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Telekom: Erste Kunden erobern das Giganetz

Seit Anfang August schaltet die Deutsche Telekom in zwölf Städten erste Kunden auf ihr schnelles Glasfasernetz auf. Am Beispiel von Hannover hakte unsere Redaktion bei der Telekom nach, wie Kunden sich einen der bis zu 200 Mbit/s schnellen Internetzugänge sichern können.

Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Die ersten Kunden sind online: Seit Anfang August hat die Deutsche Telekom erste Kunden in ihrem Glasfaser-Netz geschaltet. Der Bonner Konzern hat in den zwölf Städten Braunschweig, Brühl/Baden, Hannover, Hennigsdorf, Ingolstadt, Kornwestheim, Mettmann, Neu-Isenburg, Offenburg, Potsdam, Rastatt und Stade Glasfaser per FTTH-Technologie direkt bis in die Wohnungen verlegt und die Vermarktung gestartet. Mitte Juli konnte die Telekom technisch rund 170.000 Haushalte mit schnellen Internetzugängen per Glasfaser versorgen. Bis zum Jahresende will der Telekommunikationsriese weitere 200.000 Haushalte an das neue Telekom-Giganetz anbinden. Aus den einzelnen Ausbaustädten vermeldete die Telekom zum Monatsanfang Erfolgsmeldungen. Doch was heißt das konkret für potentielle Kunden? Unsere Redaktion hakte bei der Telekom nach und erkundigte sich beispielhaft zur Situation vor Ort in Hannover.

Glasfaserausbau in Hannover abgeschlossen

In der niedersächsischen Landeshauptstadt wurden zum Aufbau des dortigen Glasfasernetzes 600 Kilometer Glasfaserkabel verlegt und 164 neue Netzverteiler aufgebaut. In der vergangenen Woche teilte die Telekom mit, dass erste Kunden in Hannover mit bis zu 200 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) surfen könnten. Insgesamt profitierten jetzt "über 56.000 Haushalte" vom "Internet in Lichtgeschwindigkeit". Auf Nachfrage von onlinekosten.de, wann diese Haushalte konkret schaltbar sind, antwortete eine Unternehmenssprecherin, dass der Ausbau in Hannover abgeschlossen sei.

"Für die genannten 56.000 Kunden ist das Glasfaser-Netz in ihrer Straße verfügbar. Wo uns bereits Nutzungsvereinbarungen vorliegen, liegen die Anschlüsse auch vielfach bereits in den Häusern", erläuterte die regionale Telekom-Sprecherin. Die Schaltung der Anschlüsse erfolge in der "Reihenfolge der Beauftragung". Kunden, die bereits vor dem offiziellen Start einen Vorvertrag unterschrieben haben, werden bevorzugt bedient. Vertriebsmitarbeiter hätten die Hausbesitzer und potentielle Kunden in den Ausbaugebieten vorab besucht und persönlich angesprochen. In dieser nun abgeschlossenen Vermarktungsphase konnten Hausbesitzer ihr Haus kostenlos an das Glasfasernetz anschließen lassen.

Schaltung von Kunden ohne Vorvertrag voraussichtlich ab September

Hausbesitzer, die sich erst jetzt an das Highspeed-Netz anschließen lassen möchten, werden auf Wunsch auf eine Warteliste gesetzt. Unter www.telekom.de/glasfaser bietet die Telekom Hausbesitzern ein Formular zum Herunterladen des "Nutzungsvertrags für lichtwellenleiterbasierte Grundstücks- und Gebäudenetze" (NVGG) an. Der Nutzungsvertrag muss unterschrieben an die Telekom zurückgesandt werden. Die Kosten für den Anschluss der Gebäude richten sich nach dem Ausmaß der vor Ort erforderlichen Arbeiten und sind somit nach Angaben eines Telekom-Sprechers individuell. Die Schaltung von Kunden, die keinen Vorvertrag abgeschlossen haben, soll in Hannover voraussichtlich ab Anfang September erfolgen. Mieter in einem Gebäude, für das der Hausbesitzer bereits einen Nutzungsvertrag unterschrieben hat, können die Glasfaser-Produkte nun bei der Telekom bestellen.

Weiter auf Seite 2: Drosselung nur "vorsorglich" in den AGB

Angeboten werden Internet-Bandbreiten mit bis zu 200 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Download und bis zu 100 Mbit/s im Upload. Der günstigste Tarif zum Surfen und Telefonieren, Call & Surf Comfort Fiber 100, kommt mit einer maximalen Surfgeschwindigkeit von 100 Mbit/s im Downstream daher und kostet 54,95 Euro im Monat. Mit der Option 200 zum Aufpreis von 5 Euro monatlich lässt sich die verfügbare Bandbreite auf 200 Mbit/s erhöhen. Daneben gibt es alternativ auch Entertain-Tarife mit Glasfaser-Speed inklusive digitalem Fernsehangebot. Einen glasfaserfähigen Router stellt die Telekom für einen Mietpreis von 3,95 Euro monatlich zur Verfügung. Für die Entertain-Nutzung wird zusätzlich noch ein Festplattenrecorder wie der MR 303 für einen monatlichen Mietpreis von maximal 4,95 Euro vorausgesetzt. Die Mindestvertragslaufzeit für alle Tarife auf Glasfaser-Basis liegt bei 24 Monaten.

Drosselung als "vorsorgliche Maßnahme" in AGB

Ab einem übertragenen Datenvolumen von 300 Gigabyte (GB) im Monat im Call & Surf Comfort Fiber Tarif mit 100 Mbit/s beziehungsweise ab 400 GB bei Nutzung der Option 200 behält sich die Telekom in der Call & Surf Leistungsbeschreibung (PDF) eine Drosselung der Übertragungsgeschwindigkeit des Breitband-Zugangs für den Rest des Monats auf maximal 384 Kilobit pro Sekunde für den Down- und Upstream vor. In der Entertain-Variante kann die maximale Bandbreite bei Erreichen von 300 GB bzw. 400 GB Traffic auf 3.074 Kbit/s begrenzt werden. Nicht zum Datenverbrauch gezählt wird laut Glasfaser Produktvergleich (PDF) der anfallende Traffic für die Nutzung von Fernsehen per Entertain sowie für Video on Demand.

Die Aufnahme der Drosselung in die AGB sei laut Telekom eine "vorsorgliche Maßnahme". Die Wahrscheinlichkeit, dass die Bandbreiteneinschränkung Kunden überhaupt betreffe, sei vergleichsweise gering, hatte ein Telekom-Sprecher bereits im März gegenüber unserer Redaktion erklärt. Das hätten Marktforschungen des Bonner Konzerns gezeigt. FTTH sei auch für die Telekom Neuland. Dennoch benötige das Unternehmen Möglichkeiten zum Netz-Management. Eine nachträgliche Änderung der AGB sei da eher der falsche Weg.

(Jörg Schamberg)

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