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Telekom fordert Anhebung des TAL-Entgelts

Statt bisher 10,20 Euro sollen Telekom-Wettbewerber ab April 12,90 Euro für die Anmietung der "letzten Meile" bezahlen. Das hat die Telekom bei der Bundesnetzagentur beantragt.

Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Auf in eine neue Runde: noch bis Ende März ist das durch die Bundesnetzagentur festgelegte Entgelt für Teilnehmeranschlussleitung (TAL), die so genannte "letzte Meile" gültig. Darunter versteht man in Telekommunikationsnetzen den Abschnitt der Leitung zwischen der örtlichen Vermittlungsstelle und dem Anschluss beim Kunden. Aktuell werden dafür von Vodafone, o2 und Co. 10,20 Euro pro Monat an die Deutsche Telekom gezahlt. Geht es nach dem Bonner Konzern soll dieser Preis deutlich steigen. Er hat bei der Bundesnetzagentur eine Anhebung des TAL-Entgelts beantragt.

Antrag wie im Jahr 2009

Ab dem 1. April sollen Telekom-Wettbewerber für die Miete der TAL 12,90 Euro zahlen. Den gleichen Preis hatte die Telekom schon vor zwei Jahren gefordert und setzt damit nach eigenen Angaben ein Zeichen für Stabilität. Die Bundesnetzagentur war dem Antrag Ende März 2009 nicht gefolgt und senkte das monatlich zu zahlende TAL-Entgelt seinerzeit um 30 Cent ab.

Doch der Telekom-Antrag geht noch einen Schritt weiter. Neben einer höheren TAL-Miete fordert der Konzern für die Zukunft auch, dass der Preis künftig drei Jahre gültig sein soll; also bis ins Jahr 2014. Bisher war eine Festsetzung auf einen Zeitraum von zwei Jahren üblich. Die Telekom begründet das unter anderem damit, dass sie viele Kunden an Kabelnetz- und Mobilfunkbetreiber verloren habe. Weil trotzdem das gesamte Kupfernetz weiterhin betrieben und finanziert werden müsse, werde der einzelne Anschluss nicht billiger, heißt es in einer Unternehmensmitteilung.

"Um den Breitbandausbau voranzutreiben, brauchen wir eine moderne Regulierung, die sich nicht weiter auf die Absenkung von Preisen konzentriert. Nur so können die Bereitstellung und der Betrieb einer flächendeckenden Infrastruktur vor allem auch im ländlichen Raum finanziert werden", sagte der Deutschland-Chef der Deutschen Telekom, Niek Jan van Damme, am Freitag in Bonn.

VATM fordert weitere Absenkung des TAL-Entgelts

Vor weiteren Absenkungen des TAL-Entgelts hatten zuletzt nicht nur die Telekom, sondern auch einige jener Unternehmen gewarnt, die in eigene Glasfasernetze investieren. Zum Beispiel NetCologne oder M-Net, aber auch die Kabelnetzbetreiber. Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) hält hingegen eine Absenkung auf etwa 7 Euro für erforderlich, damit die deutschen Telekommunikationsanbieter auf einen guten europäischen Durchschnittspreis kommen.

Der Bundesverband Glasfaseranschluss (BUGLAS) hält das für ein falsches Signal. Werde das TAL-Entgelt weiter abgesenkt, komme das einer Entwertung der deutschen Telekommunikationsinfrastruktur gleich. Außerdem werde die Investitionsbereitschaft der Telekomunikationsanbieter in neue Breitbandnetze sinken. Um mehr Spielraum für den Infrastrukturausbau zu haben, darf es für die investierenden Unternehmen keine weiteren Absenkungen geben, argumentiert deswegen auch die Telekom in ihrem neu eingereichten Antrag.

(Hayo Lücke)

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