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Skype führt Werbung bei Gratis-Telefonaten ein

Der VoIP-Anbieter Skype weitet die Werbung innerhalb des Programms aus. Bei kostenlosen Telefonaten ohne Videoübertragung werden ab sofort Anzeigen eingeblendet.

Sky © Sky Deutschland

Als Microsoft für rund einem Jahr 8,5 Milliarden Dollar auf den Tisch legte, um sich den VoIP-Anbieter Skype einzuverleiben, staunten die meisten Branchenbeobachter nicht schlecht. Die Mutter der IP-Telefonie erwirtschaftete zu diesem Zeitpunkt trotz über einer halben Milliarden Nutzer weltweit gerade einmal zweistellige Millionengewinne. Zahlreiche Finanzexperten kritisierten den für Skype gezahlten Kaufpreis daher als völlig überzogen. Nun hat Microsoft einen weiteren Schritt in Richtung Refinanzierung unternommen und die bislang auf das Chat-Fenster beschränkte Werbeschaltung innerhalb des Programms ausgeweitet.

Nur bei 1:1-Gesprächen ohne Video sichtbar

Ab sofort sind in Skype für Windows dabei auch während eines Telefonates Anzeigenbanner zu sehen, wie Skype am Mittwoch auf dem hauseigenen Blog mitteilte. Sichtbar sind die tonlosen Anzeigen mit einer festen Größe von 320 x 250 Pixeln ausschließlich bei kostenlosen Skype-Gesprächen zwischen zwei Personen ohne Bildübertragung.

Sowohl Video- und Konferenzanrufe als auch Verbindungen, bei denen Gebühren anfallen, bleiben werbefrei. Zudem gebe es keinerlei Beeinträchtigungen der Gesprächsqualität, versicherte die Microsoft-Tochter. Auch Abonnenten von "Skype Premium" bekommen die sogenannten Conversation Ads nicht zu sehen. Bei monatlicher Zahlung kosten die Leistungen des Vollzugangs 8,04 Euro; wird für drei Monate oder ein ganzes Jahr im Voraus gebucht, sinkt die monatliche Grundgebühr auf 6,03 Euro beziehungsweise 4,02 Euro. Weitere Informationen zu Kosten und Konditionen sind über die Skype-Homepage abrufbar.

Inhaltlich orientieren sich die Anzeigen standardmäßig an bestimmten anonymisierten demografischen Merkmalen wie Alter und Geschlecht sowie am Wohnort. Dies soll Werbekunden eine zielgenauere Kampagnenführung ermöglichen und die Relevanz der kleinen Reklametafeln für den Nutzer erhöhen. Gleichwohl kann einer Verwendung derartiger Daten aber auch jederzeit über die Privatsphäre-Optionen widersprochen werden. Die Anzeigenvermarktung erfolgt durch Microsoft Advertising.

(Christian Wolf)

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