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Polizei warnt vor Erpressungs-Trojaner

Erst zahlen, dann PC wieder nutzen können. So erpresst ein neuer Trojaner ahnungslose Nutzer. Dabei werden Teile der Festplatte verschlüsselt, was Datenverluste zur Folge haben kann. Vorsicht ist geboten!

Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Polizei und Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sind in heller Aufruhr. Ein neuer, "besonders aggressiver" Trojaner macht derzeit die Runde. Die Schadsoftware nistet sich auf betroffenen Rechnern ein und verschlüsselt Teile der Festplatte. Die Folge: die verschlüsselten Bereiche lassen sich sehr schwer oder gar nicht mehr wiederherstellen.

Erpressungs-Schädling

Der schon seit Mai dieses Jahres im Umlauf befindliche "Windows-Verschlüsselungs-Trojaner" ist in einer überarbeiteten Form dabei, sich auf Rechnern von unvorsichtigen Internetnutzern breit zu machen. Nach Angaben des BSI wird der Trojaner vornehmlich über Spam-Mails verteilt. Die Mails erwecken den Anschein im Namen von Behörden oder Staatsanwaltschaften verfasst worden zu sein - durch das vermeintliche Vertrauen in den Absender öffnen Empfänger den Dateianhang.

Unmittelbar nach dem Ausführen der angehängten Datei beginnt der Schädling damit, Teile des Rechners zu verschlüsseln. Parallel wird der Benutzer aufgefordert in der Regel 100 Euro per Paysefecard oder 50 Euro per Ukash zu bezahlen, um die Sperrung aufzuheben. Allerdings wird die Sperre durch die Verschlüsselung auch nach Zahlung des Betrages nicht aufgehoben.

Virenscanner aktuell halten

Das BSI rät dazu, auf aktuelle Virensoftware zu achten. Durch solcherlei Schutzmaßnahmen ließen sich bis zu 80 Prozent aller Gefahren erfolgreich abwehren. Im Falle einer Infektion durch den Verschlüsselungs-Trojaner solle man auf keinen Fall den angeforderten Betrag zahlen. Vielmehr sei eine Anzeige bei der Polizei empfehlenswert, bevor die Wiederherstellung des PCs mit Hilfe einer Rettungs-CD der Wahl vorgenommen würde. Diese stehen kostenfrei bei den großen Antivirus-Software-Anbietern zum Download zur Verfügung.


Außerdem hilft das Anti-Botnetz-Beratungszentrum auf seinem Internetangebot www.botfrei.de eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, mit der infizierte Rechner gesäubert werden können.

(Michael Müller)

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