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Microsoft startet "Bing Streetside" in Deutschland

Microsoft hat seinen Kartendienst "Bing Streetside", eine Konkurrenz zu Google Street View, nun auch in Deutschland gestartet. Die Fotos sind aktueller, bislang wurden aber nur wenige Städte erfasst.

Microsoft© Microsoft

Seit über einem Jahr ist der Kartendienst Google Street View nun in Deutschland nutzbar. Der US-Internetkonzern hatte mit der Online-Bereitstellung von Fotos kompletter Straßenzüge inklusive detaillierter Ansichten von Hausfassaden zunächst für erhebliche Proteste von Hausbesitzern gesorgt. Nachdem Google bei Street View eine Widerspruchsmöglichkeit einräumte und Hausansichten auf Antrag verpixelte, ist es ruhiger geworden um den Dienst. Derzeit deckt Street View 20 größere deutsche Städte ab. Nahezu unbemerkt ist seit Weihnachten auch Microsofts Konkurrenzdienst Bing Streetside an den Start gegangen. Ein erster Blick auf den neuen Dienst zeigt: Das Angebot ist zwar aktueller, aber bietet noch erheblich weniger Städte als Street View. Zudem werden diese auch nicht komplett abgedeckt. Dafür werden teils Städte wie Augsburg und Mainz erfasst, die der Google Dienst noch nicht berücksichtigt hat.

Norddeutschland noch nicht erfasst

Microsoft informiert auf der deutschsprachigen Webseite von Bing Streetside über den Zeitplan für Kamerafahrten in Deutschland. Demnach hat der US-Konzern im Mai dieses Jahres in Bayern mit dem Abfotografieren von Straßenzügen in der Region Augsburg sowie in Nürnberg, Fürth und Erlangen begonnen. Bis Anfang Oktober wurden 17 Städte beziehungsweise Regionen abgedeckt, allerdings nicht flächendeckend.

Die "Augsburger Allgemeine" weist beispielsweise darauf hin, dass die komplette Fußgängerzone in der Augsburger Innenstadt noch nicht erfasst wurde, da die Kameraautos dort nicht fahren konnten. Microsoft wolle die Fußgängerzone mittelfristig aber auch noch abfotografieren.

Kameraautos sollen 18 Monate lang durch Deutschland fahren

Die Kamerafahrten in Deutschland sollen sich insgesamt über einen Zeitraum von voraussichtlich 18 Monaten erstrecken. In Städten wie Berlin und Köln, im Rheinland und dem Ruhrgebiet sowie in der Region Rhein-Neckar waren die Kamerawagen noch in diesem Dezember unterwegs. Berlin wurde bereits teilweise in Streetside integriert, eine virtuelle Tour durch Köln ist dagegen noch nicht möglich. Nicht berücksichtigt wurde bislang der gesamte norddeutsche Raum inklusive Hamburg. Nach Beendigung der Kamerafahrten sollen laut "Welt Online" aber mehr als 50 deutsche Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern erfasst worden sein. Dabei soll insgesamt eine Strecke von rund 150.000 Kilometern fotografiert werden.

Über 80.000 Einsprüche gegen Veröffentlichung von Häusern auf Streetside

Bis zum 30. September konnten Bürger vorab Einspruch gegen die Veröffentlichung von Fotos ihrer Häuser bei dem Microsoft Kartendienst einlegen. Über 80.000 Einsprüche gegen Bing Maps Streetside gingen ein. Doch was zeigt der Dienst überhaupt? Im Praxistest fällt schnell auf, dass die Fotos offenbar über eine geringere Auflösung verfügen als bei der Konkurrenz von Google Street View. Beim Zoomen verschwimmen Umrisse und Figuren stärker als beim Google Dienst. Gesichter und Kennzeichen wurden standardmäßig unkenntlich gemacht. Ansonsten erlaubt auch Microsoft 360 Grad-Ansichten, die Navigation verläuft zudem ähnlich: Per Mausklick hangeln sich Nutzer durch die virtuellen Straßen und Plätze. Microsoft arbeitet zur Erfassung der Streetside-Bilder mit dem Kartenspezialisten NAVTEQ zusammen.

(Jörg Schamberg)

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