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Neuer Vodafone-Chef: Fokus auf Service & LTE-Geschäft

Obwohl noch nicht offiziell im Amt, übernimmt der designierte Vodafone-Chef Jens Schulte-Bockum unübersehbar die Zügel. Unter seiner Führung soll sich Vodafone wieder stärker auf seine Kernbereiche konzentrieren. Auch Kundenservice und Produktqualität sollen verbessert werden.

Vodafone© Vodafone GmbH

Noch liegt die Verantwortung bei Vodafone Deutschland in den Händen von Friedrich Joussen. Erst Ende September wechselt der 49-Jährige offiziell zum Tourismus-Konzern TUI. Sein designierter Nachfolger Jens Schulte-Bockum hat allerdings bereits erste Kurskorrekturen im Sinn. Anders als bei den Wettbewerbern gilt dabei offenbar vorwiegend das Motto "Keine Experimente".

Mehr Kundenservice nach Apple-Vorbild

Seine Pläne will Schulte-Bockum schon am Donnerstag auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin (IFA) präsentieren, berichtet "RP Online". Demnach stehen einige Änderungen bevor – etwa für die Mitarbeiter in der ehemaligen Arcor-Zentrale in Eschborn bei Frankfurt am Main. Wie bereits Anfang August bekannt wurde, soll der Standort deutlich verkleinert und ein Großteil der Arbeitsplätze nach Düsseldorf verlagert werden. Auch ein Abbau von Jobs könnte drohen. "Jeder rechnet damit, dass in den umziehenden Abteilungen ein Viertel bis Drittel der Kollegen lieber eine Abfindung nimmt, als mitzugehen, damit wären dann wieder einige Dutzend Stellen weg", sagte ein nicht genannter Vodafone-Manager gegenüber dem Internet-Portal.

Im Wettbewerb um die Marktführerschaft will sich das Unternehmen nicht zuletzt in Sachen Kundenservice stärker profilieren. Nach dem Vorbild Apples gibt es künftig in den Vodafone-Shops die Möglichkeit, persönliche Beratungstermine mit den Mitarbeitern zu vereinbaren - den Anfang macht dabei der neu eröffnete "Flagship-Store" in Köln. Dessen Berater verfügen erstmals über eigene Visitenkarten und können so bei Fragen oder Problemen als persönliche Ansprechpartner fungieren.

Konzentration auf Kerngeschäft und LTE-Ausbau

Im Produktbereich wird sich Vodafone wieder stärker auf seine Kernbereiche fokussieren. Dem "Handelsblatt" erklärte der kommende Mann an der Spitze, das LTE-Geschäft ausbauen zu wollen und im Gegensatz etwa zu Deutsche Telekom und Telefónica Germany weniger in neue Geschäftsfelder zu investieren. "Wir sehen unser Heil nicht in der Energiewirtschaft und der Gründung von Start-ups", sagte Schulte-Bockum. Vielmehr sei das Wachstumspotenzial in klassischen Bereichen wie dem Mobilfunk längst nicht ausgeschöpft. Im Durchschnitt habe jeder Deutsche heute weniger als eine SIM-Karte aktiv im Einsatz. "Ich sehe überhaupt keinen Grund, warum sich das nicht verdoppeln und verdreifachen sollte", so der 45-Jährige. Deutschland sei kein Markt, der zum Schrumpfen verdammt sei.

Im Wettlauf mit der Telekom um die Marktführerschaft im Mobilfunkmarkt gibt sich Schulte-Bockum betont gelassen. Zwar habe Vodafone den Anspruch, an der Spitze zu bleiben, konzentriere sich aber zu allererst auf den wirtschaftlichen Erfolg. Wichtig sei zudem, die Qualität von Angebot und Service auszubauen. Notfalls werden dabei auch alte Zöpfe abgeschnitten – etwa "Vodafone TV". Noch hat der "Entertain"-Konkurrent allerdings eine Gnadenfrist. Trotz schlechter Abonnentenzahlen will Schulte-Bockum nach Informationen von "RP Online" daran vorerst festhalten.

(Christian Wolf)

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