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Musik-Streaming auf dem steigenden Ast

In den USA sollen die Erlöse mit digitaler Musik den Umsatz mit physischen Tonträgern bereits in diesem Jahr überholen. Während Downloads langsamer wachsen, legen die Streaming-Dienste stark zu, prognostiziert Strategy Analytics.

Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Der Umsatz mit digitaler Musik wächst, erst kürzlich teilte der Bundesverband der Musikindustrie e.V. mit, dass hierzulande jeder fünfte Euro aus den Musikverkäufen über Downloads zustande kam. Diese machten laut Zahlen von media control/GfK im ersten Halbjahr dieses Jahres bereits 19,3 Prozent des Gesamtmarktes aus, Einnahmen aus Streaming-Diensten wurden dabei noch nicht berücksichtigt und sollen separat folgen. Der Frage, wie sich die Musik-Flatrate-Services entwickeln werden, ist Strategy Analytics auf den Grund gegangen. Dem Recorded Music Forecast zufolge wird der Umsatz mit Musik-Streaming in diesem Jahr weltweit betrachtet um 40 Prozent zulegen.

Höherer Umsatzzuwachs als für Downloads

In Zahlen sollen 1,1 Milliarden US-Dollar (etwa 890 Millionen Euro) mit Streaming erwirtschaftet werden, der Umsatz mit Musik-Downloads wird laut der Prognose zwar nur um 8,5 Prozent anwachsen, die Streaming-Dienste mit Erlösen von 3,9 Milliarden Dollar aber immer noch überragen. Bezogen auf die Zuwächse in absoluten Zahlen liegt das Streaming mit einem Plus von 311 Milliarden Dollar gegenüber zusätzlichen 303 Milliarden Dollar für Downloads vorn. Weltweit sollen sich sich die Ausgaben für Musik auf 39 Prozent für digitale Inhalte und 61 Prozent für physische Datenträger verteilen. Für den deutschen Markt machte der eingangs erwähnte Trendbericht von media control/GfK Tonträger wie CDs und Schallplatten mit einem Anteil von 72 Prozent als wichtigstes Standbein aus.

2015 soll digitale Musik weltweit CD-Verkäufe überholen

Auch die Vorhersage von Strategy Analytics lässt regionale Unterschiede erkennen. So sollen in den USA die Umsätze mit digitaler Musik die Verkaufserlöse durch CDs & Co bereits in diesem Jahr überholen, während die weltweite Prognose 2015 als Wendepunkt errechnet. Länder wie Schweden und Südkorea sollen den Umschwung ebenfalls früher vollziehen.

Wie der Analyst Ed Barton erklärt, erreicht der Markt mit Musik-Downloads langsam seine Reife, die Ausgaben flachten in allen Schlüsselmärkten ab: "Streaming-Musikdienste wie Spotify und Pandora werden in den nächsten fünf Jahren die Schlüsselwachstumstreiber sein, da Nutzung und Ausgaben rapide wachsen." Die Verbraucher würden die Verfügbarkeit und den Zugang zu Musik stärker wertschätzen als digitale Musik tatsächlich zu besitzen.

Solange ein Abo für die in der Regel kostenpflichtigen Dienste besteht, lässt sich die Musiksammlung per Internetverbindung immer wieder anzapfen, nach einer Kündigung erlischt demzufolge auch das Zugriffsrecht. Wer sich einen Überblick über Musik-Flatrate-Angebote und deren Konditionen verschaffen möchte, findet weitere Informationen in unserer Übersicht über Musik-Streaming-Anbieter.

(Saskia Brintrup)

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