News

Studie zur Breitband-Zukunft: 2025 surfen die Deutschen mit bis zu 350 Mbit/s im Internet

Eine aktuelle WIK-Studie wagt einen Blick auf die Breitband-Nutzung im Jahr 2025. Zwei Drittel der Deutschen werden dann Bandbreiten zwischen 70 und 300 Mbit/s nutzen, Download- und Upload-Speed gleichen sich bis dahin nahezu an.

Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Der Breitbandausbau in Deutschland kommt Schritt für Schritt voran, wenngleich Kritiker einen schnelleren Ausbau fordern. Erst in dieser Woche drängte beispielsweise die Internet-Kommission des Bundestages auf mehr Tempo beim Ausbau von Highspeed-Internet. Aktuell sind schnelle Breitbandzugänge erst wenig verbreitet, auch wenn die technische Verfügbarkeit an immer mehr Orten gegeben ist. Die große Mehrheit der Breitband-Kunden nutzt Internetanschlüsse mit Bandbreiten von maximal 16 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Kabelnetzbetreiber Unitymedia hat die Download-Geschwindigkeiten auf bis zu 150 Mbit/s heraufgeschraubt, Kabel Deutschland und Kabel BW bieten bis zu 100 Mbit/s an. Die Deutsche Telekom vermarktet ihre derzeit nur spärlich verbreiteten Glasfaserzugänge mit Highspeed-Internet von bis zu 200 Mbit/s. Doch wie sieht das Breitband-Szenario in Deutschland in einigen Jahren aus? Einen weiten Blick in die Zukunft wagt jetzt eine Trend-Studie des Wissenschaftlichen Instituts für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK) zu den "Marktpotenzialen von hochbitratigen Internetanschlüssen in Deutschland im Jahr 2025" (PDF). Die Studie wurde am Dienstag im Rahmen einer "Webinar"-Veranstaltung des Bundesverbands Breitbandkommunikation (BREKO) und des FTTH Council Europe vorgestellt.

60 Mbit/s als Bandbreite für Einsteiger

In zwölf Jahren surfen die Deutschen demnach rasant im Netz. Laut der WIK-Prognose nutzen zwei Drittel der Bundesbürger dann Internet-Bandbreiten zwischen 70 und 300 Mbit/s. Ein typischer Anschluss für Einsteiger werde dann rund 60 Mbit/s im Download bieten, Internetzugänge für anspruchsvolle Kunden sollen bis zu 350 Mbit/s erreichen. Jeweils knapp 10 Prozent beziehungsweise 4,3 Millionen Haushalte werden langsamere Internetanschlüsse nutzen beziehungsweise ganz auf Breitband verzichten.

Die heute in der Regel im Vergleich zu den Download-Raten erheblich niedrigeren Upload-Geschwindigkeiten werden sich laut der Studie bis 2025 nahezu an den Download-Speed angleichen. Die Internetnutzung in zwölf Jahren werde neben dem "normalen" Surfen vor allem durch Cloud Computing, Medien und Unterhaltung, Kommunikation, Spiele, mobile Dienste sowie E-Health, E-Home und E-Facility bestimmt.

Schnelle Glasfaseranschlüsse für 45 Millionen Haushalte und Unternehmen

Das Marktpotential für breitbandige Highspeed-Internetanschlüsse werde 2025 bei knapp 45 Millionen Haushalten und Unternehmen mit Glasfaseranschluss liegen. "Ein starkes Argument für Investitionen in Glasfasernetze", betont BREKO-Geschäftsführer Stephan Albers. Trend-User und Digital Professionals, für die das Internet fester Bestandteil des Alltags ist, werden als die größten Zielgruppen der schnellen Breitbandanschlüsse ausgemacht. Die Studie basiert auf modellhafte Szenarien, Nutzer hatten darin optimale Rahmenbedingungen wie einen Internetzugang rund um die Uhr ohne Begrenzungen. Berücksichtigt wurden auch aktuelle Bewegungen bei der Bevölkerungsstruktur sowie technologische Entwicklungen.

(Jörg Schamberg)

Kommentieren Forum
Weitere Infos zum Thema

Mehr aus dem Web

Zum Seitenanfang