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Obermann: Hohe Bandbreiten nur gegen mehr Geld

Telekom-Chef René Obermann erläuterte in einem Interview mit der "Zeit", dass die Telekom weiterhin plane, gewissen Daten gegen Bezahlung Vorrang im Netz zu geben.

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Telekom-Chef René Obermann sieht in einem stärker marktwirtschaftlich ausgerichteten Netzbetrieb keine Diskriminierung von Nutzern. In einem Gespräch mit der Online-Ausgabe der Wochenzeitung "Die Zeit" verteidigte der Manager die Pläne des Unternehmens, künftig gewissen Daten im Netz gegen Bezahlung Vorrang zu gewähren. Dabei schloss er aus, manchen Firmen etwas zu bieten, was anderen nicht geboten werden könnte. "Wir sind keine Zensurbehörde", betonte Obermann.

Telekom-Chef: Mehr zahlen für mehr Leistung

Allerdings könne die Telekom nicht akzeptieren, mit Milliarden-Summen die Netze ständig zu modernisieren, ohne neue Umsatzchancen zu haben. Wer eine zusätzliche Leistung in Anspruch nehme und hohe Bandbreite garantiert haben wolle, der zahle auch ein wenig mehr. Den Befürwortern der sogenannten Netzneutralität warf Obermann vor, eine Scheindebatte zu führen. "Wir wollen in fünf Jahren mit dem mobilen Internet rund zehn Milliarden Euro weltweit umsetzen. In den ersten neun Monaten 2010 waren es 3,2 Milliarden", so Obermann. Der zunehmende Datenverkehr im Netz mache es aber nötig, gewisse Daten schneller ans Ziel zu bringen. Wenn dann ein Preis ins Spiel komme, "flammt eine Debatte auf, als ginge es um Grundrechteentzug".

Wenn man das Telekom-Netz nach gesellschaftspolitischen Kriterien betreiben wolle, dann müsse man es verstaatlichen, sagte Obermann weiter. Kritiker werfen der Telekom vor, an einem Zwei-Klassen-Netz zu arbeiten. Der Plan des früheren Staatsmonopolisten bedeute das Ende der Netzneutralität, derzufolge alle Daten gleich behandelt werden.

(Jörg Schamberg)

Quelle: DPA

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