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Olympia-TV: ARD & ZDF setzen aufs Internet

Am Freitag erfolgt der Startschuss für die Olympischen Spiele in London. ARD und ZDF übertragen im Internet mehr als doppelt so viel Stunden als im klassischen TV. Die Live-Streams ersetzen das frühere Olympia-Angebot auf den Digitalkanälen.

Browser© Diego Cervo / Fotolia.com

ARD und ZDF werden bei den Olympischen Spielen in London mehr im Internet als im Fernsehen berichten. Rund 260 Stunden umfasst die klassische TV-Berichterstattung. Mehr als doppelt so umfangreich ist das Netz-Angebot.

Warum Olympia im Internet?

ARD und ZDF senden knapp 600 Stunden Olympia im Internet. Diese Live-Streams ersetzen das Angebot in den Digitalkanälen wie EinsPlus oder ZDFinfo bei früheren Olympischen Spielen. "Das Angebot im Internet bietet dem Publikum eine bislang nicht gekannte Vielfalt", sagt ARD-Teamchef Walter Johannsen. Die Zuschauer können sich ihr Olympia-Programm individuell zusammenstellen.

Wie funktionieren die Live-Streams?

Bis zu sechs Live-Streams laufen parallel. Dort werden Sportarten ausführlich gezeigt, für die im TV-Programm kein Platz wäre. Die Sportfans finden die Streams über die Seiten sportschau.de/olympia und zdfsport.de. Bei ausreichender Bandbreite des Internetanschlusses können Sportfreaks sogar parallel schauen.

Wie werden die Bilder im Internet angeboten?

An ARD-Sendetagen übernehmen die Reporter des ZDF die Kommentierung des Live-Streamings, an ZDF-Sendetagen sind die ARD-Reporter an der Reihe. Ungefähr ein Drittel der Internet-Berichterstattung wird allerdings ohne Kommentierung laufen. Es gibt im Internet zudem keine Anmoderation und auch keine Interviews. "Sport pur", haben sich die Sender für diese Sparversion als Slogan ausgedacht.

Was bietet das Internet noch?

Im Internet ist die zeitversetzte Nutzung der Streams möglich. Jeder Stream kann angehalten und nach einer Pause an derselben Stelle weiter angesehen werden, heißt bei ARD und ZDF. Darüber hinaus haben die Nutzer die Möglichkeit, in einem laufenden Stream vor- und zurückzuspringen.

Welche Technik ist notwendig?

Abrufbar sind die Streams über Computer, Smartphones, Tablet-PCs und internetfähige Fernseher (HbbTV). Voraussetzungen sind nach Angaben der Sender ein aktueller Browser und ein aktueller Flashplayer. Der DSL-Anschluss sollte eine Datenübertragungsrate von mindestens 2 Mbit/s haben. Die Streams der beiden Sender sind nur in Deutschland zu empfangen. Etwa ein Viertel aller deutschen Haushalte ist technisch nicht in der Lage, Olympia-Bilder im Internet zu sehen.

Welche Moderatoren und Kommentatoren sind im Einsatz?

Das Olympia-Programm für die ARD präsentieren Gerhard Delling und Michael Antwerpes. Moderatoren des Zweiten sind Rudi Cerne und Michael Steinbrecher. Zusätzliche Moderatoren hat das ZDF bei den Sportarten Schwimmen (Kathrin Müller-Hohenstein), Leichtathletik (Norbert König), Pferdesport (Kristin Otto) und Rudern/Kanu (Yorck Polus). Die ARD hat spezielle Moderatoren für Schwimmen (Ralf Scholt), Leichtathletik (Claus Lufen) und Pferdesport (Sabine Hartelt). Die Eröffnungsfeier wird für das ZDF Wolf-Dieter Poschmann kommentieren. Tom Bartels ist ARD-Reporter bei der Abschlussfeier.

Welche Experten sind im Einsatz?

Die Zahl der Experten wird tendenziell eher geringer. Für das ZDF arbeiten Christian Keller (Schwimmen), Ronny Ziesmer (Turnen), Kathrin Boron (Rudern) und Philipp Crone (Hockey) sowie der Sportpsychologie Hans-Dieter Hermann. Die ARD setzt nur auf Franziska van Almsick (Schwimmen).

Wer sendet sonst noch?

Eurosport ist ebenfalls auf Sendung. Täglich 14 Stunden live verspricht der Spartensender. In den übrigen 10 Stunden gibt es ebenfalls Olympia-Berichterstattung, vor allem Zusammenschnitte der Höhepunkte. Sonst haben nur wenige Sender Nachverwertungsrechte wie der Nachrichtenkanal n-tv, der beim "Olympia-Frühstück" bewegte Bilder vom Vortag zeigen darf.

(Jörg Schamberg)

Quelle: DPA

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