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Primacom: Neue Eigentümer und frisches Geld

Primacom hat seine Refinanzierung abgeschlossen und kann wieder in den Netzausbau investieren. Der Kabelnetzbetreiber gehört nun zudem zu dem von vier Finanzinvestoren kontrollierten Unternehmen Perseus SA.

Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Der Kabelnetzbetreiber primacom hatte im vergangenen Jahr wechselvolle Zeiten erlebt. Im vergangenen Juni musste primacom Insolvenzantrag stellen. Die Schulden hatten sich auf rund 340 Millionen Euro angehäuft. Im Juli war die primacom Management GmbH inklusive Kabelgeschäft dann an die luxemburgische Investmentgesellschaft medfort verkauft worden, die ursprünglich kurz darauf geplante Zwangsversteigerung wurde abgesagt. Im November wurde schließlich eine Refinanzierung beschlossen, die nun abgeschlossen werden konnte. Zugleich erhält primacom neue Eigentümer.

primacom kann wieder investieren

Primacom stehen durch die Refinanzierung in den nächsten vier Jahren fast 100 Millionen Euro für Investitionen zur Verfügung. Geplant sind eine Weiterentwicklung des Geschäfts und weiteres Wachstum im Markt. 30 Millionen Euro für Investitionen wurden sofort als Finanzspritze bereitgestellt. Erstmals verfügt primacom nun über eine positive Eigenkapitalbilanz. Bestehende Verbindlichkeiten wurden nach Unternehmensangaben um 155 Millionen Euro reduziert. In den kommenden dreieinhalb Jahren sollen weitere Verbindlichkeiten in Höhe von 60 Millionen Euro abgebaut werden. Primacom startete zudem bereits im vergangenen Jahr in Zusammenarbeit mit der Wohnungswirtschaft mit der Investition von zweistelligen Millionenbeträgen für die Aufrüstung seiner Netze auf Internet-Bandbreiten von bis zu 120 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Das Ziel ist ein flächendeckendes Angebot für Highspeed-Internet.

Finanzinvestoren langfristig an primacom-Engagement interessiert

Medfort, der bisherige primacom-Eigentümer, ist von Perseus SA für einen Betrag in ungenannter Höhe erworben worden. Perseus wird von den Investoren Alcentra, Avenue Capital Group, ING und Tennenbaum Capital Partners kontrolliert. Damit gehört nun auch primacom zu Perseus. Die primacom-Konzernstruktur wurde gleichzeitig vereinfacht, die Geschäftstätigkeit in einem Unternehmen vereint. Der Anbieter verspricht sich davon Kosteneinsparungen und Liquiditätsverbesserungen. "Der Abschluss der Refinanzierung ist ein wichtiger Meilenstein für primacom. Das Unternehmen hat dadurch eine stabile und nachhaltige Kapitalstruktur, auf der wir unser Geschäft langfristig aufbauen können", so primacom-Chef Michael Dorn. "Die Übernahme der primacom durch die neuen Investoren ist als langfristiges Engagement anzusehen, um primacom wieder bestens im Markt zu positionieren und somit über einen Zeitraum von 3 – 5 Jahren die Profitabilität zu steigern und attraktive Gewinne zu erzielen", so Dorn weiter. Seit dem vergangenen Sommer, dem Zeitpunkt der Übernahme durch Medfort, habe sich das operative Geschäft erheblich verbessert.

"Die Straffung der operativen Struktur wird uns helfen, neue Kunden zu gewinnen", so primacom Geschäftsführer Peter Leube. " Wir verbessern stetig unseren Kundenservice und investieren in unsere Netze und unsere Produkte, um die primacom Strategie, der führende Kommunikationsdienstleister in unseren lokalen Märkten zu werden, erfolgreich umzusetzen", so Leube weiter.

Primacom versorgt über seine Breitbandkabelnetze rund eine Million Haushalte in den Kerngebieten Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sowie in westdeutschen Schwerpunktregionen mit Kabelfernsehen, Internet-Zugang und Telefonanschluss über Kabel.

(Jörg Schamberg)

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