Europäisierung der Digitalpolitik

Oettinger: "Digitale Union" über EU-Grenzen hinaus

Der europäische digitale Binnenmarkt sollte sich nach Ansicht von EU-Kommissar Günther Oettinger nicht nur auf die 28 EU-Mitgliedsländer erstrecken, sondern darüber hinausgehen. Auch die Nachbarländer seien eingeladen.

Günther OettingerOettinger will auch Partner außerhalb der EU zum europäischen digitalen Binnenmarkt einladen.© Europäische Union

Hannover - Das gemeinsame digitale Europa sollte nach Ansicht von EU-Kommissar Günther Oettinger über die Grenzen der europäischen Union hinausreichen. Die "Europäisierung der Digitalpolitik" könne nicht nur die 28 EU-Mitgliedsländer umfassen, sagte Oettinger am Montag auf der Technologiemesse CeBIT in Hannover. "Norwegen, der West-Balkan, die Schweiz, die Ukraine - wir brauchen sie alle." Schließlich würden zum Beispiel vernetzte Autos in Zukunft "von Lissabon bis Moskau" unterwegs sein. "Deswegen laden wir alle unsere Partner in den Nachbarländern ein, beim europäischen digitalen Binnenmarkt mitzumachen." Es gehe um eine "digitale Union".

Europäische Regeln für Dateneigentum?

Im Zuge der Digitalreformen müsse unter anderem die Frage beantwortet werden, ob europäische Regeln für Dateneigentum sowie eine generelle Regulierung von Online-Plattformen nötig seien. "Oder ob man sich weiterhin bei einzelnen Beschwerden um einzelne Unternehmen und deren Dienste kümmern kann", sagte Oettinger mit Blick auf das seit Jahren laufende EU-Wettbewerbsverfahren gegen Google. Europa stehe erst am Anfang juristischer Debatte, die sich aus der Digitalisierung ergäben, betonte er. Oettinger ist in der Kommission für Digitalpolitik zuständig.

Jörg Schamberg / Quelle: DPA

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