News

Offiziell: Telefónica kauft E-Plus

Wie KPN am Dienstag mitteilte, zahlt Telefonica Deutschland dafür 5 Milliarden Euro sowie 17,6 Prozent an eigenen Aktien.

Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Der Mobilfunkanbieter Telefonica mit seiner deutschen Tochter O2 übernimmt vom niederländischen Telekomkonzern KPN dessen deutsche Tochter E-Plus - zu 100 Prozent. Damit schließen sich die Nummer drei und vier auf dem deutschen Markt zu einem neuen Riesen mit Stand heute mehr als 43 Millionen Kunden zusammen. Wie KPN am Dienstag mitteilte, zahlt Telefonica Deutschland dafür 5 Milliarden Euro sowie 17,6 Prozent an eigenen Aktien. Interessant: Telefónica selbst kommuniziert einen Kaufpreis von 3,7 Milliarden Euro in bar sowie einem anfänglichen Anteil von 24,9 Prozent an dem zusammengeführten Unternehmen.

Unternehmen rechnen mit Kostenersparnis

Von dem Schulterschluss versprechen sie sich Kostenersparnisse zwischen 5 Milliarden und 5,5 Milliarden Euro. Nach Abschluss der Transaktion wird es in Deutschland zusammen mit T-Mobile und Vodafone nur noch drei Mobilfunker mit eigenem Netz geben. Um den Kauf abzusegnen müssen aber nicht nur die Wettbewerbshüter zustimmen, sondern auch die Aktionäre. Die KPN Führungsgremien empfehlen ihren Anteilseignern, die Transaktion im Zuge einer außerordentlichen Aktionärsversammlung zu genehmigen.

KPN-Chef Eelco Blok erklärt: "Durch die Kombination aus E-Plus und Telefónica entsteht ein Mobilfunkanbieter mit attraktiven Synergien und Wachstumspotenzialen in Europas größtem Wirtschaftsraum. KPN wird sich nach diesem Verkauf auf seine Kernmärkte fokussieren." Auch E-Plus-Chef Thorsten Dirks zeigt sich positiv gestimmt: "In Deutschland implementieren wir aktuell die nächste Phase unserer Strategie als datenzentrierter Herausforderer im deutschen Mobilfunkmarkt. Dieses führte bereits im ersten Halbjahr 2013 zu starken Zuwächsen im Vertragskunden- und Datengeschäft. Ich kann versichern, dass wir weiterhin mit voller Konzentration im Sinne unserer Kunden, Mitarbeiter und Partner an der operativen Umsetzung dieser Strategie arbeiten."

"Beide Unternehmen sind als dynamisch und innovativ bekannt, da sie den Markt immer wieder mit neuartigen Produkten und Services verändern. Dies wird auch weiterhin unsere Unternehmensstrategie sein", sagt René Schuster, Vorstandsvorsitzender von Telefónica Deutschland. "Unsere Kunden werden von einem umfassenden Angebot an Telekommunikationsdienstleistungen profitieren, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind."

KPN wird 17,6 Prozent am neuen Unternehmen halten

Wird die Fusion genehmigt, soll KPN zum Abschluss 17,6 Prozent an dem neuen Unternehmen halten. Auf Telefónica entfallen 65,0 Prozent, der Streubesitz wird bei 17,4 Prozent liegen. Der Jahresumsatz wird auf 8,3 Milliarden Euro geschätzt. Das Unternehmen werde sich zudem durch eine verbesserte Wettbewerbsposition auszeichnen. Dazu gehöre eine hohe Qualität und Kapazität im Mobilfunknetz für hochqualitative Datenangebote sowie ein umfassendes Distributionsnetzwerk. Mit einem Ende der Transaktion wird nicht vor Mitte 2014 gerechnet. E-Plus soll als Tochtergesellschaft im Telefónica-Konzern erhalten bleiben. Ob sich Name und Preisstruktur nach einem Zusammengehen ändern, konnte ein Telefónica-Deutschland-Sprecher auf Anfrage nicht sagen: "Dafür ist es noch zu früh." Auch über die Zukunft der einzelnen Marken sei noch nicht entschieden.

Die Gewerkschaft Verdi forderte tarifvertragliche und betriebliche Regelungen zur Absicherung der betroffenen Arbeitnehmer. "Die Fusion darf nicht zu Arbeitsplatzabbau und Standortschließungen führen", betonte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Lothar Schröder.

Unter den Mobilfunkanbietern in Deutschland hat die Telekom mit 37,01 Millionen Kunden die Nase vorn. Danach folgen Vodafone mit 32,24 Millionen, E-Plus mit 24,43 Millionen und schließlich o2 mit 19,41 Millionen Kunden. Zu beachten ist bei diesen Zahlen, dass der Wert von der Telekom sich noch auf das Ende des ersten Quartals bezieht, während die Zahlen von o2, E-Plus und Vodafone schon das abgeschossene zweite Quartal berücksichtigen.

(Hayo Lücke)

Quelle: DPA

Kommentieren Forum
Weitere Infos zum Thema
Zum Seitenanfang