Gigabit-Internet

Telekom: Einsatz von G.fast mit bis zu 1 Gbit/s ab 2018 denkbar

Die Deutsche Telekom setzt offenbar neben Vectoring und Super-Vectoring ab ungefähr 2018 auch auf den Einsatz von G.fast. Mit der Technik lassen sich über das bestehende Kupfernetz Bandbreiten von bis zu 1 Gbit/s realisieren - allerdings nur auf recht kurzen Strecken.

GeschwindigkeitZur Realisierung von Highspeed-Internet mit Gigabit-Geschwindigkeit will die Telekom auch G.fast nutzen.© FotoMak / Fotolia.com

Bonn/Berlin – Die Kabelnetzbetreiber wollen in diesem Jahr die Bandbreite in ihren Kabelnetzen drastisch anheben. Unitymedia (www.unitymedia.de) bietet demnächst 400 Mbit/s schnelle Internetanschlüsse an, Vodafone (www.vodafone.de) plant 2016 in ersten Orten sogar Gigabit-Geschwindigkeit. Wird die Deutsche Telekom (www.telekom.de/dsl) hinsichtlich der Geschwindigkeit somit noch weiter abgehängt? Der Bonner Konzern setzt aktuell vor allem auf den Einsatz der Vectoring-Technik, mit der sich VDSL-Anschlüsse auf Download-Raten von 100 Mbit/s beschleunigen lassen. Doch die neue Technik G.fast ermöglicht auf Basis des bestehenden Kupferkabels noch höhere Geschwindigkeiten, selbst 1 Gbit/s sollen machbar sein. Die Telekom bestätigte nun gegenüber golem.de, dass sie neben dem Vectoring-Nachfolger Super-Vectoring auch G.fast einsetzen wolle.

1 Gbit/s nur auf kurzen Strecken erreichbar

Bis zur Einführung von G.fast müssten laut einem Telekom-Sprecher noch "einige relevante Einzelaspekte" geklärt werden. Das Jahr 2018 gilt derzeit als Einführungszeitpunkt von G.fast, fix ist dies aber offenbar noch nicht. Die hohen Datenraten würden laut Netzwerkausrüster Alcatel mit G.fast allerdings nur auf recht kurzen Strecken von unter 100 Metern erreicht. Bei Strecken von 100 Metern komme man noch auf bis zu 500 Mbit/s, bei 250 Metern reduziere sich die maximal erreichbare Geschwindigkeit noch weiter und es sollen noch bis zu 150 Mbit/s nutzbar sein.

Laut golem.de wolle die Telekom G.fast bevorzugt in Kombination mit FTTB, einem Glasfaseranschluss bis in das Gebäude, einsetzen. Aber auch ein Glasfaseranschluss bis zu einem Distributionspunkt außerhalb des Gebäudes (FTTdp), meist unter dem Gehweg, wäre eine denkbare Alternative. Bis zu einer Entfernung von 400 Metern von einem Telekom-Verteilerkasten könnten Kunden per G.fast versorgt werden. Unabhängig von möglichen G.fast-Plänen will die Telekom die Haushalte zur Deckung des Breitbandbedarfs zunächst per VDSL auf Basis von Fiber to the Curb (FTTC) und Vectoring und später dann mit FTTC und Super-Vectoring versorgen.

Jörg Schamberg

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