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Telekom: VDSL 50 & Glasfaser für weitere Orte

Die Deutsche Telekom versorgt neben größeren Städten immer häufiger auch kleinere Gemeinden mit schnellen Breitband-Anschlüssen per VDSL. In dieser Woche vermeldet die Telekom Ausbauerfolge in acht Bundesländern, zudem ist der Startschuss für das Glasfasernetz in Kiel erfolgt.

Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Der Breitband-Ausbau im Netz der Deutschen Telekom kommt voran. Vielfach vollzieht sich dieser aber von der breiten Öffentlichkeit weitestgehend unbemerkt. Denn nicht nur größere Städte, sondern zunehmend auch kleinere Gemeinden werden mit schnellen Internetzugängen versorgt. Wo dies nicht wirtschaftlich realisierbar ist, kooperiert der Bonner Konzern häufig mit den Kommunen, die sich finanziell am kostspieligen Ausbau beteiligen. In dieser Woche verkündete die Telekom Ausbauerfolge in gleich acht Bundesländern.

VDSL 50 ab sofort nutzbar

Im vergleichsweise dünn besiedelten Mecklenburg-Vorpommern profitieren ab sofort Einwohner in den Gemeinden Sehlen und Moraas von einem Ausbau der DSL-Technik. Konnten Telekom-Kunden dort bislang mit maximal 16 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Internet surfen, ist ab sofort VDSL mit Bandbreiten von bis zu 50 Mbit/s verfügbar.

Allerdings steht jeweils nur eine begrenzte Anzahl von VDSL-Anschlüssen zur Verfügung, die Telekom rät daher zu raschem Handeln. Während schnelles Internet nun in Sehlen für die Bewohner von acht Straßen erhältlich ist, erstreckt sich das VDSL-Ausbaugebiet in Moraas auf elf Straßen. Der weitere Ausbau soll bedarfsgerecht erfolgen.

In Stendal in Sachsen-Anhalt hat der ehemalige Monopolist die Ortsteile Borstel und Heeren fit für VDSL 50 gemacht. Auch hier ist nur eine begrenzte Anzahl von VDSL-Anschlüssen bestellbar. Mit bis zu 50 Mbit/s können ab sofort auch Bewohner im brandenburgischen Wusterhausen ins Netz gehen, ausgebaut wurden sechs Straßen im Ortsteil Bantikow.

Aber auch in westdeutschen Bundesländern waren die Techniker der Telekom unterwegs. Im niedersächsischen Edemissen können rund 170 Haushalte im Ortsteil Wehnsen bei Bedarf nun VDSL 50 nutzen. Die schnelle Internettechnik hat zudem auch den Ort Quarnbek erreicht: Elf Straßen wurden mit schnellen Internetzugängen ausgestattet. Rund 210 Haushalte im baden-württembergischen Bärenthal haben nun ebenfalls Zugriff auf Internetanschlüsse mit bis zu 50 Mbit/s. Schließlich können auch Telekom-Kunden im schleswig-holsteinischen Tensbüttel-Röst ein Call & Surf Comfort-Paket oder das Fernsehangebot Entertain mit VDSL bestellen. Auf der Homepage des Bonner Konzerns lässt sich die Verfügbarkeit von Telekom VDSL am eigenen Wohnort überprüfen.

Gemeinden unterzeichnen Kooperationsvertrag mit der Telekom zum Breitband-Ausbau

Noch gedulden müssen sich dagegen die Telekom-Kunden im hessischen Münster im Landkreis Darmstadt-Dieburg. Nachdem der Ortsteil Altheim bereits schnelles Internet erhalten hat, unterzeichneten die Gemeinde und die Telekom nun einen Kooperationsvertrag für den Breitband-Ausbau in der Kerngemeinde Münster. Bis Mai 2013 sollen rund 1.300 Haushalte Zugriff auf Internet per VDSL 50 erhalten. Zu diesem Zweck müssen rund vier Kilometer Glasfaserkabel verlegt und elf Knotenpunkte ausgebaut bzw. neu errichtet werden. Außerdem beteiligt sich die Gemeinde Münster an einer Machbarkeitsstudie für den Ausbau des Ortsteils Breitefeld.

Weiter auf Seite 2: Schnelles Glasfasernetz für Kiel

Den ersten Schritt in Richtung schneller Internetanschlüsse machte auch das bayerische Mellrichstadt durch Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages mit der Telekom. In dem knapp 6.000 Einwohner zählenden Ort sollen die drei Ortsteile Eußenhausen, Roßrieht und Sondheim mit VDSL-Technologie abgedeckt werden. Rund 250 Haushalte könnten dann künftig mit bis zu 50 Mbit/s Dateien aus dem Internet herunterladen. Da der Breitband-Ausbau sich nicht wirtschaftlich realisieren lässt, beteiligt sich die Gemeinde an den Ausbaukosten. Das Verlegen eines einzigen Kilometer Glasfaserkabels kann laut Telekom Kosten von bis zu 70.000 Euro verursachen.

Kiel erhält Glasfasernetz

Erheblich größere Dimensionen als der bislang geschilderte VDSL-Ausbau in einzelnen Gemeinden hat der Glasfaser-Ausbau in Kiel. Die schleswig-holsteinische Großstadt an der Ostssee gehört zu den Ausbaustädten, die demnächst die Gigabit-Produkte der Telekom anbieten können. Bandbreiten von bis zu 200 Mbit/s lassen sich durch die Glasfaserverlegung bis in die Häuser und Wohnungen realisieren.

Am Montag erfolgte der erste Spatenstich im Ortsteil Elmschenhagen. Der erste Netzverteiler wurde feierlich am Lechweg errichtet. Der weitere Aufwand ist enorm: Insgesamt sollen in Kiel rund 1.300 Kilometer Glasfaserleitungen verlegt und 116 Netzverteiler errichtet werden. Die Telekom investiert eine zweistellige Millionensumme. Wo immer möglich sollen die Glasfaser durch Leerrohre geführt werden. Zum Glasfaser-Ausbaugebiet gehören neben Elmschenhagen auch die Stadtteile Holtenau, Neumühlen-Dietrichsdorf, Mettenhof, Suchsdorf, Wellingdorf und Wik. Die Highspeed-Internetanschlüsse sollen voraussichtlich noch in diesem Jahr für mehr als 28.000 Haushalte verfügbar sein.

Kostenloser Anschluss an das Glasfasernetz für Eigenheim-Besitzer bis 31. August

Besitzer eines Eigenheims können sich noch bis zum 31. August dieses Jahres kostenlos an das Glasfaser-Netz anschließen lassen. Voraussetzung ist die Erteilung eines Nutzungsvertrags für lichtwellenbasierte Grundstücks- und Gebäudenetze. Wer sich erst ab September für den Glasfaseranschluss seines eigenen Hauses entscheidet, muss die Kosten von 399 Euro selbst tragen. Laut Telekom haben aktuell bereits über 2.500 Kieler ein Glasfaser-Produkt bestellt.

(Jörg Schamberg)

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