Anhörung bei Bundesnetzagentur

VATM lehnt höhere TAL-Entgelte ab - Senkung fördert Investitionen in den Glasfaserausbau

Der Streit um die künftige Höhe der TAL-Entgelte schwellt weiter. Während die Telekom eine Erhöhung beantragt hat, stellt sich die Branche quer. Der Branchenverband VATM drängte am Mittwoch nach einer Anhörung bei der Bundesnetzagentur auf eine Senkung der TAL-Entgelte, die Einfluss hätte auf die weiteren Investitionen in den Glasfaserausbau.

VATM© VATM

Bonn/Köln - Am Mittwoch fand bei der Bundesnetzagentur in Bonn eine Anhörung zur Höhe der zukünftigen Entgelte für die Teilnehmeranschlussleitung (TAL) statt. Wie berichtet, hat die Deutsche Telekom (www.telekom.de/dsl) eine Erhöhung der TAL-Entgelte um rund zehn Prozent beantragt. Damit stößt der Bonner Konzern allerdings auf breiten Widerstand in der Branche. Der Branchenverband VATM drängte am Mittwoch erneut auf eine Senkung der TAL-Mietpreise, da diese einen Investitionsschub in Glasfasernetze ermögliche.

Höhe der TAL-Entgelte beeinflusst die Investitionen in den Glasfaserausbau

"Wir befinden uns hier in einem sehr wichtigen Verfahren für den weiteren Glasfaserausbau und Deutschlands Weg in die Gigabit-Gesellschaft", betonte VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner die Bedeutung der Entscheidung. Denn die Höhe der TAL-Entgelte, die die Wettbewerber monatlich an die Telekom für die Nutzung des letzten Stücks Kupferleitung zum Kunden zahlen, habe erheblichen Einfluss auf die Investitionen in den Glasfaserausbau. Laut VATM würden erstmals seit der Liberalisierung alle alternativen Wettbewerber und TK-Verbände eine Preissenkung für die TAL-Miete fordern.

Die Berechnungen der Telekom zur Höhe der TAL-Entgelte kritisierte der VAM. "Der Antrag basiert auf einer Kostenrechnungsmethode, die Investitionen nicht optimal fördert. Seit 18 Jahren werden die TAL-Entgelte nach der gleichen Berechnungsmethode festgelegt. Sie basiert auf Neubaukosten für ein Anschlussnetz bis zum Endkunden. Die Telekom weigert sich aber, ein solches auf Basis der zukunftsträchtigen Glasfaser – FTTB/H – zu tun und nutzt stattdessen die alte Kupferleitung mit billiger Vectoring-Technik weiter", erläuterte Grützner. Die Wettbewerber würden jährlich rund eine Milliarde Euro für die Vorleistungsprodukte an die Telekom zahlen.

Neue EU-Berechnungsmethode ermittelt niedrigere TAL-Entgelte

Würde aber eine von der EU vorgeschlagene Berechnungsmethode angewendet, so müssten die TAL-Entgelte von derzeit 10,19 Euro pro Monat für die Nutzung der TAL am Hauptverteiler sowie 6,79 für die Anmietung der TAL am Kabelverzweiger weiter sinken. Die Telekom hatte dagegen eine Erhöhung auf 11,20 Euro bzw. 7,51 Euro beantragt. Die derzeitigen TAL-Entgelte laufen Ende Juni 2016 aus. Laut VATM-Geschäftsführer Grützner müsse ein Anreiz für die Telekom bestehen, altes Kupfer abzubauen und in moderne Glasfasernetze mit entsprechenden Vorleistungsprodukten zu investieren.

Jörg Schamberg

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