Kein Präzedenzfall

Streit um iPhone-Entsperrung: Bill Gates fordert Apple zur Unterstützung des FBI auf

Während hochrangige Vertreter großer IT-Konzerne Apples Weigerung zur Entsperrung des iPhones eines Terroristen unterstützen, stellt sich Microsoft-Gründer Bill Gates auf die Seite des FBI. Es werde kein Präzedenzfall geschaffen, Apple solle dem FBI bei der Untersuchung des Terroranschlags in San Bernandino behilflich sein.

Bill GatesMicrosoft-Gründer Bill Gates sieht keine Gefahr einer Hintertür bei der Entsperrung des iPhones in dem speziellen Fall.© Microsoft

New York/San Francisco – Der Streit zwischen dem FBI und Apple um die Entsperrung des iPhones eines toten Terroristen schlägt in den USA hohe Wellen. Laut Gerichtsbeschluss muss Apple dem FBI helfen, doch der iPhone-Hersteller weigert sich eine Software-Funktion auszuhebeln, die die Inhalte auf dem Smartphone löscht, wenn zehn Mal das falsche Passwort eingegeben wurde. Die Behörden sollten keine Hintertür zum iPhone erhalten. Als Folge hatte am Wochenende US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump sogar zum Boykott von Apple aufgerufen. Nun stellt sich laut "Financial Times" auch Microsoft-Gründer Bill Gates gegen Apple und die Position von Apple-Chef Tim Cook.

Große IT-Konzerne schlagen sich auf die Seite von Apple

Andere hochrangige Vertreter von IT-Konzernen wie Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, Twitter-Gründer Jack Dorsey, Google-Chef Sundar Pichai sowie auch Microsoft selbst stehen auf der Seite von Apple. Edward Snowden hat das Thema sogar als wichtigsten Technik-Fall des Jahrzehnts bezeichnet.

Gates fordet Apple dagegen zum Einlenken und zur Kooperation mit den Behörden bei der Untersuchung des Terroranschlags vom Dezember 2015 in San Bernardino auf. Das FBI dränge nach Ansicht von Gates nicht auf eine Hintertür. Es sei keine Grunsatzregelung, sondern es gehe hier um einen speziellen Fall. Tim Cook hatte dagegen davor gewarnt, dass die FBI-Forderung einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen würde, der die Bürgerrechte eines jeden einzelnen bedrohen würde. FBI-Chef James Comey bestreitet jedoch, dass die Behörde generell die Verschlüsselung brechen oder einen Generalschlüssel für das iPhone erhalten wolle.

Jörg Schamberg

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