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Microsofts Nokia-Deal: Finnland fühlt sich betrogen

Ein Rechenzentrum sollte kommen. Und Finnland sollte Forschungszentrum der Handysparte werden. Stattdessen verschwinden nach dem Microsoft-Nokia-Deal tausende Jobs. Denn der neue Boss Nadella hat offenbar andere Pläne als Vorgänger Ballmer.

Microsoft© Microsoft

Finnland fühlt sich betrogen. Das stellte der finnische Finanzminister Antti Rinne gegenüber dem Magazin ""Kauppalethi" unverblümt fest, wie die österreichische Tageszeitung "Der Standard" am Dienstag berichtete. Zuvor war bekanntgeworden, dass bei der Übernahme des finnischen Mobilfunk-Flaggschiffs Nokia durch den Software-Riesen Microsoft 18.000 Stellen verschwinden sollen. Einen solchen Schritt hatte Microsoft-Chef Satya Nadella letzte Woche angekündigt.

12.500 Nokia-Mitarbeiter müssen gehen

Ein Großteil der Rotstiftaktion betrifft Mitarbeiter der übernommenen Mobilfunksparte von Nokia. Die Übernahme sei zwar eine Sache zwischen Nokia und Microsoft, aber als der Deal unterzeichnet wurde, habe Microsoft auch seine Verpflichtung gegenüber Finnland betont, so Rinne. Personalabbau sei absehbar gewesen, es sei jedoch bedauerlich, dass viele der Mitarbeiter jetzt zu Beginn der Sommerferien davon erfahren. Allein 12.500 Nokia-Mitarbeiter müssen nach Informationen des "Standards" gehen.

Lumia & Co sollen durchstarten

Der frühere Microsoft-Chef Steve Ballmer hatte nach Berichten von ZDNet angekündigt, Finnland zum Zentrum der Smartphone-Forschung und -Entwicklung zu machen. Außerdem sollte ein zusätzliches Rechenzentrum für 250 Millionen Euro gebaut werden.

Mittlerweile lenkt jedoch Satya Nadella die Geschicke des Konzerns und hat offenbar andere Pläne als sein Vorgänger. Neben den Entlassungen gehört dazu die Abkehr von der Billig-Handyschiene wie Series 40, Nokia Asha und Nokia X.

Stattdessen sollen die High-End-Geräte in den Vordergrund rücken wie Lumia 930 und Lumia 1530 (Test) - denn damit lässt sich das hauseigene Handy-Betriebssystem Windows Phone besser im Markt positionieren. Microsoft soll außerdem die Xbox Entertainment Studios geschlossen haben, wo eigenproduzierte Serien entwickelt wurden, berichtet der "Standard".

(Dorothee Monreal)

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