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"Surface"-Tablet: Acer-Chef kritisiert Microsoft-Pläne

In der Öffentlichkeit wurde Microsofts "Surface"-Tablet überwiegend positiv aufgenommen, bei den Hardware-Partnern wächst hingegen die Sorge, der Redmonder Konzern könnte nun zum Konkurrenten avancieren. Vor allem Acer sieht die Strategie des Windows-Herstellers äußerst kritisch.

Microsoft© Microsoft

Der taiwanische Computerhersteller Acer hat Microsofts Tablet-Pläne erneut scharf kritisiert. "Wir haben zu Microsoft gesagt, überlegt euch das noch einmal", sagte Acer-Chef JT Wang der "Financial Times". Das "Surface"-Tablet werde sich ansonsten verheerend auf die gesamte Computerbranche auswirken.

Enge Partnerschaft mit Herstellern in Gefahr

Traditionell pflegt Microsoft eine enge Partnerschaft mit Hardware-Herstellern, überlässt ihnen die Produktion der Hardware und liefert die nötige Software. Im Juni hatte der Konzern allerdings überraschend erklärt, erstmals einen selbst entwickelten Tablet-Computer über einen Auftragsfertiger produzieren lassen zu wollen.

Das "Surface"-Tablet soll am 26. Oktober zeitgleich zum Erscheinen des neuen Betriebssystems Windows 8 auf den Markt kommen. Kurz nach der Ankündigung hatte Acer-Gründer Stan Shih den Schritt Microsofts dabei noch als Versuch abgetan, Windows 8 zu einem schnellen Durchbruch zu verhelfen. Shih bezweifelte zudem, dass der Software-Konzern nachhaltig in die Hardware-Produktion einsteigen werde. Dies würde zu viele Schwierigkeiten mit sich bringen.

Sorge über Konkurrenz aus Redmond

Nun wächst jedoch offenbar die Sorge, Redmond könnte genau dies planen und so zum dauerhaften Konkurrenten avancieren. Entsprechende Szenarien und passende Gegenstrategien würden aktuell intern diskutiert, sagte Acer-Manager Campbell Kan. Dabei gehe es vor allem um die Frage, was in einem solchen Fall getan werden könne. "Sollen wir uns dann weiterhin auf Microsoft verlassen, oder sollten wir andere Alternativen finden?" Problematisch ist dabei vor allem die symbiotische Verknüpfung mit dem Windows-Konzern, die auf gegenseitigen Abhängigkeiten beruht.

Microsoft ist sich daher ebenfalls des Risikos bewusst, mit dem Schachzug die Beziehungen zu den OEM-Partnern zu belasten. Im jüngsten Bericht an die US-Börsenaufsicht konstatierte das Unternehmen, das "Surface"-Tablet könnte sich negativ auf die Verbreitung der hauseigenen Plattform auswirken. Andererseits gilt Windows 8 als Hoffnungsträger für eine Belebung des PC-Geschäfts - auch bei Acer: Firmenchef Wang erwartet für 2013 bereits die Rückkehr zu zweistelligen Wachstumsraten, befeuert durch neue Windows-Tablets und Ultrabooks.

(Christian Wolf)

Quelle: DPA

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