Terrorbekämpfung

Telekom erwägt Begrenzungen für Kauf von Prepaid-Karten

Lassen sich Prepaid-Karten bald nicht mehr anonym und im Voraus kaufen? Die Telekom will der Gefahr eines Prepaid-Karten-Missbrauchs durch Terroristen vorbeugen. Anlass sei ein Fall in Ungarn, wo IS-Hintermänner Prepaid-Karten gehortet hatten.

Simkarten© Peter Jobst / Fotolia.com

Bonn – Der Missbrauch von im Voraus bezahlten SIM-Karten für Handys (Prepaid) ist der Deutschen Telekom (www.telekom.de/handy) zunehmend ein Dorn im Auge. Eine Registrierung mit Identifizierung sowie eine Begrenzung der Kartenmengen pro Kauf seien Möglichkeiten, die politisch erörtert werden sollten, sagte das für Datenschutz zuständige Vorstandsmitglied Thomas Kremer der "Wirtschaftswoche" (Freitag). Hintergrund ist die missbräuchliche Nutzung von Prepaid-Karten durch Terroristen, die so unerkannt kommunizieren können.

Ausweispflicht beim Prepaid-SIM-Kauf

Im Sommer hatte der Bundestag schon eine Neuregelung beschlossen, wonach künftig jeder einen Ausweis vorlegen muss, der eine Prepaid-Karte fürs Handy kaufen will. Die Regelung gehört zum einem Anti-Terror-Gesetzespaket. Die Telekommunikationsfirmen bekamen eine Übergangsfrist von zwölf Monaten, um ihre Prozesse anzupassen.

IS-Hintermänner horteten Prepaid-Karten

Wie das Magazin weiter berichtete, sei der Bonner Konzern durch einen Fall in Ungarn aufgeschreckt worden. Im Namen eines verstorbenen Obdachlosen hatten offenbar Hintermänner der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) einen Vorrat von 200.000 Karten angelegt. Die meisten dieser Karten, die man nach den Anschlägen in Paris und Brüssel in den Taschen erschossener Terroristen gefunden hatte, waren von der ungarischen Telekom-Tochter verkauft worden.

Melanie Dörr / Quelle: DPA

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