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VATM und BREKO: Bund soll Telekom-Anteile verkaufen - Milliardenerlöse für Breitbandausbau

Trennt sich der Bund von seinen Anteilen an der Deutschen Telekom? Erlöse von bis zu 18 Milliarden Euro wären möglich. Die Branchenverbände VATM und BREKO fordern einen solchen Verkauf schon lange, der Verkaufserlös solle in den Breitbandausbau fließen.

Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Die Deutsche Telekom ist als ehemaliger Monopolist weiterhin der führende DSL-Anbieter in Deutschland. Als größter Einzelaktionär (31,7 Prozent) fungiert immer noch der Bund: 14,26 Prozent der Telekom-Anteile hält dieser direkt, weitere 17,44 Prozent über die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Das Bundesfinanzministerium erwägt laut einem "Handelsblatt"-Bericht offenbar aber eine weitere Privatisierung ehemaliger Staatsunternehmen. Neben der Bahn denke Berlin auch an die Deutsche Telekom. Weitere Privatisierungsschritte der Telekom würden sorgfältig geprüft. Die Branchenverbände VATM und BREKO hatten am Mittwoch solche Pläne begrüßt. Beide Verbände, in denen Wettbewerber des Bonner Konzerns vertreten sind, sprachen sich für einen Verkauf von Telekom-Anteilen des Bundes aus.

Erlöse von bis zu 18 Milliarden Euro sollen in Breitbandausbau fließen

Der VATM bezeichnete einen möglichen Verkauf von Telekom-Aktien durch den Bund als wichtigen und überfälligen Schritt. Denn es sei laut VATM problematisch, "wenn der Bund auf der einen Seite die Wettbewerbsspielregeln setzt, auf der anderen Seite aber gleichzeitig als mit den KfW-Anteilen größter Einzelaktionär auf die Dividende des Ex-Monopolisten Telekom angewiesen ist". Der Telekommunikatonsexperte Thorsten J. Gerpott hält einen Verkaufserlös von bis zu 18 Milliarden Euro für möglich. Die Erlöse sollten dem Breitbandausbau zu Gute kommen. Dafür macht sich auch der VATM stark: "Sollte es einen Verkauf von Telekom-Aktien des Bundes geben, sollte der Erlös in den Breitbandausbau fließen – und zwar sowohl in den Festnetz- als auch den Mobilfunkbereich", fordert VATM-Präsident Martin Witt.

Auch der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) spricht sich bereits seit langem für einen Rückzug des Staates aus der Telekom aus. Zudem plädiert der Verband für eine Verwendung der Erlöse für den Breitbandausbau. "Mit dieser Milliardensumme lassen sich schnelle Glasfaseranschlüsse auch in besonders ländlichen Gebieten in großer Anzahl realisieren. Die Netzbetreiber des BREKO können so mit innovativen und individuellen Lösungen auch bislang 'weiße Flecken' mit Highspeed an die digitale Welt anbinden", erklärt BREKO-Präsident Ralf Kleint. " Wir unterstützen die Bundesregierung daher in ihrem Bestreben, sich dem Rat renommierter Wissenschaftler, des Bundesrechnungshofs sowie der Monopolkommission anzuschließen und sich von ihrem 31,7-Prozent-Anteil an der Deutschen Telekom zu trennen", so Kleint weiter.

(Jörg Schamberg)

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