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Neue Lehrer-Klage gegen spickmich.de

Die Gerichte müssen sich erneut mit einer Klage gegen das Lehrerbewertungsportal spickmich.de beschäftigen. Eine von Schülern mit der Note 3,8 bewertete Lehrerin hat Klage beim Landgericht Duisburg eingereicht.

Welt© Julien Eichinger / Fotolia.com
Das Lehrerbewertungsportal spickmich.de scheint Klagen von Lehrern geradezu magisch anzuziehen. Ende Januar erlitt eine mit der Note 4,3 bewertete Lehrerin aus Neukirchen-Vlyn nach erfolglosen Klagen durch mehrere Instanzen vor dem Landgericht Köln erneut eine Niederlage gegen das Online-Portal. Die Wochenzeitung "Die Zeit" berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe, dass sich eine Lehrerin aus Nordrhein-Westfalen davon nicht abschrecken lässt und nun ihrerseits gegen die Bewertung mit der Note 3,8 Klage eingereicht habe.

Verhandlung am 12. März

Das Landgericht Duisburg wird sich am 12. März mit der neuen Klage der Realschullehrerin beschäftigen. Diese Klage ist der zweite gerichtliche Anlauf eines Klägers gegen das im Februar 2007 von drei Studenten gegründete Bewertungsportal. Bernd Dicks, einer der Mitbetreiber des Portals, verteidigt spickmich.de im Gespräch mit der "Zeit": "Zwei Drittel der Lehrer haben eine 1 oder eine 2 vor dem Komma. Nur fünf Prozent eine 5 ... Ich finde, das ist ein sehr gutes Zeugnis für die Lehrer." In der Vergangenheit waren alle Klagen gegen spickmich.de gescheitert.

Bewertungen sind laut Kritikern manipulierbar

Die Betreiber der Seite wenden sich auf ihrer Seite auch kurz direkt an die Lehrer. "Liebe Lehrer, diese Seite dient Ihnen zur Bestätigung Ihrer guten Arbeit, aber auch als Denkanstoß für eine mögliche Verbesserung Ihres Unterrichts", heißt es dort als Erklärung der Funktion von spickmich.de. Nach Angaben von spickmich.de hätten sich bereits 550.000 Schüler registriert. Bisher seien 250.000 Lehrer bewertet worden. Spichmich.de muss sich aber auch Vorwürfe gefallen lassen. So monierten Kritiker, dass eine Manipulation der Lehrerbenotung durch Bewertungen von Schülern fremder Schulen oder durch falsche Identitäten möglich sei. Dies würde bei der Abgabe der Bewertung nicht kontrolliert.

(Jörg Schamberg)

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