale Grippe mit Tamiflu behandelt läuft Gefahr, nicht mehr erfolgreich gegen Schweinegrippe therapiert werden zu können", erklärt Dr. Mona Tawab vom Zentrallaboratorium. Zudem seien zahlreiche Fälschungen unter den illegal angebotenen Medikamenten.

Nur bei registrierten Anbietern bestellen

Der vzbv ruft alle Verbraucher auf, von der Bestellung verschreibungspflichtiger Medikamente ohne Rezept Abstand zu nehmen. Im Internet sollten Arzneimittel nur bei registrierten Anbietern gekauft werden. Eine entsprechende Liste kann man auf der Website des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information einsehen. Das Register enthält nur die Apotheken, die eine behördliche Erlaubnis zum Versand von Arzneimitteln für Deutschland besitzen.

Der Versandhandel mit apothekenpflichtigen Arzneimitteln ist in Deutschland seit 2004 erlaubt. Für Versandapotheken gelten dabei dieselben Anforderungen wie für jede öffentliche Apotheke.

(Michael Posdziech)

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