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Video on Demand: Anbieter im Vergleich

Immer mehr Filme, Serien und Dokumentationen stehen im Internet auf Abruf für PC oder TV zur Verfügung. Onlinekosten.de gibt einen Überblick über aktuelle Video on Demand-Angebote.

DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

In Deutschland können Fernsehzuschauer zwischen einer großen Zahl an öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern wählen. Doch trotz der Vielfalt der Programme, trifft das TV-Angebot nicht immer den eigenen Geschmack. Als Alternative bietet sich Video on Demand (VoD) an, Videos auf Abruf per Internet. Der Gang zur Videothek wird überflüssig. Sowohl Internetprovider als auch unabhängige VoD-Anbieter halten online Inhalte wie Filme, Serien oder Dokumentationen zum Einzelabruf für bis zu 48 Stunden oder im Rahmen eines Abonnements bereit. Immer mehr Unternehmen wollen an dem wachsenden Geschäft teilhaben. Noch im März will Kabel Deutschland ein Video on Demand-Produkt starten, auch bei Unitymedia sollen Kunden noch in diesem Jahr auf entsprechende Online-Inhalte zugreifen können. Onlinekosten.de hat einen Blick auf aktuelle VoD-Angebote geworfen und in einer Übersicht unter anderem die Kosten und Zugangsvoraussetzungen verglichen.

Übersicht

1. Maxdome/1&1, VoD bei Alice & Vodafone
2. Videoload/Entertain, Kabel BW, Media Markt & Lovefilm
3. Videobuster, Fazit und VoD-Tabelle

Maxdome/1&1: Vielfältige Zugangsmöglichkeiten

Maxdome, bis vor kurzem ein Gemeinschaftsunternehmen von 1&1 und der ProSiebenSat.1 Group, bietet mit über 35.000 Videos die nach eigenen Angaben größte deutsche Online-Videothek. Ende des vergangenen Jahres hat ProSiebenSat.1 maxdome komplett übernommen. 1&1 wirbt weiterhin mit 500 maxdome Gratis-Videos als Entertainment-Vorteil bei Buchung einer Doppel-Flat des Providers. 500 kostenlose Videos stehen aber auch Internetsurfern zur Verfügung, die sich direkt bei maxdome registrieren. Unter den Gratis-Titeln finden sich vor allem Filme und Serien aus dem TV-Archiv der Sendergruppe ProSiebenSat.1.

Der Großteil der Inhalte auf dem Video on Demand-Portal ist kostenpflichtig und im Einzelabruf für 48 Stunden ab 49 Cent erhältlich. Alternativ bietet maxdome verschiedene Abonnements an. Das Movie-Paket mit Zugriff auf ein ständig wechselndes Angebot von 200 Spielfilmen gibt es bereits für 4,99 Euro monatlich. Zudem lässt sich ein Serien-Paket für 9,99 Euro sowie das Premium-Paket für 14,99 Euro mit Zugriff auf über 35.000 Videos buchen. Daneben sind für 9,99 Euro monatlich Gutscheine für drei frei wählbare aktuelle Kinohits erhältlich.

Die gestreamten maxdome-Videos lassen sich mit dem Windows Media Player direkt auf einem PC oder Notebook anschauen. Über einen Download Manager sind die VoD-Inhalte auch auf dem eigenen Rechner speicherbar. Auf diesem Wege können Nutzer beispielsweise bei geringer Bandbreite HD-Filme anschauen. Mit Hilfe des Windows Media Center und einer TV-Karte oder mit der Set-Top-Box maxdome mediacenter TV HD finden die Inhalte ihren Weg auch auf ein Fernsehgerät. Auf immer mehr Fernsehern kommt zudem eine spezielle TV-App zum Einsatz. Die Hardware ist bei maxdome selbst für 179,99 Euro in Varianten für einen DVB-T oder einen Sat-Anschluss erhältlich. 1&1 Doppel-Flat-Kunden erhalten die Set-Top-Box für einmalig 149,99 Euro.

Alice Videothek per DSL auf den PC

Im März des vergangenen Jahres öffnete Alice seine Videothek für den PC. Seitdem sind Filme auf Abruf nicht nur von Alice IPTV-Kunden auf dem Fernseher, sondern auch auf dem Computer oder Notebook verfügbar. Im Vergleich zu maxdome fällt das Angebot mit über 2.000 Filmen erheblich geringer aus, wird jedoch kontinuierlich ausgebaut. Videos lassen sich 24 Stunden lang zu Leihgebühren ab 90 Cent nutzen. 150 VoD-Inhalte sind gratis abrufbar. Für den Zugriff auf die Online-Videothek ist ein Alice DSL-Anschluss mit einer Mindestbandbreite von 2 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) erforderlich. Um die Inhalte der Videothek auf einem TV-Gerät anzuschauen wird eine entsprechende Set-Top-Box benötigt. Alice stellt einen HD Media Receiver für 2,90 Euro, einen HD Media Recorder mit integrierter Festplatte für 8,90 Euro monatliche Miete bereit. Alternativ ist auch ein Kauf für einmalig 99,90 Euro beziehungsweise 229,90 Euro möglich.

Vodafone TV mit integrierter Online-Videothek

Am 14. Februar ging Vodafone mit einem TV-Angebot an den Start. Ein Vodafone TV Komplettpaket für 39,95 Euro monatlich beinhaltet neben einer Doppel-Flat für Internet und Telefon sowie dem Fernsehempfang auch den Zugriff auf die Vodafone TV Videothek. Hier stellt der Provider online aktuell rund 3.000 Titel mit Kinohits, Serien oder Dokumentationen für jeweils 48 Stunden zur Ausleihe bereit. Die Leihgebühr variiert je nach Video. Alternativ können Vodafone TV-Kunden auch zwei Abonnement-Pakete hinzubuchen. Das Paket FilmVideothek für 14,95 Euro monatlich erlaubt den Zugriff auf mehr als 100 Blockbuster im Monat. Die FamilyVideothek bietet für 9,95 Euro Inhalte wie Serien, Kindersendungen und Dokumentationen. Die zum Empfang von Vodafone TV und der Videothek benötigte Set-Top-Box Vodafone TV Center stellt der Anbieter gratis zur Verfügung. Alle Filme aus der Vodafone Videothek werden verschlüsselt auf der Festplatte des Vodafone TV Centers abgelegt. Der Empfang von Vodafone TV selbst erfolgt über den DSL-Anschluss des Providers oder über einen vorhandenen Kabel- oder Satelliten-Anschluss. Auf dem PC ist der Empfang des Fernsehangebots auch mit einer integrierten TV-Karte laut Vodafone nicht möglich. Für die Nutzung auf dem Computer oder dem Handy hält Vodafone auch für Nichtkunden ein Video on Demand-Angebot unter www.videothek.vodafone.de bereit.

Weiter auf Seite 2: Videload/Entertain, Kabel BW, Media Markt und Lovefilm

Das Portal videoload.de ist ein eigenständiges Produkt der Deutschen Telekom. Derzeit sind über Videoload rund 10.000 Inhalte per Computer abrufbar, 1.500 davon auch in HD-Qualität.

Videoload mit Vorteilen für Entertain-Kunden

Die meisten Titel stehen zum Einzelabruf ab 49 Cent zur Verfügung, ein kleiner Teil ist auch gratis erhältlich. Außerdem bietet Videoload optional die vier "Selection" Abo-Pakete Movie, Doku, Kids und TV ab 4,99 Euro an. Die Mindestvertragslaufzeit liegt bei lediglich einem Monat. Neben der Ausleihe für bis zu 48 Stunden lassen sich ausgewählte Inhalte auch kaufen, herunterladen und auf DVD brennen. Kunden des Telekom-Fernsehangebots Entertain, die auch auf Videoload zugreifen können, profitieren zusätzlich exklusiv von Filmen in 3D. Jeden Mittwoch ist zudem Kinotag, an dem aktuelle Kinofilme zum Aktionspreis von je 1,99 Euro angeboten werden. Außerdem können die Kunden Videoload-Inhalte über den Mediareceiver der Telekom auch auf dem Fernseher anschauen. Als Hardware bietet der Bonner Konzern beispielsweise den Mediareceiver 303 für maximal 4,94 Euro monatliche Miete oder zum Kauf für einmalig 299,99 Euro an.

Kabel BW Videothek direkt über DVB-C

Seit Dezember des vergangenen Jahres betreibt der baden-württembergische Kabelnetzbetreiber Kabel BW eine Online-Videothek mit Filmen zum Abruf. Aktuell umfasst das Angebot mehr als 1.000 Kinofilme und Serien ab 1,49 Euro. Als erster deutscher Kabelnetz-Provider schickt Kabel BW nach eigenen Angaben on Demand-Inhalte wie ein TV-Programm in digitaler Kabel-TV-Qualität direkt über das Kabelnetz per DVB-C zum Kunden. Der Provider ist daher nicht an die verfügbare Internet-Bandbreite gebunden. Voraussetzung zur Nutzung der VoD-Videothek ist ein Kabel BW Kabelanschluss. Viele Filme lassen sich auch in HD-Qualität anschauen. Als Hardware können Kunden zwischen einem HD-Receiver für eine monatliche Miete von 2 Euro oder einem HD-Rekorder für 5 Euro wählen. Alternativ sind die Geräte auch für 129,95 Euro beziehungsweise 249,90 käuflich erwerbbar.

Media Markt mit Downloadshop für Filme & Serien

Die Elektronikmarkt-Kette Media Markt ist im Internet mit mehreren Downloadshops vertreten. Neben Musik & Hörbüchern, eBooks oder Software findet sich auf der Media Markt-Homepage auch ein Online-Angebot für Filme & Serien. Der Elektronik-Händler bietet per Webstream auf Basis von Adobe Flash über 3.000 Filme ab 99 Cent für 48 Stunden zur Ausleihe an. Aktuelle Toptitel wie beispielsweise der Kinohit Inception sind für 4,99 Euro bestellbar, ältere Titel häufig für 2,99 Euro erhältlich. Ausgewählte Filme lassen sich zudem kaufen und auf den eigenen Computer herunterladen. Die Preise für die Top 20 der Kauf-Filme liegen zwischen 4,99 und 13,99 Euro. Zur Nutzung des Media Markt VoD-Angebots ist lediglich eine Registrierung erforderlich, die Inhalte lassen sich über einen beliebigen Internetzugang auf dem eigenen Computer anschauen.

Lovefilm integriert Video on Demand in DVD-Ausleihpakete

Lovefilm.de ist vorrangig ein DVD- und Blu-ray Verleih per Post. Zur Auswahl stehen über 40.000 Titel. Seit kurzem findet sich auch ein noch recht bescheidendes Video on Demand-Portfolio als Teil des Ausleihpaketes - aktuell stehen 242 Titel auf Abruf zur Verfügung. Wer Filme direkt auf dem PC anschauen möchte, muss ein Ausleihpaket inklusive VoD-Option buchen. Das günstigste Paket für 7,29 Euro monatlich kommt inklusive einem VoD-Zeitguthaben von zwei Stunden im Monat daher. Die unbegrenzte Nutzung von Video on Demand ist mit Ausleihpaketen ab 9,99 Euro möglich.

Weiter auf Seite 3: Videobuster, Fazit & VoD-Tabelle

2007 hatte sich netleih.de, der Betreiber der ersten deutschen Online-Videothek, in Videobuster umbenannt. Der Großteil der rund 50.000 Titel auf videobuster.de steht wie bei Lovefilm auf DVD oder Blu-ray inklusive kostenlosem Versand per Post zur Verfügung.

Videobuster mit neuem VoD-Angebot

Ende 2007 startete Videobuster zusätzlich ein Video on Demand-Angebot. Zum Abruf per Stream ab 1,99 Euro oder zum späteren Anschauen per Download ab 2,99 Euro hält der Anbieter mehrere tausend Titel bereit.

Videos per Stream lassen sich in hoher Qualität bereits über einem Internetzugang mit einer Bandbreite von 2 Mbit/s empfangen. Für Downloads von Filmen in sehr hoher Qualität sollte die Bandbreite bei 4 Mbit/s liegen. Die Filme lassen sich innerhalb von 24 Stunden beliebig oft auf dem eigenen Computer anschauen. Videobuster kooperiert mit Media Markt und ist der Betreiber der Video-Ausleihe der Elektronikmarkt-Kette.

Fazit: Video on Demand ist auf dem Vormarsch

Verbraucher sind nicht mehr länger an lineares Fernsehen mit einem von den TV-Sendern fest vorgegebenen Programm gebunden. Bequem von der Wohnzimmercouch lassen sich Filme per Internet bestellen. Die Anzahl der Anbieter mit Video on Demand-Portalen nimmt zu. Je nach Bedarf und Produkt lassen sich die Inhalte auf PC oder Notebook oder per Set-Top-Box auch auf einem TV-Gerät anschauen. Dennoch kann die intensive Nutzung von Filmen, Serien und Dokumentationen auf Abruf ein kostspieliges Vergnügen werden. Empfehlenswert sind in diesem Fall Abonnement-Pakete für den unbegrenzten Zugriff auf Teile des VoD-Angebots, wie sie beispielsweise maxdome, Videoload oder Vodafone anbieten.

(Jörg Schamberg)

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