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Unitymedia Kabel BW zeigt 1,5 Gbit/s und "Horizon"

Unter dem neuen Gemeinschaftsnamen "Unitymedia Kabel BW" präsentierte der Kabelnetzbetreiber auf der Anga Cable einen Internetzugang per Kabel mit 1,5 Gbit/s im Live-Betrieb. Außerdem erlaubte der Kabel-Provider einen Blick auf die "Horizon"-Box, die ab 2013 das Fernsehen 2.0 liefern soll.

Internet Telefon TV© Unitymedia

Internet per Kabel mit einer Surfgeschwindigkeit von maximal 150 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) können Unitymedia-Kunden bereits seit April nutzen. Auf der Branchenmesse Anga Cable in Köln demonstrierte der Kabelnetzbetreiber, dass das Kabelnetz noch erheblich mehr Speed bieten kann. Das Unternehmen, das sich in der Domstadt erstmals unter dem gemeinsamen Dachnamen "Unitymedia Kabel BW" und dem neuen Logo präsentierte, zeigte an seinem Stand im Live-Betrieb einen Internetzugang über Kabel mit einer Bandbreite von 1,5 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) im Download. Das entspricht fast der hundertfachen Geschwindigkeit von DSL 16.000.

1,5 Gbit/s im Live-Betrieb

Unitymedia Kabel BW realisierte den Highspeed-Zugang zusammen mit dem Technik-Partner Cisco Systems auf Basis des Übertragungsstandards DOCSIS 3.0. Neben der Internetnutzung sowie Telefonie wurden bei der Demonstration auch Digital-TV inklusive 30 HD-Sendern über denn gleichen Anschluss übertragen. Ende Mai hatte Kabel Deutschland in einem Feldtest 4,7 Gbit/s erreicht, dabei allerdings die TV-Nutzung ausgeklammert.

"Auch wenn 1,5 Gbit/s heute noch überdimensioniert wirken mögen – Unitymedia Kabel BW beweist, dass das Kabel auch zukünftige Kundenbedürfnisse in Sachen Bandbreite jederzeit bedienen kann", betont Uwe Bärmann, Technischer Leiter des Kabelnetzbetreibers. Zur Veranschaulichung: Ein HD-Film mit einer Größe von 13 Gigabyte lässt sich mit einer Download-Bandbreite von 1,5 Gbit/s in rund 120 Sekunden herunterladen, mit klassischem DSL 16.000 wäre der Download dagegen erst nach zwei Stunden beendet.

Auf der Anga Cable erlaubte Unitymedia auch einen Blick auf die von Samsung hergestellte "Horizon"-Box, die nach Unternehmensangaben in Deutschland im ersten Halbjahr des kommenden Jahres verfügbar sein soll. Noch in diesem Jahr wird Horizon für Kunden von UPC in den Niederlanden und in der Schweiz erhältlich sein.

Das multimediale Gerät, das in Köln in einer Glasvitrine ausgestellt wurde, verfügt unter anderem über eine integrierte Festplatte und soll die Fernsehnutzung revolutionieren. Lineares TV oder Internet-Inhalte, die Grenzen sollen quasi aufgehoben werden. Horizon, von Unitymedia Kabel BW als "Fernsehen der nächsten Generation" bezeichnet, soll sich auf bis zu vier Fernsehgeräten nutzen lassen, dazu wird es kleinere WLAN-fähige Boxen für die Nutzung in weiteren Räumen geben. Horizon wird zudem zahlreiche Apps bieten, die das TV um zahlreiche Zusatzdienste erweitert. Die Fernbedienung verfügt unter anderem über eine QWERTZ-Tastatur, die die Verwendung des Internet auf dem Fernseher erleichtert. Die Konditionen für die Nutzung der "Horizon"-Box stehen noch nicht fest, die Hardware wird nach Angaben eines Unitymedia-Sprechers wahrscheinlich zur Miete angeboten.

Die Einigung von Unitymedia mit Sky Anfang Mai sei von den Kunden gut aufgenommen worden. Lange genug hatten Sky-Kunden in Nordrhein-Westfalen und Hessen, die das Pay-TV über ihren Kabelanschluss empfangen, auf die Einspeisung weiterer Sky HD-Sender warten müssen. Inzwischen sind hochauflösende Sender wie beispielsweise Sky Atlantic HD und Sky Cinema HD freigegeben. Bis zum Jahresende sollen im Netz von Unitymedia dann insgesamt 15 Sky HD-Sender, bei Kabel BW 18 HD-Sender des Bezahlsenders verfügbar sein. Für die geplante direkte Vermarktung der Sky-Pakete über Unitymedia gebe es derzeit noch keinen festen Zeitplan. Seit Mai bietet Unitmyedia zudem flächendeckend im gesamten Verbreitungsgebiet einen Video on Demand Service mit aktuell circa 2.500 Titeln auf Abruf.

FTTH von Kabel BW als Vorbild für Unitymedia

Die Integration von Unitymedia und Kabel BW zum Gemeinschaftsunternehmen "Unitymedia Kabel BW" schreitet weiter mit großen Schritten voran. Anfang Juli wird der jetzige Unitymedia-Geschäftsführer Lutz Schüler die Leitung des neuen, größeren Unternehmens übernehmen. Für die Kunden bleibt es aber bei den bewährten, eingeführten Markennamen Unitymedia und Kabel BW. In einem Gespräch mit unserer Redaktion hatte Schüler kürzlich für den Herbst einen Produktrelaunch bei Kabel BW angekündigt.

Bis 2014 will "Unitymedia Kabel BW" als Folge des Zusammengehens der beiden Kabelunternehmen rund 9 Prozent der Stellen, das entspricht circa 230 Mitarbeitern, vor allem im Bereich Kundenservice und Technik abbauen. Der Mutterkonzern Liberty Global will bei der Integration seiner beiden Töchter die Stärken der jeweiligen Unternehmen nutzen. Kabel BW setzt beispielsweise in Baden-Württemberg auch auf Fibre to the Home (FTTH). Das könne nach Angaben eines Unternehmenssprechers auch ein Modell für Unitymedia sein. Nach dem Motto "Wir können das auch", könnte der Kabelnetzbetreiber bei Bedarf künftig verstärkt Glasfaser direkt bis in die Wohnungen verlegen.

(Jörg Schamberg)

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