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Test: Altes Telefon – neue Kommunikation mit D-Link

Wer in seinem häuslichen Netzwerk ohne große Umschweife VoIP integrieren will, ist mit einem Adapter für Festnetz-Telefone gut bedient. Wir haben zwei D-Link Varianten getestet.

Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com
Die Nutzungsmöglichkeiten für VoIP sind vielfältig: Softphones eignen sich für den schnellen Einstieg. Aufwändige Geräte, wie das Fritz!Fon 7150 von AVM bringen alles mit, was für einen bequemen VoIP-Einsatz zu Hause benötigt wird. Wer allerdings die Internet-Telefonie in sein bestehendes häusliches Netzwerk integrieren will, ohne viel an Hardware oder Verkabelung ändern zu müssen, ist mit einem Adapter gut bedient. Die Geräte verbinden vorhandene Analog- oder ISDN-Telefone mit dem Internet und machen so die guten, alten Festnetz-Geräte VoIP-tauglich. Wir haben zwei Adapter der Firma D-Link getestet.

Altes Telefon fit für VoIP

Zwar gibt es auch verschiedene Adapter, um ISDN-Telefone anzuschließen. Im Endkunden-Markt weitaus häufiger in Gebrauch sind jedoch die Versionen für analoge Geräte. Um solche handelt es sich auch bei den beiden D-Link Modellen: Sie bieten beide Anschluss-Möglichkeiten für je ein analoges Telefon. Während jedoch der DPH-50U das Gerät mit dem PC und dem darauf installierten Skype-Service verbindet, ist der DVG-2001S für alle VoIP-Angebote mit SIP geeignet und benötigt für den Betrieb keinen eingeschalteten Computer.

Der 105x90x30 Millimeter kleine und 120 Gramm leichte DPH-50U setzt einen Windows-Rechner mit dem Betriebssystem 2000 oder XP voraus. Er wird per USB 1.1 am Rechner installiert und auf diesem Weg auch mit Strom versorgt. Zusätzlich bietet er einen Port für die Festnetz-Telefonleitung, um auch weiterhin Gespräche über das klassische Festnetz führen zu können. Beim 90x82,5x32 Millimeter kleinen und 123 Gramm leichten DVG-2001S stehen hingegen nur Ports für Telefon und LAN zur Verfügung.

Skype-Adapter einfach installiert

Die Installation des DPH-50U ist einfach: Die CD mit dem aktuellen Treiber eingelegt, startet der Installations-Assistent und geht Schritt für Schritt die erforderlichen Punkte durch. Wer nicht genau weiß, wie die Einstellungen vorzunehmen sind, dem hilft der Einrichtungs-Leitfaden auf der Treiber-CD weiter. Anschließend wird die Skype-Software gestartet und erkennt die neue Hardware. Das funktioniert auch mit der aktuellsten Skype-Version 3.0. Wird der Adapter dann, wie vom Eingabefenster gefordert, für den Zugriff auf die Telefonie-Software freigegeben, kann das per mitgeliefertem Telefonkabel angeschlossene Telefon für VoIP genutzt werden und steht auch weiterhin für Festnetz-Gespräche bereit. Drei LEDs am Adapter zeigen die Stromversorgung sowie die Bereitschaft von Telefon und VoIP an. Um nun ein Telefonat über Skype zu führen, muss zwei Mal die Raute-Taste vorgewählt werden. Anschließend folgt wahlweise die über Skype zugewiesene Kurzwahlnummer oder die komplette, gewünschte Rufnummer. Die Eingabe wird mit der Stern-Taste beendet und die Anwahl über das Softphone initiiert. Gespräche über das Festnetz werden wie gewohnt geführt: Die Rufnummer wird wie üblich eingegeben und das Telefonat über das Festnetz übermittelt. Eingehende Skype- und Festnetz-Gespräche klingeln weiterhin wie gewohnt auf dem per Adapter angeschlossenen Apparat. Auf die Sprachqualität hat der zwischen geschaltete Adapter keinen negativen Einfluss.

Zusätzlich unterstützt der DPH-50U auch Full-Duplex-Betrieb mit Echounterdrückung, schnurlose Telefone sowie einige Extras, wie Anrufweiterleitung und -aufzeichnung, Anzeige der Anrufer-ID, Dreier-Telefonkonferenzen und Frequency Shift Keying (FSK).

Die SIP-Variante

Die Installation des DVG-2001S ist hingegen komplizierter: Zunächst mal muss, anders als beim DPH-50U, die Stromversorgung über das mitgelieferte Netzteil hergestellt werden. Anschließend ist der Adapter bereit für die Konfiguration: Dazu wird das Gerät zunächst per LAN-Kabel am Computer angeschlossen. Um Zugriff auf die Einstellungen zu erhalten, muss dem Rechner als erstes eine feste IP-Adresse zugewiesen werden. Anschließend lässt sich der DVG-2001S per Eingabe seiner IP-Adresse im Browserfenster ansprechen. Die Einrichtung erfolgt wahlweise Schritt für Schritt mit einem Assistenten oder – für fortgeschrittene Nutzer – mit der erweiterten Konfiguration.

Konfiguration nichts für Anfänger

Während beim "Wizard" die Eingabe der Zugangsdaten für VoIP noch relativ einfach gehalten ist, sollten sich nur VoIP-Profis an die erweiterte Einrichtung wagen. Nachteilig ist, dass der Adapter sich nur mit den Zugangsdaten eines Providers füttern lässt, die parallele Nutzung verschiedener Services ist also nicht möglich. Sind nun alle Angaben gemacht, kann der DVG-2001S vom Computer getrennt und an das Modem, den Router, Switch oder Hub angeschlossen werden, um online zu telefonieren. Da es hier keine Option gibt, per Festnetz zu telefonieren, sind bei der Wahl der gewünschten Rufnummer keine besonderen Vorgaben zu beachten. Die Wahl der Rufnummer erfolgt in dem Format, das der VoIP-Provider vorgibt. Eingehende Telefonate auf der persönlichen VoIP-Rufnummer klingeln, wie gewohnt, auf dem nun für die Internet-Telefonie fit gemachten Telefon. Wer parallel noch einen Festnetz-Anschluss betreibt, muss jedoch dort ein weiteres Telefon anschließen. Der Vorteil des DVG-2001S besteht in erster Linie darin, dass der Computer nicht mehr eingeschaltet sein muss, sobald die Konfiguration abgeschlossen ist. Lediglich ein Breitband-Modem wird noch benötigt, da der Adapter nicht selbstständig online gehen kann.

VoIP mit Qualitätssicherung

Darüber hinaus unterstützt dieses D-Link Modell auch Mehrfrequenzwahlverfahren und Anrufmerkmale, wie Gespräche weiterleiten, parken und halten sowie Rufnummernanzeige und Dreier-Konferenz. Durch die Unterstützung des Codec G.711 können auch Faxe an den Adapter angeschlossen werden. Die Übertragungsqualität wird beim DVG-2001S mit Sprechpausenerkennung (VAD), Comfort Noise Generation (CNG), Echounterdrückung (AEC), Jitter-Buffer und QoS-Unterstützung (Quality of Service) gesichert. Die aktive Stromversorgung, LAN-Verfügbarkeit, und Telefon-Aktivität werden mit LEDs an der Vorderseite des Geräts angezeigt. Jedoch sind die Statuslämpchen nur beim direkten Blick auf die Frontseite erkennbar, aus einem anderen Winkel ist die Anzeige nicht lesbar.

Fazit: Einfach oder flexibel

Zusammengefasst stellt sich der D-Link Adapter DPH-50U als weitaus benutzerfreundlicher heraus, als das Modell DVG-2001S. Die Installation ist sehr einfach, was allerdings auch kein Wunder ist, da das Gerät nur mit Skype genutzt werden kann. Weiterer Vorteil des Skype-Adapters: Er verbindet sowohl VoIP als auch das klassische Festnetz in einem Gerät. Allerdings ist der DVG-2001S im Einsatz flexibler, da der Adapter mit jedem beliebigen SIP-Anbieter genutzt werden kann. Die Konfiguration ist dadurch jedoch erheblich aufwendiger und braucht einen wenigstens halbwegs VoIP-versierten Nutzer, um alle Angaben an die richtige Stelle einzugeben. Mit etwas Geduld hilft hier jedoch auch die Installations-Anleitung weiter, die D-Link dem Gerät beifügt. Eine Beeinträchtigung der Sprachqualität war bei beiden Geräten nicht feststellbar.

(Aleksandra Leon)

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