MWC-Präsentation

Telekom zeigt weltweit erstes vollständiges 5G-Netz - Latenz von unter einer Millisekunde

Die Deutsche Telekom hat auf dem MWC mit einem Demonstrations-Netz gezeigt, welches Potential in 5G steckt. Erstmals überhaupt sei eine Netz-Latenz von unter einer Millisekunde erreicht worden. Zudem lassen sich gleichzeitig auch große Datenmengen mit einem Daten-Durchsatz von mehr als 1,5 Gb/s übertragen.

5G© Piotr Adamowicz / Fotolia.com

Barcelona – Der neue, schnelle Mobilfunkstandard 5G soll 2020 eingeführt werden. Die Deutsche Telekom zeigt auf dem MWC in Barcelona aber schon aktuell das nach eigenen Angaben erste vollständige 5G-System der Welt. Der Bonner Konzern präsentiert an seinem Messestand ein Demonstrations-Netz mit drei virtuellen Netzabschnitten (Network Slicing), einem neuen Weltrekord bei der Netz-Latenz sowie Übertragungsgeschwindigkeiten im Gigabit-Bereich.

Netz-Latenz von weniger als einer Millisekunde

Die Telekom arbeitet bei der 5G-Forschung mit den Partnern Huawei, Samsung und der Stanford University zusammen. Das Forschungslabor 5G:haus der Telekom zeigt auf dem MWC ein voll funktionsfähiges, Ende-zu-Ende 5G-Netz aus Zugangs- und Kernnetz. Dabei bleibe das Netz flexibel und soll dank neuartiger Architektur bei Bedarf extrem unterschiedliche Eigenschaften annehmen können. "Network Slicing ermöglicht in 5G einerseits, schnell und effizient differenzierte Zugangsmöglichkeiten für unterschiedliche Anforderungen der Industrie zu schaffen und bereitzustellen. Gleichzeitig bietet es Privatkunden nahtlos schnelle, mobile Breitbandanbindung", erläutert Telekom-Technikchef Bruno Jacobfeuerborn.

Nach eigenen Angaben sei es im virtuellen Netzabschnitt erstmals überhaupt gelungen eine Netz-Latenz von unter einer Millisekunde zu erreichen. Dies sei ein Signal für die Entwicklung von Echtzeit-Anwendungen beispielsweise bei Industrierobotern oder selbstfahrenden Autos. Die optimale Abdeckung ermögliche der Einsatz des 2,6-GHz-Spektrums.

Daten-Durchsatz von mehr als 1,5 Gb/s

Eine bessere Abdeckung, Mobilität und Leistung erreichte das System des 5G:haus zudem im virtuellen Netzabschnitt für Ultra Mobile Broadband (UMBB) durch Nutzung des 60-GHz-Frequenzbandes sowie des Einsatzes einer speziellen Richtfunk-Technik. Es wurde ein Daten-Durchsatz von mehr als 1,5 Gb/s realisiert. 5G erlaube gleichzeitig sowohl Echtzeit-Kommunikation als auch auch die Übertragung großer Datenmengen.

"Wir zeigen, dass die Entwicklung der 5G-Technologie eine wirklich aufregende Phase erreicht hat. Als Nächstes wird das 5G:haus die Kunden in den Entwicklungsprozess einbeziehen, um ihnen diese Technologien näher zu bringen und sicherzustellen, dass sie ihren Erwartungen entsprechen", so Bruno Jacobfeuerborn.

Jörg Schamberg

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