Security

Phishing-Alarm für ING-DiBa-Kunden & Adobe-Nutzer

Aktuell sind zwei neue Phishing-Mails im Umlauf, die auf die Arglosigkeit von Internetnutzern spekulieren. Die angeblichen Absender sind die Bank ING-DiBa sowie der Softwarehersteller Adobe.

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Das Thema Phishing sorgt im Internet immer wieder für Furore. Arglose Internetnutzer fallen auf gefälschte E-Mails herein, klicken auf unbekannte Links oder bekommen Schadsoftware untergeschoben. Auch aktuell sind zwei E-Mails im Namen der Bank ING-DiBa sowie dem Softwarehaus Adobe im Umlauf, die unfreiwillig die volle "künstlerische" Bandbreite der Phishing-Betrüger abbilden. Vorsicht ist geboten.

ING-DiBa: Betrüger wollen Kontonummer und PIN

Es ist wohl dem bloßen Zufall zu verdanken, dass eine Phishing-Mail mit dem Absender on-line-Sicherheit@ing-diba.de in unserem Posteingang landete, die angeblich von der niederländischen Bank ING-DiBa stammen soll. Darin werden Kunden des Geldhauses in grammatisch katastrophalem Deutsch aufgefordert, einem mitgelieferten Link zu folgen, "ihr Konto zu aktualisieren, um es sicher zu halten." Die Mail endet mit der Formel: "Alvast bedankt, ING-DIBA on-line-Bankverkehr". Wer jetzt nicht bereits durch das Rechtsschreibungs-Fiasko Verdacht geschöpft hat, sollte spätestens bei Anklicken des mitgelieferten Links misstrauisch werden.

So stimmen Linkbezeichnung und URL nicht überein: Ziel des Verweises ist kurioserweise die Domain eines tschechischen Reiseveranstalters. Dennoch ist hier ein täuschend echt wirkender Nachbau der ING-DiBa-Website mit Log-in-Formular abgelegt, der zur Eingabe von Konto- oder Depotnummer und Internetbanking PIN animieren soll. Eingeben sollte man hier freilich nichts, sonst ist das Konto wahrscheinlich im Handumdrehen leer geräumt. Vermutlich folgt dem Log-in eine Aufforderung, per TAN-Nummer neue "Sicherheitseinstellungen" zu bestätigen oder ähnliches. Mit diesen Daten wäre es den Betrügern möglich, Finanztransaktionen zu veranlassen. Prüfen konnte unsere Redaktion den weiteren Ablauf jedoch nicht.

Adobe: Trojaner als "Sicherheits-Update"

Vor einer anderen Phishing-Attacke warnen derzeit das Sicherheitsunternehmen RedCondor und der Softwarehersteller Adobe. Dieser ist in letzter Zeit häufiger durch seine schleppende Update-Politik in die Kritik geraten - offenbar versuchen einige Betrüger daher nun, die laufende Diskussion um die Sicherheit des Adobe PDF-Readers auszunutzen. In der englischsprachigen Fake-Mail behauptet ein angeblicher Adobe-Mitarbeiter mit dem Namen "James Kitchin" vom "Adobe Risk Management", ein neuer Patch für eine weitere kritische Sicherheitslücke mit der Bezeichnung "CVE-2010-0193 Denial of Service Vulnerability" stehe zur Verfügung und sollte schnellstmöglich installiert werden.

Mitgeliefert werden zwei Links auf ein PDF-Dokument sowie den angeblichen Patch, der sich laut RedCondor als Trojaner entpuppt und von vielen Antiviren-Tools noch nicht erkannt wird. Das PDF enthält gefälschte Installationshinweise. Adobe weist explizit darauf hin, dass nur die Nutzer, die sich für entsprechende Benachrichtigungen registriert hätten, E-Mails zu den eigenen Produkten erhielten. Zudem verwiesen die hauseigenen Mails niemals direkt auf Downloads zu Updates, sondern lediglich auf Anweisungen oder Sicherheitsinformationen. Patches würden ausschließlich über die Update-Funktion des jeweiligen Programms oder die Adobe Website unter http://www.adobe.com/downloads/updates zur Verfügung gestellt. Weitere Tipps zum Schutz vor Phishing bietet unser Ratgeber zum Thema.

(Christian Wolf)

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