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"NYT": Google-Managerin Mayer wird Yahoo-Chefin

Mit der langjährigen Google-Managerin Marissa Mayer verliert der Suchmaschinenbetreiber eines seiner bekanntesten Gesichter. Die Google-Angestellte Nummer 20 tritt laut "New York Times" bereits am Dienstag ihren neuen Job als Yahoo-Chefin an.

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Diese Personalie wirbelt das Silicon Valley durcheinander: Yahoo hat beim Rivalen Google dessen Spitzenmanagerin Marissa Mayer abgeworben. Sie war das weibliche Gesicht des Suchmaschinen-Primus. Jetzt soll sie Yahoo wieder auf Vordermann bringen. Die hochschwangere 37-Jährige habe am Montag bei Google gekündigt und werde ihren Job bei Yahoo am Dienstag antreten, meldete die "New York Times" am Montagnachmittag (Ortszeit). Mayer fühle sich "geehrt" und sei "überglücklich", erklärte sie am Montag. Die Informatikerin erwartet im Herbst ihr erstes Baby.

Googles Angestellte "Nummer 20"

Mayer war Google-Angestellte Nummer 20 und lange Zeit verantwortlich für das Look and Feel der Suchmaschine sowie von Google-Produkten wie Gmail und Google News. Zuletzt leitete sie als Vice President des Konzern die Kartendienste wie Google Maps, Google Earth und Google Street View sowie die lokalen Services um den übernommenen Restaurantführer Zagat.

Bei dieser Umstrukturierung im Jahr 2010 bekam sie allerdings mit Jeff Huber einen Mann vor die Nase gesetzt, so dass Branchenbeobachter bezweifelten, dass es sich beim neuen Posten von Mayer tatsächlich um eine Beförderung gehandelt hatte. "Ich hatte eine wunderbare Zeit bei Google", zitierte die Zeitung die Managerin, die seit 13 Jahren bei dem Internet-Konzern und Suchmaschinenbetreiber arbeitete.

Wechsel war leichte Entscheidung für Mayer

"Aber es war letztenendes eine leichte Entscheidung, den Job bei Yahoo anzunehmen." Yahoo sei schließlich eine der besten Marken im Internet. Der Internet-Pionier zählt gut 700 Millionen Nutzer, die Nachrichten auf dem bekannten Portal lesen oder ihre E-Mails abrufen. "Es gibt viel zu tun und ich kann gar nicht abwarten, endlich loszulegen", sagte Mayer. Sie wird auch in den Verwaltungsrat einziehen, das oberste Firmengremium.

Die Kündigung bei ihrem alten Arbeitgeber Google hat Mayer laut "New York Times" am Montag Nachmittag telefonisch bekanntgegeben. Sie war neben den zwei Gründern Larry Page und Sergey Brin sowie dem langjährigen Konzernchef und jetzigen Verwaltungsratsvorsitzenden Eric Schmidt eines der wenigen bekannten Gesichter von Google. Mayer steigt als Yahoo-Chefin zu einer der einflussreichsten Frauen im Silicon Valley auf.

Bei der Personalentscheidung hat keine Rolle gespielt, dass die 37 Jahre alte Managerin schwanger ist und im Herbst die Geburt ihres ersten Kindes erwartet. "Das war nicht Bestandteil der Erwägungen. Wie jede andere berufstätige Frau muss sie alle Faktoren zwischen Beruf und Familienleben abwägen", zitiert das Blog AllThingsD eine Person aus dem Umfeld von Mayer. Sie hatte am Montag selbst über Twitter bekanntgegeben, dass sie zusammen mit ihrem Mann Zach Bogue ein Kind erwartet. Die Hochzeit der beiden im Jahr 2009 war ein großes Gesellschaftsereignis, das in den USA von Medien wie dem Glamour Magazine ausführlich aufgegriffen wurde.

Yahoo in schwieriger wirtschaftlicher Lage

Für Yahoo ist es bereits der dritte Chefwechsel binnen eines Jahres: Erst wurde Carol Bartz wegen Erfolglosigkeit gefeuert. Dann stolperte Yahoo-Chef Scott Thompson über einen falschen Titel in seinem Lebenslauf. Seitdem wurde Yahoo von Spartenchef Ross Levinsohn kommissarisch geführt. Er galt auch als aussichtsreicher Kandidat für den dauerhaften Posten.

Dabei bräuchte Yahoo dringend mehr Stabilität und eine klare Strategie: Der Internet-Pionier steht im überlebenswichtigen Werbegeschäft unter enormen Druck - ausgerechnet vonseiten Googles. Bei der Internetsuche hatte sich Yahoo bereits mit dem Software-Konzern Microsoft verbündet. Im April kündigte Yahoo die Streichung von 2.000 Jobs an.

Mayer muss nun entscheiden, in welche Richtung Yahoo weiter steuern soll. Sie steht dabei angesichts der Fehlschläge ihrer Vorgänger unter enormen Druck. Die Anleger trauen ihr allerdings zu, dass sie den Job erledigen kann: Die Yahoo-Aktie stieg am Montag nachbörslich um 2 Prozent. Am Dienstagabend legt das Unternehmen seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal vor.

(Jörg Schamberg)

Quelle: DPA

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