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Ratgeber: Stromfresser PC auf Diät gesetzt

Computer sind alles andere als sparsam, wenn es um den benötigten Strom geht. Es gibt aber Möglichkeiten, den Energieverbrauch zu senken.

Internet© Gina Sanders / Fotolia.com
Computer sind unauffällige, aber ernst zu nehmende Stromfresser. Moderne Computer sind zwar deutlich energieeffizienter geworden. Trotzdem sollte man immer ein Auge auf die Stromrechnung haben, denn ein PC kann im Jahr ohne weiteres 300 Euro und mehr Stromkosten verursachen. Es gibt jedoch verschiedene Methoden, wie man den Energieverbrauch deutlich reduzieren kann.

Die Kilowattstunde zählt

Die Elektrizitätswerke rechnen den gelieferten Strom in Kilowattstunden [kWh] ab und verlangen bis zu 20 Cent für eine Einheit. Das hört sich wenig an, ist aber im europäischen Vergleich der Spitzenwert. In keinem anderen Land der EU zahlt man so viel für elektrische Energie wie in Deutschland. Ein Grund mehr, jetzt erst recht auf den Stromverbrauch zu achten.

Und Strom sparen kann so einfach sein: Wer seinen PC vom Stromnetz trennt, kann schon mal zehn Euro pro Jahr auf seinem Konto gut schreiben. Macht er das auch mit dem Monitor, dem Fernseher und der Stereoanlage, dann sind es locker 40 Euro pro Jahr weniger. Das ist aber noch nicht alles, denn auch während des Betriebs lässt sich so mancher Euro sparen.

Kosten berechnen

Bevor es ans Eingemachte geht, muss jedoch erstmal die Theorie geklärt werden: Elektrische Energie wird in Kilowattstunden abgerechnet, doch was oder wie viel ist das? Während sich die meisten etwas unter einem Liter Heizöl oder einem Kubikmeter Erdgas vorstellen können, sieht es bei der Kilowattstunde schwierig aus, da sie nicht greifbar und somit nur schwer schätzbar ist.

Elektrische Geräte verbrauchen Strom, indem sie die Energie in Form von Bewegung oder Wärme umsetzen. Die benötigte Leistung wird in Watt (W) gemessen. Ein Fön mit 1.000 W Leistung nutzt die aufgenommene Energie, um die Luft zu erwärmen. Arbeitet das Gerät nun eine Stunde lang mit 1.000 Watt Leistung, dann verbraucht es genau 1.000 W x 1 h = 1.000 Wh. Teilt man das Ergebnis durch 1.000, dann erhält man eine Kilowattstunde, die mit bis zu 20 Cent abgerechnet wird. Lässt man also den Fön 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr laufen, dann verbraucht er bis zu 1.750 Euro an Strom. Wer seinen Rechner ganzjährig als Server nutzt, der zahlt bis zu 300 Euro an Energiekosten. Ein Computer verbraucht demnach zwar nicht ganz so viel Energie wie ein Haartrockner, Highend-Modelle mit einem schnellen Prozessor, leistungsfähiger Grafikkarte, mehreren Festplatten und optischen Laufwerken sowie einer Wasserkühlung können unter Volllast mehr als 500 Watt pro Stunde verbrauchen. Wer also täglich vier Stunden lang an einem solchen PC spielt, der kann problemlos bis zu 150 Euro Stromkosten verursachen.

Stromverbrauch erfassen

Theoretisch kann man den Energieverbrauch eines Computers berechnen, indem man die einzelnen Leistungswerte der verbauten Komponenten miteinander addiert. Da es sich um theoretische Angaben handelt, ist das aber eine ziemlich ungenaue und komplizierte Methode. Einfacher geht es mit einem Stromzähler wie beispielsweise dem Energy Monitor 3000 von Voltcraft. Das kleine Gerät wird zwischen Steckdose und Verbraucher gesteckt und kann die Leistungsaufnahme in Watt messen. Wer darüber hinaus den Strompreis angibt, der kann den Verbrauch auch in Euro ausgeben lassen. Das kleine Gerät gibt es bereits für knapp 40 Euro.

Standby verbraucht viel Energie

Ein durchschnittlicher Arbeitsplatzrechner verbraucht bei normalem Betrieb etwa 100 bis 130 Watt Strom. Bleibt das Gerät während der Arbeitszeit (acht Stunden pro Tag) permanent eingeschaltet, dann verbraucht es im Jahr 50 bis 60 Euro, ohne effektiv genutzt zu werden. Unter Volllast steigt der Verbrauch sogar auf über 200 Watt an, ein 32-Zoll-Plasma-Fernseher verbraucht dagegen weniger Energie. Ein eingeschalteter und nicht genutzter Computer ist eigentlich ein überflüssiger Stromfresser. Die meisten lassen ihren PC aber aus Bequemlichkeit an, um ihn jederzeit ohne zeitaufwändiges Hochfahren nutzen zu können. Wer auf den Luxus nicht verzichten möchte, für den gibt es ebenfalls passende Tipps, um trotzdem ein wenig Strom zu sparen.

Energieschemas

Das Betriebssystem Windows verfügt über eine Energieverwaltung, die den Monitor und die Festplatte bei Inaktivität ausschaltet oder den kompletten Rechner in den Standby-Modus oder Ruhezustand versetzt. Beeinträchtigungen für den Anwender gibt es so gut wie keine. Zwar dauert das "Erwachen" der Festplatte aus dem Schlafmodus bis zu drei Sekunden, dafür wird sie aber auch weniger warm. Bei den Energieschemas können Sie die Dauer der Inaktivität angeben, nach der Festplatte und Monitor in den Standby-Modus gehen. Absolut keinen Strom spart dagegen der Bildschirmschoner. Dieser stammt noch aus Zeiten, in denen ein Bild sich nach längerer Zeit in den Bildschirm einbrennen konnte. Heute dienen die Bildschirmschoner nur noch der Optik.

Alternativ kann der Rechner auch in den Schlummer-Modus versetzt werden. Im Ruhezustand wird der gesamte Inhalt des Arbeitsspeichers auf der Festplatte abgelegt. Sobald der Rechner wieder hochgefahren ist, können Anwender an der Stelle fortfahren, wo sie mit der Arbeit aufgehört haben. Eine andere Variante ist der Standby-Modus, hier ist der Rechner in wenigen Sekunden wieder betriebsbereit. Die kurzfristige Verfügbarkeit kostet aber etwas Strom.

Aus und trotzdem Stromverbrauch

Wer einen Stromzähler zwischen PC und Steckdose schaltet, wird schnell etwas Interessantes feststellen. Auch wenn der Computer ausgeschaltet ist, verbraucht er weiterhin Strom. Mit zwei bis fünf Watt ist das zwar nicht viel, trotzdem läppert sich das im Laufe des Jahres auf bis zu zehn Euro an. Hier hilft also nur noch das Betätigen des Hauptschalters an der Rückseite des Netzgerätes. Neben dem Rechner steuern auch Monitor und Drucker einen wesentlichen Beitrag zum Stromverbrauch bei. Während ein 19-Zoll-Röhrenmonitor auf bis zu 60 Watt Leistung kommt, verbraucht ein 17-Zoll-TFT immerhin mit maximal 40 Watt etwas weniger Strom. Ein Tintenstrahldrucker spuckt zwar nur kleine Farbkleckse auf das Papier, kommt aber beim Arbeiten auf 30 Watt. Außerdem kommt auch hier hinzu, dass diese Geräte im Standby unnötig Strom verbrauchen.

Steckerleiste

Die einfachste Methode, um den nutzlosen Energieverbrauch zu stoppen, ist der Einsatz einer Steckerleiste mit Ein- und Ausschalter. Alle daran angeschlossenen Geräte werden mit nur einem Handgriff komplett vom Netz getrennt. Wer ganz sicher gehen möchte, der kann auch eine Leiste mit einem Überspannungsschutz einsetzen, um zusätzlich gegen Stromschwankungen geschützt zu sein.

Ein Drucker sollte hingegen nicht unbedingt an der Steckerleiste angeschlossen werden, da viele Geräte nach dem Einstecken automatisch eine Druckkopfreinigung starten, um die Düsen zu säubern. Dabei spielt weniger der Zeitaufwand eine Rolle, sondern der nutzlose Verbrauch der teuren Tinte. Sollte der Drucker diesen Vorgang nicht bei jedem Einstecken durchführen, dann ist das komplette Ausschalten unproblematisch. Definitiv nicht ausgeschaltet werden sollte dagegen ein VoIP-Router, denn die angeschlossenen Telefone benötigen eine Verbindung ins Internet, um nutzbar zu sein.

Hohe Effizienz

Zu guter Letzt sollte man sich auch das Netzteil anschauen. Technisch bedingt verlieren die kleinen Stromlieferanten an der Rückseite Energie in Form von Wärme. Ein hochwertiges Modell verfügt über eine hohe Energieeffizienz, die bei 80 Prozent liegt. Der Rest der Energie geht an die Umgebung verloren. Bei günstigen Netzteilen kann der Prozentsatz der verloren gegangenen Energie bei bis zu 40 Prozent liegen.

Mit unseren Tipps können Sie jetzt also aktiv Strom sparen und die Jahresendabrechnung deutlich senken. Die Hinweise gelten aber nicht ausschließlich für den PC und die Peripheriegeräte. Auch Stereoanlagen, Fernseher sowie alle anderen Geräte mit Standby-Funktionen verbrauchen Strom, wenn Sie nicht komplett ausgeschaltet oder vom Netz genommen werden. Die Ersparnisse liegen pro Gerät zwar nur im zweistelligen Bereich, aber in der Summe macht das viel aus.

(Nam Kha Pham)

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