Breitbandausbau

Rheinland-Pfalz: Flächendeckender Glasfaserausbau mit 300 Mbit/s kostet rund 3 Milliarden Euro

Die rheinland-pfälzische Landesregierung strebt langfristig eine flächendeckende Glasfaserversorgung an. Eine Studie des TÜV Rheinland bemisst die erforderlichen Kosten auf mindestens 2,8 Milliarden Euro. Laut Ministerpräsidentin Malu Dreyer werde bis 2018 eine flächendeckende Versorgung mit 50 Mbit/s erreicht - aktuell werden 34 Prozent der Haushalte noch mit geringeren Bandbreiten versorgt.

Highspeed InternetDie Kosten für einen flächendeckenden Glasfaserausbau in Rheinland-Pfalz würden sich laut TÜV-Studie auf rund 3 Milliarden Euro belaufen.© Silvano Rebai / Fotolia.com

Mainz – Schnelles Internet soll überall in Rheinland-Pfalz Einzug halten. Ministerpräsidentin Malu Dreyer zeigt sich optimistisch, dass das Bundesland bis 2018 eine flächendeckende Breitbandversorgung mit mindestens 50 Mbit/s erreichen werde. Doch die Landesregierung blickt schon über das Jahr 2018 hinaus. Sie hatte den TÜV Rheinland beauftragt, die erforderlichen Rahmenbedingungen für den Aufbau eines flächendeckenden Glasfasernetzes zu untersuchen. Die TÜV-Studie "Weichen stellen für die Anforderungen von morgen – Ausbau der Breitbandinfrastruktur in Rheinland-Pfalz mit Bandbreiten von mindestens 300 Mbit/s" hatte Dreyer am Donnerstag vorgestellt. Detailliert wurde darin der Ausbau von Highspeed-Internet in Rheinland-Pfalz mit mindestens 300 Mbit/s schnellen Glasfasernetzen untersucht.

Flächendeckendes Glasfasernetz erst in 15 Jahren realisierbar? - Weichenstellungen jetzt erforderlich

Die flächendeckende Verlegung von Glasfaserkabeln in Rheinland-Pfalz würde demnach rund 2,8 Milliarden Euro kosten. Soll auch die Strecke zwischen Kabelverzweiger und Hausanschluss mit Glasfaser erschlossen werden, würden weitere 370 Millionen Euro anfallen. Die als Ziel gesetzten mindestens 300 Mbit/s ließen sich aber nicht kurzfristig realisieren.

Andreas Windolph, der Leiter der TÜV-Studie, geht laut einem Bericht des SWR-Fernsehen von etwa 15 Jahren aus. "Entscheidend ist, dass weitere Ausbaumaßnahmen sich bereits jetzt an den zukünftig notwendigen Netzstrukturen orientieren und entsprechende Erweiterungskapazitäten berücksichtigen. Alle in diesem Sinne aufgesetzten Ausbaumaßnahmen im Land zahlen auf den 300-Mbit/s-Ausbau ein", so Windolph.

Langfristige Roadmap für den Glasfaserausbau

Die TÜV-Studie beinhalte Netzdetailplanungen für jeden Landkreis. Die rheinland-pfälzische Landesregierung sieht in der Studie eine langfristige Roadmap für einen Glasfaserausbau.

"In Rheinland-Pfalz existieren bereits gute Voraussetzungen für den Ausbau von Breitbandnetzen der nächsten Generation, sogenannten NGA-Netzen, und die Nachfrage nach ultraschnellen Datenverbindungen wird weiter steigen – deshalb schaffen wir bereits heute die Grundlagen für die Bandbreiten der Zukunft", so Ministerpräsidentin Dreyer. Schon jetzt würden neue Gewerbegebiete nur mit Glasfasernetzen erschlossen. Die bestehenden Netze würden in den kommenden Jahren schrittweise durch die schnellen Glasfasersysteme ersetzt.

65,9 Prozent in Rheinland-Pfalz bereits mit mindestens 50 Mbit/s versorgt - unter Bundesdurchschnitt

Mit Blick auf das Jahr 2018 erklärte Dreyer, dass sich die Versorgung mit Bandbreiten von 50 Mbit/s in den letzten vier Jahren um 27,1 Prozent auf nun 65,9 Prozent verbessert habe. Damit liegt Rheinland-Pfalz noch unter dem Bundesdurchschnitt von 68,7 Prozent. "Wir sind sicher, die verbleibenden 34 Prozent schnell aufholen zu können", betonte Dreyer. Für 56,6 Prozent der Haushalte seien potentiell schon Bandbreiten von mehr als 100 Mbit/s möglich.

Jörg Schamberg

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