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Mega-Deal: Vodafone will sich von Verizon trennen

Für 104 Milliarden Euro kann man schonmal ein Opfer bringen. Das denkt offenbar auch Vodafone-Chef Vittorio Colao, denn Medienberichten zufolge plant der Konzern, sich von seinen lukrativen Verizon-Anteilen zu trennen. Wenn das geschieht, wäre das ein Paukenschlag in der Branche.

Vodafone© Vodafone GmbH

Dass sich ein Konzern von einer profitablen Beteiligung trennt, ist eher ungewöhnlich. Aber ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen – und so denkt Vodafone offenbar darüber nach, sich von seinem 45-Prozent-Anteil am US-Zugpferd Verizon Wireless zu trennen. Und das wäre ein Megadeal, bei dem rund 135 Milliarden US-Dollar (104 Milliarden Euro) in die Vodafone-Taschen wandern.

Deal schon für diesen Sommer geplant

Wie die "Sunday Times" (ST) mit Verweis auf Investoren, Industrie- und Bankquellen berichtet, hat der britische Mobilfunk-Riese das Thema Anteilsverkauf bereits mehrfach bei Verizon angesprochen. Und das stößt nicht auf taube Ohren: Verizon soll seinerseits mehrfach Interesse gezeigt haben, Verizon Wireless komplett zu kontrollieren. Laut ST kann der Deal bereits im Sommer über die Bühne gehen – allein die Aussicht ließ die Vodafone-Aktie um 2,5 Prozent steigen.

Fragt sich nur, was Vodafone dazu bewegt, einen "lukrativen, wenn auch unbequemen" Fisch schwimmen zu lassen. Hintergrund ist wahrscheinlich die Neuorientierung der Briten, die sich offenbar aus dem US-Mobilfunksektor zurückziehen und mehr auf Triple Play setzen wollen, sprich: Festnetz, Internet und Mobilfunkdienstleistung aus einer Hand.

Ein Blick in die Einkaufstasche des Konzerns unterstützt diese Vermutung: Darin findet sich der britische Glasfasernetzbetreiber Cable & Wireless, und weitere Kabelunternehmen in Europa könnten sich bald hinzugesellen, nicht zuletzt Kabel Deutschland. Aber das wird teuer – da kämen die Milliarden aus dem Verizon-Deal gerade recht.

(Dorothee Monreal)

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