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US-Firmen dominieren das deutsche Internet

An der Spitze der von deutschen Privathaushalten meistbesuchten Websites stehen deutschsprachige Angebote der US-Firmen Google, Microsoft und eBay.

Internetnutzung© adam36 / Fotolia.com
Das Internet wird in Deutschland von immer mehr Menschen genutzt. Bereits im Juni waren mehr als 60 Prozent der Deutschen im weltweiten Netz aktiv. Im Zeitraum von Sommer 2007 bis Sommer 2008 wuchs die Zahl der deutschen Internetsurfer um rund drei Millionen Nutzer an. Doch welche Seiten werden von den Deutschen besondern gerne aufgerufen?

36 Millionen deutsche Surfer

Das Analystenteam von Nielsen Online, das regelmäßig Listen mit den meistbesuchten Internetseiten erstellt, hat im August den deutschen Internetmarkt unter die Lupe genommen und ein Ranking der 20 beliebtesten deutschen Internetseiten erstellt. Mit 36 Millionen Surfern waren im Vergleich zum Ranking vom Mai 750.000 Bundesbürger mehr online. Es drängeln sich aber nicht nur mehr Surfer auf der globalen Datenautobahn, sondern die Anwender verbringen auch mehr Zeit online. Die Nutzungsdauer stieg um rund 20 Minuten auf durchschnittlich 15,5 Stunden pro Monat und Nutzer. Im Schnitt wurden für einen Surfer 33 Online-Sitzungen im Monat errechnet.

Drei US-Unternehmen stellen beliebteste Internetseiten

Unangefochten auf dem ersten Platz befinden sich weiterhin die Internetangebote des Suchmaschinen-Giganten Google. Knapp 80 Prozent der privaten Internetsurfer fanden den Weg auf die Webpräsenz von Google. Der Konzern generiert allerdings auch erheblichen Internet-Traffic durch sein Videoportal YouTube, den Kartendienst Google Maps und den Blog-Anbieter Blogger. Rund 61 Prozent nutzen die Webseiten des Software-Herstellers Microsoft. Aber auch hier gruppiert sich mit MSN, Windows Live Messenger oder dem Windows Media Player ein ganzes Bündel weiterer Websites und Internetdienste um die eigentliche Firmenwebseite herum. Auf Platz drei des Nielsen-Rankings landet das amerikanische Online-Auktionshaus eBay mit etwa 55 Prozent der Surfbesuche. Genutzt wurden neben den Auktionen auch eBay-Dienste wie PayPal oder Skype.

Medien- und Handelskonzerne sind breit vertreten

Das erste deutsche Unternehmen auf der Top-20 findet sich mit der Deutschen Telekom auf Platz vier. Etwa 17 Millionen Internetbesucher, das sind rund 44 Prozent der deutschen Surfer, fanden Interesse an den Webseiten des ehemaligen Monopolisten. Die Inhalte von T-Online und die Scout24-Angebote fanden dabei besonders großen Anklang. Breiten Raum im Ranking-Feld nehmen die Webseiten rund um Nachrichten, Informationsvermittlung und Unterhaltung ein, die von großen Medienkonzernen wie TimeWarner, ProSiebenSat.1, Bertelsmann, Axel Springer oder Hubert Burda ins Netz gestellt wurden. Aber auch die Handelskonzerne Arcandor, Amazon und Otto lockten viele Surfer zum Online-Kauf auf ihre Seiten. Neben Shopping-, Nachrichten- und Unterhaltungsportalen können sich auch die freien Online-Lexika der Wikimedia Foundation mit fast 13 Millionen Besuchern sehr gut auf Platz sieben der Liste behaupten. Die Holtzbrinck-Gruppe, mit ihren sehr erfolgreichen Community-Plattformen studiVZ, schuelerVZ und meinVZ, rückte im Vergleich zum Frühjahr-Ranking des Marktforschungsinstituts Comscore auf Platz elf vor. Knapp zwölf Millionen Besucher wollten über die Holtzbrinck-Netzwerke "gruscheln" und Kontakte pflegen. StudiVZ ist mit 3,7 Millionen Besuchern derzeit noch erfolgreicher als schuelerVZ mit 3,1 Millionen Nutzern.

(Jörg Schamberg)

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