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Neue Technik verspricht bessere T-DSL-Versorgung

Outdoor-DSLAM und Breitband-Extender sollen vor allem in ländlichen Gebieten mehr Haushalte an das T-DSL-Netz anschliessen. Zur CeBIT gibt es zudem einen neuen Zwei-Wege-Zugang der T-Com über Satellit.

Notebook© Roman Hense / Fotolia.com
Die Deutsche Telekom kämpft gegen die weißen Flecken auf der Landkarte. Mehr Gebiete sollen künftig mit T-DSL in Deutschland versorgt werden. Mit zwei unterschiedlichen Techniken, "Outdoor-DSLAM" und "Breitband-Extendern", die dank "Interference Cancellation" (IFC) für stabile Übertragungen über lange Distanzen sorgen, soll die Zahl der angeschlossenen Haushalte deutlich steigen. Für alle übrigen Gebiete gibt es nach der CeBIT noch einen weiteren neuen Breitband-Zugang, der Down- und Upstream über Satellit abwickelt.

Outdoor-DSLAM

Gregor Theissen, Leiter Geschäftssteuerung der T-Com Region West, kündigte zwei unterschiedliche Verfahren an. Überwiegend für die neuen Bundesländer und Teile von Ost-Berlin sollen Verteilerschränke und Ports auf die Straße verlagert und somit die Entfernung zwischen Vermittlungsstelle und Kunden deutlich verringert werden. Von einer solchen "Mini-Vermittlungsstelle" aus können Teilnehmer in einem Umkreis von rund fünf Kilometern mit Breitband-Internet versorgt werden.

Diese so genannten Outdoor-DSLAM (Digital Subscriber Line Access Multiplexer) sollen in Gegenden zum Einsatz kommen, wo Glasfasernetze bislang die Einrichtung von T-DSL Anschlüssen erschwerten. Ein in der Vergangenheit oft angedachter, kostspieliger Überbau der Glasfaserleitungen mit Kupfer entfällt somit. Bei der letzten Meile zum Anschlussinhaber wird aber wie gewohnt auf Kupferleitungen gesetzt. Entsprechende Feldversuche konnten bereits mit positiven Ergebnissen abgeschlossen werden. Die Outdoor-DSLAM-Technik soll nun auf neue Gegenden ausgedehnt werden.

Breitband-Extender

In ländlichen Gebieten sollen hingegen künftig so genannte Breitband-Extender zum Einsatz kommen. Extender ermöglichen DSL-Anschlüsse über deutlich größere Entfernungen. Davon profitieren in erster Linie Gemeinden, in denen Kupferleitungen verbaut wurden. Die "IFC-Technik" soll zudem Störungen in den DSL-Leitungen reduzieren beziehungsweise komplett herausfiltern. War T-DSL bislang nur verfügbar, wenn der Hausanschluss nicht weiter als vier Kilometer vom nächsten Hauptverteiler entfernt lag, soll es mit Breitband-Extendern auch bei 15 Kilometern kein Problem mehr sein. Mit Hilfe von IFC soll das bestehende Leitungsnetz auf technischem Weg dahin gebracht werden, dass sich die Übertragungseigenschaften sämtlicher Fernmeldekabel entscheidend verbessern. Ein neues Bauteil, das auf den Verteiler aufgesetzt wird, reicht aus. Die vorhandenen Kabel müssen somit auch nicht ausgetauscht werden. Entwickelt wurde die Technik von der Vierling-Gruppe.

T-Com stellt Projekt vor

Der Nachteil: Nutzen viele der angeschlossenen Haushalte ihre Breitbandverbindung gleichzeitig, kann die Download-Geschwindigkeit auf unter zwei Megabit pro Sekunde rutschen. Auch die Uploadrate fällt proportional. Auf der CeBIT wird das Projekt vorgestellt, die T-Com hat aber bereits begonnen, die neue Technik bei den betroffenen Gemeinden anzupreisen, etwa bei der Gemeinde Much im Rhein-Sieg-Kreis.

Das Online-Magazin Much-heute berichtet, dass Theissen am 24. Januar eine frohe Botschaft überbrachte: T-DSL soll dank IFC-Technik nach der CeBIT für die komplette ländliche Gemeinde bestellbar sein.

Zwei-Wege-Zugang zur CeBIT

Bis zum Jahresende wird in Deutschland mit rund 17 Millionen Breitband-Anschlüssen gerechnet. Derzeit sind es knapp zwölf Millionen. Dennnoch: Trotz Breitband-Extender können aber nach wie vor nicht alle Haushalte mit T-DSL-Zugängen versorgt werden. Für diese Kunden hat die Deutsche Telekom bereits eine Alternative in der Tasche. Wie der Redaktion aus Unternehmenskreisen zugetragen wurde, soll zur CeBIT ein neuer Zwei-Wege-Zugang über Satellit angeboten werden. Dieser soll Down- und Upstream abwickeln. Die Realisierung soll über Astra 1D/3A, 23,5° Ost erfolgen, die Preisstruktur ist noch geheim. Es soll jedoch attraktivere Flatrate-Angebote für Privat- und Geschäftskunden geben.

Bei den bisherigen Breitband-Angeboten der T-Com über Satellit wird der Rückkanal über den Telefonanschluss realisiert und ist in den Kosten bereits enthalten. Neben zwei Paketangeboten mit 30 und 90 Freistunden gibt es auch eine Flatrate. Die Download-Geschwindigkeit liegt derzeit bei maximal einem Megabit pro Sekunde.

(Stefan Hagedorn und Denise Bergfeld)

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