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Neue Satelliten im All: Intelsat 20 und Hylas 2

Eine Ariane-5-Rakete hat am Freitag zwei neue Telekommunikationssatelliten ins All gebracht. Auftraggeber waren Intelsat und Avanti Communications, die über die Satelliten auch Breitbanddienste anbieten wollen.

DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Die europäische Raumfahrt feiert einen weiteren großen Erfolg. Eine ins All gebrachte Ariane-5-Rakete (PDF) brachte erfolgreich zwei neue Satelliten ins All und stellte einen Lastenrekord ein.

10,2 Tonnen ins All befördert

Eine europäische Ariane-5-Rakete hat einen neuen Rekord beim Lastentransport ins All aufgestellt. Sie brachte in der Nacht zum Freitag zwei Telekommunikationssatelliten auf ihre Bahnen rund 36.000 Kilometer über dem Äquator. Das Gesamtgewicht der Fracht betrug knapp 10,2 Tonnen. Eine so große Last sei noch nie zuvor bei einem Flug in diese Höhe befördert worden, teilte das Raumfahrtunternehmen Astrium mit.

Erstmals wurden bei dem Raketenstart auch zwei neue Flugrechner eingesetzt. Sie haben einen viermal größeren Speicher und eine zehnfach höhere Rechenleistung als die Vorgängermodelle. Der Start der Ariane erfolgte vom Raumfahrtzentrum Kourou im südamerikanischen Französisch-Guayana.

Schnelles Sat-Internet per Intelsat 20 & Hylas 2

Bei den ins All transportierten Satelliten handelte es sich um hochmoderne Telekommunikationssatelliten. Der vom internationalen Betreiber Intelsat in Auftrag gegebene "Intelsat 20" wird in Europa, Afrika und Asien Video-, Telefon- und Datenübertragungen ermöglichen. Er wog beim Start rund sechs Tonnen und soll die Vorgängersatelliten "Intelsat 7" und "Intelsat 10" ersetzen.

Der wenige Minuten nach "Intelsat 20" im All ausgesetzte "Hylas 2" gehört dem jungen europäischen Anbieter Avanti Communications. Der Higtech-Satellit nutzt die sogenannte Ka-Band-Technologie und wird Wachstumsmärkte in Afrika, im Kaukasus sowie im Mittleren Osten mit besonders schnellen und günstigen Internetverbindung versorgen.

"Hylas 2" soll mindestens 15 Jahre im All arbeiten, "Intelsat 20" sogar 24 Jahre. Die sogenannten geostationären Bahnen der Satelliten ermöglichen es, dass sie der Erdumdrehung folgen und somit stets das gleiche Gebiet abdecken.

Der Ariane-Start in der Nacht zum Freitag war der vierte in diesem Jahr. Im März brachte eine andere Rakete dieses Typs bereits das europäische Versorgungsschiff "Edoardo Amaldi" auf den Weg zur internationalen Raumstation ISS. Später folgte zwei Ariane-5-Raketenstarts mit Telekommunikations- und einem Wettersatelliten.

Neue Version der Trägerrakete ab 2017

Ariane-5-Raketen können je nach Ziel Lasten von bis zu 20 Tonnen ins All transportieren. Für die relativ weit entfernten sogenannten geostationären Transferbahnen lag der bisherige Rekord bislang bei rund 10,1 Tonnen. Er wurde ebenfalls von einer Ariane aufgestellt. Derzeit arbeitet Astrium an einer neuen Version der Trägerrakete. Die Ariane 5 ME soll 2017 einsatzbereit sein und mehr als zwölf Tonnen in einer geostationären Bahn aussetzen können. Von dort aus können die Satelliten mit eigenem Antrieb auf eine geostationäre Umlaufbahn fliegen.

Deutschland ist an Bau und Entwicklung der Ariane-Raketen weitreichend beteiligt. Die Oberstufe der Ariane 5 wird bei Astrium in Bremen gebaut. Die Schubkammern - das Herz eines Raketentriebwerks - für die erste und zweite Stufe liefern Astrium-Mitarbeiter aus Ottobrunn bei München.

(Jörg Schamberg)

Quelle: DPA

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