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Printmedien: Weg mit dem Content-Klau

Gratis-Angebote im Netz sägen am Umsatz und an den Nerven der Zeitungsverleger. Der Bundesverband fordert ein Schutzgesetz für Zeitungsinhalte und Bezahlmodelle für kostenlose Web-Magazine.

Internetnutzung© adam36 / Fotolia.com
Die deutschen Zeitungsverleger haben erneut ein gesetzliches Leistungsschutzrecht gegen die Gratis-Angebote im Internet verlangt. "Wir brauchen dieses Recht, und zwar schnell", sagte der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Helmut Heinen, laut Redemanuskript zum Auftakt des diesjährigen Zeitungskongresses der Verleger.

Gesetz gegen "Content-Klau"?

"Es ist nicht länger hinzunehmen, dass aufwendig produzierte Qualitätsinhalte der Zeitungen von Dritten kommerziell genutzt werden, ohne dass auch nur ein Cent an die Verlage zurückfließt", erklärte Heinen am Montag in Fulda. Nur mit einem entsprechenden Gesetz könnten die Verlage den "Content-Klau" auf ihren Websites verhindern.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) hatte im Juni eine entsprechende Initiative der Bundesregierung für die kommende Legislaturperiode angekündigt. Als weiteren Schritt regte Heinen an, Bezahlmodelle für Internet- Inhalte zu entwickeln. Die Online-Werbung allein werde nicht reichen, um "publizistische Qualität im Internet" zu finanzieren.

Ziel müsse es sein, die Qualitätspresse in der digitalisierten Welt zu erhalten. Heinen wandte sich gegen den Begriff der "Kostenlos-Kultur" im Internet. "Inhalte-Diebstahl" habe nichts mit "Kultur" zu tun.

Verleger-Verband will Presse-Fusionen erleichtern

Der BDZV-Präsident wies darauf hin, dass die Reichweiten der gedruckten Zeitungen weitgehend stabil geblieben seien. Mehr als sieben von zehn Deutschen würden täglich Zeitung lesen.

Die Erosions- Tendenzen auf dem Lesermarkt ließen sich allerdings nicht wegdiskutieren. Dies gelte auch für die veränderte Mediennutzung von jungen Menschen, die immer stärker das Internet bevorzugten.

Heinen machte sich erneut für Veränderungen des Wettbewerbsrechts im Pressewesen stark. Die Bestimmungen bei Kooperationen und auch Fusionen müssten liberalisiert werden, um größere Einheiten aus wirtschaftlichen Gründen zu erlauben.

(Dorothee Monreal)

Quelle: DPA

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