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Telekom-Aktionäre: Unmut über Kurs von Obermann

Seit Jahren steckt der Aktienkurs der Deutschen Telekom im Keller. Bei der Hauptversammlung der Telekom in Köln geriet Telekom-Chef Obermann in die Schusslinie der Aktionäre, die sich unzufrieden über das schwächelnde Geschäft der Telekom im In- und Ausland zeigten.

Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Die Aktionäre der Telekom verlieren zunehmend die Geduld: Seit Jahren dümpelt der Aktienkurs auf Tiefstwerten und die Dividende ist nicht mehr sicher. Konzernchef Obermann steuert mit neuen Geschäftsfeldern dagegen. Sie sollen Umsatz bringen, doch das braucht Zeit.

Aktionäre unzufrieden mit Telekom-Aktienkurs

Telekom-Chef René Obermann gerät zunehmend in die Schusslinie der Aktionäre. Bei der Hauptversammlung des Unternehmens am Donnerstag in Köln äußerten Kleinanleger ihren Unmut vor allem über die Entwicklung des Aktienkurses und der schwächelnden Geschäfte des Unternehmens im In- und Ausland. "Die Telekom braucht dringend eine Perspektive, um ein Ausbluten zu verhindern und um Umsatz- und Marktanteile zu verteidigen", sagte Klaus Kaldemorgen von der größten deutschen Fondsgesellschaft DSW.

Zuvor hatte sich auch Obermann unzufrieden gezeigt mit der Entwicklung der T-Aktie. Allerdings habe sich der Bonner Konzern in einem schwierigen Markt besser geschlagen als die vergleichbaren europäischen Konkurrenten. An der Börse notierte die T-Aktie am Nachmittag mit 8,77 Euro leicht im Plus.

Keine konkrete Antwort erhielten die Aktionäre auf Fragen nach der Dividendenpolitik in den kommenden Jahren. Für das laufende Geschäftsjahr werden an die Anteilseigener im Rahmen eines für drei Jahre angelegten Programms noch einmal mindestens 70 Cent ausgeschüttet. Anfang kommenden Jahres wolle der Vorstand über die künftige Finanzstrategie entscheiden, sagte Finanzvorstand Tim Höttges.

Obermann erneuert Kritik an der Regulierung in Deutschland

Das bröckelnde Kerngeschäft will Obermann künftig durch steigende Umsätze in den Wachstumssparten auffangen. So sollen sich die Erlöse aus dem mobilen Internet, aus Cloud- und Onlinediensten für Privatkunden sowie dem Bereich vernetztes Zuhause auf ein Volumen von 29 Milliarden Euro erhöhen. Man müsse den Geschäftsfeldern aber Zeit für ihre Entwicklung geben. Im vergangenen Jahr hatte die Telekom rund sechs Prozent Umsatz verloren. Zugleich werde die Telekom im Kerngeschäft um jede Kundenbeziehung kämpfen, betonte Obermann.

Der Telekom-Chef kritisierte erneut die scharfe Regulierung in Deutschland und die bevorzugte Behandlung von Kabelnetzbetreibern. Inzwischen werde auch im Mobilfunk durch die Eingriffe zur Absenkung der sogenannten Terminierungsentgelte zugelangt. Hierdurch würden Anreize zum Investieren genommen. Obermann: "Wir brauchen weniger statt mehr Regulierung".

(Jörg Schamberg)

Quelle: DPA

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